| Standpunkt

Der Seiltanz in der EZB

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Der Kampf, Griechenland mit dem Geld der anderen Mitglieder in der Eurozone zu halten, steuert auf einen kritischen Punkt zu.



Sollten nicht genügend Privatgläubiger am Schuldenschnitt teilnehmen, ist auch das 130-Mrd.-Euro-Hilfspaket Makulatur, und es wird im Gebälk der Eurozone laut krachen. Und wieder wird die Debatte losgehen, ob die Strategie, die Griechen finanziell über Wasser zu halten, richtig ist. Eine Debatte, die in der EZB schon geführt wird. Bundesbank-Chef Jens Weidmann teilt Präsident Mario Draghi öffentlich mit, dass er dessen Politik für falsch hält. Draghi flutet die Märkte mit Geld. 1,1 Bill. Euro wurden an Banken verliehen, die damit Anleihen finanziell geplagter Staaten kaufen. Dass das nicht reicht, um der Schuldenkrise zu entrinnen, weiß Draghi. Er setzt auf Zeit, doch Weidmann und andere werden ungeduldig. Sie stört nicht nur, dass Euro in rauen Mengen gedruckt werden. Offenbar sind im EZB-Turm einige der Meinung, in Athen sollten bald wieder Drachmen aus der Notenpresse fallen. Der Seiltanz in der EZB ist gefährlich.

 
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KOMMENTARE (1)
 

Johann Weilharter

27.12.2012
20:28 Uhr

Der Herr Stronach kandidiert als Spitzenkandidat in NÖ, will aber nicht in den Landtag. Was soll das?

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