Standpunkt

Statt Mitleid gab es Anerkennung und Respekt

Die Paralympics in London haben neue Maßstäbe gesetzt - und den Behindertensport weiter emanzipiert.

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Das olympische Feuer der 14. paralympischen Sommerspiele ist erloschen. Eineinhalb Wochen lang sorgten 4452 behinderte Sportler aus 164 Nationen für Schlagzeilen. Nicht aus Mitleid, sondern aus Anerkennung und Respekt vor den sportlichen Leistungen scheint die Welt, allen voran das Gastgeberland Großbritannien, die Scham vor dem Abnormalen, dem Unbekannten, den Menschen ohne Arme oder Beine, den Blinden und den Querschnittsgelähmten abgelegt zu haben.

Die Paralympics in London haben das möglich gemacht, was beeinträchtigte Menschen bis dato für unmöglich gehalten haben. Behindertensport ist in der Öffentlichkeit von einer Randnotiz zu einem zentralen Thema geworden. Die Paralympics sind den kaum beachteten, schwachen Sendezeiten entwachsen. Kein gnädiges, nachsichtiges Würdigen rührender Szenen mehr, die Medaillengewinner wurden im ausverkauften Londoner Olympiastadion von 80.000 Zuschauern und einem Millionenpublikum an den Fernsehgeräten bejubelt.

Auch die "Salzburger Nachrichten" haben den Behinderten-Spielen in den vergangenen eineinhalb Wochen einen hohen Stellenwert eingeräumt, haben die paralympischen Sportler doch eine wesentliche Botschaft zu verbreiten, die auch für alle nichtbehinderten Menschen von Bedeutung ist: Hoffnung. Wie diese Sportler mit ihrem persönlichen Schicksal umgehen, ringt tiefsten Respekt ab. Wer dann noch sportliche Höchstleistungen bringt und an seine physischen Grenzen oder sogar darüber hinaus geht, der verdient nicht Mitleid, sondern Bewunderung. Athleten wie der zweifache Goldmedaillengewinner Günther Matzinger oder Österreichs "Mr. Behindertensport" Thomas Geierspichler haben eine Vorbildwirkung, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Die Frage, ob die Leistungen der paralympischen Sportler in irgendeinen Vergleich mit denen der Nichtbehinderten zu setzen sind, ist völlig irrelevant. Mit den Paralympics in London haben sich die Behindertensportler emanzipiert. Was bisher das notwendige Anhängsel der Sommerspiele war, ist nun autark.

Der olympische Leitgedanke ("Dabei sein ist alles") zählt bei den Paralympics vielleicht sogar mehr als bei den Spielen der Nichtbehinderten. Denn Gewinner sind sie alle, die Tausenden Spitzensportler in ihren Rollstühlen, auf Krücken oder von fremden Händen geführt.

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KOMMENTARE (10)
 

wnobbe

22.01.2013 
07:32 Uhr

Bei der Nationalratswahl wird man die Parteien daran messen, wie weit sie ihre Versprechen zur Reform der Wehrpflicht halten, ob sie für das Volk, oder nur für ihren eigenen Erfolg arbeiten.

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Johann Weilharter

21.01.2013 
13:44 Uhr

Wenigstens diese Ohrfeige braucht LH-Frau Burgstaller nicht entgegennehmen.

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LightCurves

21.01.2013 
13:34 Uhr

Herr Purger wie immer mit einem Kommentar, der direkt aus der Parteizentrale stammen könnte.

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