Österreich | Chronik 

Berufskraftfahrer haben zu wenig Pausen und Angst

Von Apa | 27.06.2012 - 14:18

Überarbeitung, Stress bei der Rastplatzsuche und Angst vor Überfällen: Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter Bus- und Lkw-Fahrern der AK Wien. Mehr als die Hälfte fordert verstärkte Kontrollen der gesetzlichen Ruhezeiten.

Berufskraftfahrer haben zu wenig Pausen und Angst

Mehr als 800 Berufskraftfahrer wurden befragt. Bild: SN/apa (archiv/fotoplutsch.at)

Mehr als 800 Berufskraftfahrer für Bus- und Frachtunternehmen wurden im Laufe des vergangenes Jahres zu ihrer Situation am "Arbeitsplatz Autobahn" befragt. Große Sorgen bereiten den Fahrern demnach die Unsicherheit auf Rastanlagen. Knapp die Hälfte hat immer wieder Angst vor Überfällen, 15 Prozent waren bereits selbst Opfer.

Befragt nach der Einhaltung der gesetzlichen Lenkzeiten gaben 38 Prozent an, diese ein- oder mehrmals im Monat zu überschreiten. Obwohl sie derzeit selbst für etwaige Strafen aufkommen müssen, fordern 56 Prozent mehr Kontrollen der vorgeschriebenen Ruhezeit. Über zwei Drittel der Lenker beklagen sich in diesem Zusammenhang über die schwierige Suche nach Rastplätzen. Laut Gewerkschaft und AK fehlen etwa 1.200 Stellplätze in Österreich. "Die Asfinag muss deutlich mehr Gas geben", sagte AK-Präsident Tumpel.

Auf Basis der Ergebnisse erarbeiteten die AK Wien und vida nun ein Fünf-Punkte-Paket. Im Mittelpunkt stehen dabei die verstärkten Kontrollen bei den Lenkzeiten und die Forderung nach der Übernahme von Geldstrafen für Frachtunternehmen und dessen Auftraggeber. Der scharfe Wettbewerbsdruck dürfe nicht auf dem Rücken der Lenker ausgetragen werden, so die Arbeitnehmervertreter. Auch die Kosten der bis September 2013 (Busfahrer) und September 2014 (Lkw-Fahrer) vorgeschriebenen Aus- und Weiterbildung können die rund 140.000 österreichischen Berufskraftfahrer nicht alleine tragen.

 
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