| Standpunkt

Trauer und Angst nach dem Massaker im Kino

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Die Reaktion der Amerikaner auf den Tod von zwölf Menschen zeigt vor allem die Hilflosigkeit der Gesellschaft.



Das Batman-Massaker von Aurora hinterlässt einmal mehr Trauer, Wut und Ratlosigkeit über den sinnlosen Tod von zwölf Menschen und dem Leiden unzähliger anderer.

Wie konnte das passieren? Wäre die Bluttat mit strengeren Waffengesetzen vermeidbar gewesen? Und wie lässt sich so etwas in Zukunft verhindern? Es sind immer dieselben Fragen, die sich nach solchen Wahnsinnstaten stellen.

Von dem Schulmassaker im benachbarten Littleton über das Blutbad an der Virginia Tech in Blacksburg bis hin zu den Morden in Tuscon, Arizona - längst haben solche Ereignisse nicht bloß in den USA ihren Platz. Sie gehören leider auch in Europa zur Realität. Ob in Erfurt, Winnenden oder in Norwegen.

Was den 24-jährigen James Holmes in Aurora motiviert haben könnte, ist bisher ungeklärt. Wenn er um den anstehenden Jahrestag des Massakers in Norwegen gewusst hat, könnte dies der Hinweis auf irgendeine verquere Ideologie sein. Vielleicht handelte es sich um einen geistig Kranken. Oder um jemanden, der persönliche Rachegelüste befriedigte.

Eines lässt sich aber schon jetzt sagen. Verhindern lassen sich solche Bluttaten nicht. Insbesondere dann nicht, wenn sie von sogenannten "einsamen Wölfen" geplant und ausgeführt werden. Außer Wachsamkeit der eigenen Umwelt gegenüber gibt es keinen Schutz dagegen.

Das ist die frustrierende Erkenntnis der langen Blutspur, die sich durch verschiedene Kontinente, Zeiten und Gesellschaften zieht.

So verständlich der Wunsch ist, Erklärungen zu finden, so sehr muss man sich davor hüten, simplen Reflexen zu erliegen. Wie etwa der Behauptung, strengere Waffengesetze könnten Amokläufer stoppen. Die Erfahrungen in Ländern, die solche Gesetze haben, liefern dafür keinen Anhaltspunkt.

Rigidere Regeln für den Besitz von Waffen helfen in erster Linie, tödliche Unfälle zu vermeiden. Deshalb wird es in den USA höchste Zeit, den Waffenkult zu beenden und den Zugang zu Schießeisen zu erschweren. Doch zu allem entschlossene Kriminelle, Irre oder Terroristen lassen sich dadurch leider nicht stoppen.

Die Wahrheit ist, dass sich Ereignisse wie in Aurora wiederholen werden, an irgendeinem Ort der Welt. So sprachlos und betroffen das auch jedes Mal macht, so wenig wird sich daran ändern lassen. Es ist die Realität des Bösen, das in solchen Momenten seine Fratze zeigt.

 
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KOMMENTARE (1)
 

Der Deutsche

30.05.2013
11:21 Uhr

"Sperrt den Großglockner einfach zu! Nur dann strömt frische Luft in Hirne, die sonst bloß an das Geschäft denken. " Warum so in die Ferne schweifen Herr Flieher, dieses Problem existiert in Österreichs Alpen schon seit vielen Jahren (mit mehr Todesopfern). Und darf man in Nepal die Berge nicht "touristisch" erschließen?

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