Standpunkt

36.000 Euro Sozialhilfe pro Jahr statt Arbeit

Wie ein Flüchtling seinen bezahlten Job sein ließ und nach Wien übersiedelte, weil er dort mehr Geld in Form von Sozialhilfe bekam.

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Der Salzburger Hotelier und Nationalrat der Neos, Sepp Schellhorn, hat sein Herz für Flüchtlinge nicht nur einmal bewiesen. Monatelang hat er ein Personalhaus für deren Unterbringung zur Verfügung gestellt und den niedrigen Erlös gespendet. Viele beherbergt er heute noch. Einigen gibt er sogar Jobs.

Einer christlich syrischen Familie vermittelte Schellhorn in Gastein eine Gratis-Wohnung, den Mann stellte er zuerst auf einer Skihütte ein, dann als Hausmeister für 1900 Euro brutto im Monat. Das nennt man gelebte Integrationsbemühungen.

Doch der großzügige österreichische Sozialstaat und eine Hilfsorganisation öffneten dem guten Schellhorn und uns jetzt die Augen. Dem Flüchtling wurde bei einem Besuch in Wien vorgerechnet, was es finanziell hieße, wenn er mit seiner Frau und den bald vier Kindern (die Frau ist mit Zwillingen schwanger) aus den Bergen in die Bundeshauptstadt übersiedelt: 25.600 Euro Mindestsicherung pro Jahr (pro Erwachsenen 620 Euro, pro Kind 223 Euro), 3725 Euro für die Deckung des Wohnbedarfs, 6800 Euro Familienbeihilfe, 3910 Euro verschiedene Absetzbeträge. Alles zusammen ergibt das rund 36.000 Euro im Jahr. Der Mann kehrte seinem Mentor den Rücken, kündigte und zog nach Wien. Job hat er jetzt zwar keinen mehr, aber mehr Geld.

Jetzt reden wir immer davon, dass Sozialhilfe für all jene geleistet werden soll und muss, die auch Hilfe nötig haben. Daran gibt es nichts zu rütteln. Im konkreten Fall geht es jedoch um jemanden, der bis dahin ganz gut auf eigenen Beinen stehen konnte. Auch, weil ihm ein einheimischer Unternehmer geholfen hat.

Durch eine Hilfsorganisation wird der Mann darauf aufmerksam, was der Sozialstaat Österreich für ihn und seine Familie bereit hält. Kein Wunder, wenn er sich denkt: Du wirst doch nicht dumm sein und für wenig Geld hier in Salzburg arbeiten, wenn es in Wien ohne Arbeit mehr gibt.

Wer solche leistungsfeindlichen Rahmenbedingungen schafft, macht sich schuldig an der Aushöhlung des Sozialgedankens. Er macht sich schuldig an der anschwellenden Debatte über Sozialschmarotzertum. Und er hat die schleichende Unterwanderung jeglicher Solidarität mit zu verantworten.

Integration wird auch dadurch gefördert, dass man Hilfsbedürftigen unsere Werte vermittelt. Dazu gehört auch der Gedanke, dass sich Leistung und Engagement lohnen sollen. Hier ist das Gegenteil der Fall. Österreich ist aus dem Gleichgewicht geraten.

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KOMMENTARE (31)
 

Maik

27.02.2016 
10:38 Uhr

An FH. "Das ist tausendfach beweisbar". Dann nennen Sie doch die Quellen ,statt nur allgemein etwas abzusondern. Ich wiederhole: Wenn das die Staatsanwaltschaft liest, werden Sie es vor Gericht beweisen müssen!!

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FH

27.02.2016 
22:59 Uhr

Die STA sollte besser dem gegeben Anfangsverdacht bei der Sbg. LReg. (einzelner Mitglieder) hinsichtlich allfälliger Untreue (STGB) nachgehen, mit Wohnbau-förderungsmittel, die die AN zahlen (Inländer und arbeitende Ausl.) nun sogar Wohnungen für fremde Zuwanderer, Asylwerber (nicht EU) zu finanzieren. Und nicht etwa für die Jugend des Landes. Das scheint mir Amtsmißbrauch zu sein, weil da mE. keine landesgesetzliche ZuständigKeit und Befugnis besteht. Unterbringung ja, Bauten nein.

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Maik

28.02.2016 
19:21 Uhr

An FH "Die STA sollte besser...." Wieder keine Fakten, nur dumpfe Verdächtigungen . Können Sie keinen realen Bezug zur Welt herstellen und unterscheiden von dem was ist und dem was sein könnte. Einfach nur so dahin phantasieren......

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gc

27.02.2016 
08:46 Uhr

Ich stimme Ihnen zu, Maik!

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gc

27.02.2016 
08:38 Uhr

Vielen Dank Maik für diese Kritik an Hr. Perterer's Artikel. Wir haben SN in abbo seit Jahren (!) weil wir glauben das diese eine Qualitätszeitung ist (?), aber diese Beitrag hat meine Meinung geändert. Ich bin auch sehr enttäuscht! Weiter so, Maik! (sorry, German is not my mother tongue. I hope you understand what I mean and my grammar!)

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