| Standpunkt

Obama handelt aus Kalkül

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Der Schritt der USA ist wichtig. Doch das Motiv ist weder internationales Recht noch Sorge um die Menschen.

Endlich beziehen die USA Stellung. Zweieinhalb Jahre lang machte Präsident Barack Obama Ausflüchte, die Syriens Herrscher Baschar al-Assad in die Hände spielten. Während ihm der Iran, Russland und die libanesische Hisbollah-Miliz handfeste Hilfe leisteten, schwere Waffen und sogar Soldaten stellten, konnten die Rebellen höchstens mit Solidaritätsbekundungen rechnen. Doch mit Lebensmittelkonserven, Pflastern und Kopfschmerztabletten konnten sie keinen Krieg gegen einen Diktator gewinnen, der Raketen, Panzer und Kampfbomber gegen die eigene Bevölkerung einsetzt. Ach ja, und Giftgas. Dass Obama sich endlich dazu durchrang, den Rebellen Waffen zu liefern, entspringt nicht internationalem Recht oder der Sorge um die Zivilbevölkerung, sondern strategischem Kalkül. Das Regime bekam zuletzt Oberhand - ein Sieg Assads aber wäre ein zu großer Rückschlag für westliche Interessen.



 
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