| Standpunkt

Wenn es reicht, dann reicht es

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Die Wählerinnen und Wähler sind nicht bereit, Misswirtschaft zu akzeptieren. Politiker, fürchtet euch.



Eigentlich waren es nur Landtagswahlen. Trotzdem haben die Ergebnisse der Urnengänge in Kärnten und Niederösterreich weit über die beiden Länder hinaus bei politisch interessierten Menschen für Aufmerksamkeit gesorgt. Schließlich steht im Herbst die Nationalratswahl an, bei der es um die ganze Macht in Österreich geht.

Kein Wunder also, dass sich auch die Bundesparteien freuen, wenn ihre Gefolgsleute in den Bundesländern erfolgreich sind und ein wenig Glanz auf sie abfällt.

So jubelt die SPÖ über ihr Ergebnis in Kärnten, die ÖVP über ihres in Niederösterreich. Auch die Grünen und das Team Stronach sind zufrieden. Für die FPÖ Heinz-Christian Straches hingegen war es ein rabenschwarzer Tag.

Wenn es aber einen wirklichen Trend bei diesen Landtagswahlen gab, dann den: Die Bürgerinnen und Bürger sind nicht mehr bereit, auf Dauer Misswirtschaft und Korruption hinzunehmen. Wer nicht anständig arbeitet, der wird abgewählt. Auf Dauer wollen die Bürgerinnen und Bürger Ergebnisse sehen und nicht am Schmäh gehalten werden.

Darum ist das Wahlergebnis für die Bundesregierung gar nicht erfreulich. Denn wenn sich die Wählerinnen und Wähler auch nur ein wenig daran erinnern, welche Korruptionsskandale in den vergangenen Jahren bekannt wurden, dann sieht es für SPÖ und ÖVP nicht besonders gut aus. Wenn sich die Bürgerinnen und Bürger dann noch überlegen, wie schwer sich die Regierung tut, Reformen umzusetzen, die Österreich zukunftsfit machen sollen, wird die Situation für Werner Faymann und Michael Spindelegger nicht besser.

Aber auch in Tirol und Salzburg müssen der Landeshauptmann bzw. die Landeshauptfrau um ein gutes Wahlergebnis zittern. Günther Platter, der seit Monaten von einem Fettnäpfchen ins nächste hüpft, ist gerade dabei, der ÖVP ein Wahlergebnis deutlich unter 40 Prozent zu bescheren. Gabi Burgstaller und ihre SPÖ müssen hingegen zittern, ob die Wählerinnen und Wähler ihnen den Finanzskandal nachsehen, den sie hauptsächlich zu verantworten haben. Das Superwahljahr 2013 wird anscheinend noch viel spannender, als viele gedacht haben.

 
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KOMMENTARE (1)
 

Der Deutsche

30.05.2013 
11:21 Uhr

"Sperrt den Großglockner einfach zu! Nur dann strömt frische Luft in Hirne, die sonst bloß an das Geschäft denken. " Warum so in die Ferne schweifen Herr Flieher, dieses Problem existiert in Österreichs Alpen schon seit vielen Jahren (mit mehr Todesopfern). Und darf man in Nepal die Berge nicht "touristisch" erschließen?

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