Salzburg | Standpunkt

Eine Instanz gegen letzte Zweifel

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Die Österreicher haben gelernt, bei Postenvergaben besonders skeptisch zu sein.

37 haben sich um die Leitung der Finanzabteilung beworben. Geworden ist es keiner von ihnen, sondern ein alter Bekannter aus dem Landesdienst, nämlich der bisherige Leiter der Sozialabteilung.

Und obwohl rechtlich und fachlich nichts an dieser Bestellung auszusetzen ist, bleibt ein schaler Nachgeschmack. Waren alle 37 Bewerber tatsächlich ungeeignet? Oder gab es andere, verborgene Gründe, dass keiner von ihnen zum Zug gekommen ist?

Diese Fragen kann niemand mit letzter Sicherheit beantworten. Zum selbstverständlichen Schutz der Beteiligten darf niemand in die Bewerbungsunterlagen schauen. Gleichzeitig aber hat man in Österreich über Jahrzehnte gelernt, bei Jobvergaben im öffentlichen Bereich ganz besonders skeptisch zu sein.

Wie angenehm wäre es daher, gäbe es eine unabhängige und vertrauenswürdige Instanz, die bestätigen könnte: Alles in Ordnung und mit rechten Dingen zugegangen. Das würde denjenigen stärken, der letztlich zum Zug gekommen ist. Das würde der Politik Glaubwürdigkeit zurückgeben, die sie über Jahrzehnte der Parteibuchwirtschaft verspielt hat.

 
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KOMMENTARE (1)
 

Johann Weilharter

27.12.2012 
20:28 Uhr

Der Herr Stronach kandidiert als Spitzenkandidat in NÖ, will aber nicht in den Landtag. Was soll das?

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