Salzburg | Standpunkt

Wider die Vernunft

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Wer Geld hat, schafft an, heißt es bekanntlich. Und an Geld mangelt es dem Gumpoldskirchner Konzern Novomatic bestimmt nicht.



Der internationale Glücksspielmulti hat die Mittel, um in Salzburg praktisch jedes Gebäude zu kaufen, das er haben möchte. Sollte die Novomatic heuer auch die nötige Lizenz von der Republik erhalten, steht dem Plan eines Großflächencasinos im Hotel Stein nichts mehr im Wege.

Nichts außer der Vernunft und dem Hausverstand. Denn: Novomatic hat die Stadtpolitik und die regionale Wirtschaft gegen sich. Die lokale Polizei zürnt ebenso - und wird Casino wie Besucher wohl mit Argusaugen beobachten. Wo 800 Gäste pro Tag parken sollen, ist schwer vorstellbar. Ebenso, wie das bestehende Hotel überleben soll, nachdem die ersten drei Etagen für die Spielbank amputiert wurden. Daneben drohen Probleme mit Denkmalschutz und Baupolizei.

Schwerer noch wiegt das emotionale Moment: Das "Stein" ist für die Salzburger eine Institution, ein Gebäude mit sentimentalem Mehrwert. Das Lokal auf der Dachterrasse gehört zu den beliebtesten der Stadt, die Immobilie liegt im Herzen des Weltkulturerbes.

Muss hier unbedingt ein 24-Stunden-Casino entstehen - mit allen Nebenwirkungen? Diese Frage würden die meisten Salzburger wohl überzeugt mit "Nein" beantworten. Das Konzept der Novomatic kann trotzdem aufgehen. Aber der Konzern verscherzt es sich schon jetzt mit allen, auf die er später angewiesen ist.

 
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KOMMENTARE (4)
 

Josef Penzendorfer

19.01.2013 
20:20 Uhr

Ich schätze als langlähriger Abonnent der SN Ihre Arbeit sehr; was die Wr. Medien im Zusammenhang mit der Volksbefragung angerichtet haben - "Heute" & "Österreich" blättere ich leider ab und zu während einer Bahnfahrt durch, um mich im Nachhinein stets sehr darüber zu ärgern -, ist freilich unter jeder Kritik. Leider musste ich aber feststellen, dass diesmal auch sehr renommierte Zeitungen - und die Ihre zähle ich dazu - zumindest leicht tendenziös (für Berufsheer) berichtet haben. Schade!

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Herbert Langegger

19.01.2013 
15:49 Uhr

Die Schlussfolgerung ist grundfalsch. Direkte Demokratie gehört nicht boykottiert sondern weiter ausgebaut. Dass der Großteil (nicht alle!) der Beamten und Politiker unfähig und korrupt ist, ist hinlänglich bekannt. Also haben wir unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen, oder?

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Anton Wagner

19.01.2013 
11:30 Uhr

Dieser Bericht ist eine Sensation an Wahrheit Den man nur sehr selten zu lesen bekommt. Leider etwas spät. Die vom Wähler in Auftrag gegebenen Arbeiten an die Politik sind in dieser Periode nicht im geringstem erfüllt worden. Diese Regierung hat nur mit altem Schmutz sich gegenseitig beworfen. Und aus den Fehlern der Vergangenheit keinen Millimeter gewichen. Ein solches Wirtschaften wurde bei der Gründung der 2. Republik sicher nicht in die Wiege gelegt. Eine Schande was diese letzten 2 Ge

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Mag. Andreas Bl

19.01.2013 
11:29 Uhr

Ist "Wahl" eine Lösung, deren Resultat man nicht kennt, weil vorsorglich alles schwammig und nebulos gelassen wurde, eine Lösung? Ist nichtwählen besser, weil es in dem Fall Ausdruck von Protest gegen diese einfach nur dumme Befragung ist? Würde theorethisch jeder wählen gehen, weil´s sich demokratisch so gehört, könnte die Regierung mit Fug und Recht auf die große Zustimmung u. Aktzeptanz der Befragung wie auch für die gewählte Variante Variante verweisen. So wird sie es nicht können.

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