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Olympiasieger sahnen ab

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Ein paar Gewinner der olympischen Winterspiele 2014 stehen jetzt schon fest. Die Korruption im beliebtesten sowjetischen Kurort steigt ins Unermessliche.

ass Sotschi alle Arten von Begehrlichkeiten wecken würde war in dem Augenblick klar, als das olympische Komitee den Beschluss fasste, die olympischen Winterspiele 2014 ausgerechnet im liebsten Badeort aller Sowjetbürger zu veranstalten. Denn Sotschi war zu jenem Zeitpunkt keineswegs gerüstet für die Austragung eines solchen sportlichen Großereignisses. Es fehlte damals an allem. An Infrastruktur ebenso, wie an geeigneten Veranstaltungsorten.

Seither sind märchenhafte Geldsummen in die Stadt am Meer und nach Krasnaja Poljana in den Bergen oberhalb von Sotschi geflossen - oder hätten dorthin fließen sollen. Tatsächlich aber ist ein großer Teil jener Milliarden, die dazu herhalten sollten die Stadt und das Umland für die Spiele fit zu machen, einfach in den Taschen all jener verschwunden, die vom ersten Augenblick an fest entschlossen waren, an dem Großereignis so viel wie möglich zu verdienen - und das mit so wenig Arbeitsaufwand, wie möglich. Das waren vor allem hochrangige Beamte. Die ließen sich für Baugenehmigungen oder sogar auch nur für die Fortsetzung bestimmter Bauvorhaben fürstlich entlohnen. Fürstlich heißt - Rubel-Milliarden oder Euro-Millionen.

Kein Wunder, dass die vorhergesehenen Kosten des Projektes schon jetzt so weit überschritten sind, dass darüber in Russland nicht mehr gesprochen werden darf. Ebenso wenig, wie über die galoppierende Korruption rund um die Stadt am Schwarzen Meer. Und auch die Tatsache, dass Russlands Superreiche von Präsident Putin de facto dazu gezwungen wurden, sein Lieblingsprojekt, diese olympischen Winterspiele nämlich, zu finanzieren, ist in Russland ein Tabu-Thema - obwohl es wohl im ganzen Land niemanden gibt, der an all diesen Tatsachen irgendwelche Zweifel hegt.

Sotschi ist Putins Prestigeprojekt, das jeden finanzielle Aufwand lohnt. Sotschi ist aber auch ein Phänomen der ganz besonderen Art. Denn gerade weil es Putins Lieblingsprojekt und daher seit Jahren in der russischen Öffentlichkeit präsent ist, hat es besonders viele Anwärter auf wenigstens einen kleinen Teil des riesigen Kuchens. Gleichzeitig allerdings dürften die Spiele und das wirtschaftliche Rundherum die bisherige Struktur des Ortes völlig zerstören. Die Grundstückspreise sind seit der Bekanntgabe der Austragung der Winterspiele 2014 ins Unermessliche gestiegen, örtliche Kleinunternehmer sind weitgehend verdrängt worden.

Man muss davon ausgehen, dass Sotschi nach den Winterspielen 2014 veröden wird. Denn die, die tatsächlich dort leben, werden sich dann nicht nur die Wohnungen nicht mehr leisten können, sondern die Lebenshaltungskosten insgesamt. Auch deshalb blüht die Korruption - denn die sich bezahlen lassen, wissen, dass ihr Leben nach den Spielen um sehr viel mehr teurer sein wird. Das alles scheint den Präsidenten nicht zu interessieren. Er ist in Siegerlaune.

 
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KOMMENTARE (8)
 

b.urlaub

05.02.2013
11:39 Uhr

Warum meinen manche, sie müssen auf Menschen treten, die schwach sind und im Leben nicht Fuß fassen können. Dieser ewigen Vergleich mit arab. Ländern ist nicht angebracht. Wir sollten unsere Kultur repräsentieren, da gilt nicht Aug für Aug, oder? Jeder mensch sollte Überlebensmöglichkeiten haben, hieru nd anderswo. Mensch ist Mensch. Was wissen wir, was wir alles versäumen, weil wir hart sind und ablehnen.Wir verlieren selber, Hunität nd Frieden.

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Sylvia Winter

30.01.2013
17:55 Uhr

Gebt Ihnen die Arbeitsgenehmigung oder macht die augen zu wenn sie was arbeiten wie hier in den Staaten .

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Iv Svet

30.01.2013
10:32 Uhr

Ich bin auch eine ausländische Studentin, die mehr möglichkeiten als Flüchtlingen habe. Trotzdem es ist schwer zu einheimischen verstehen wie schwer ist es hier zu überleben, wenn du noch gerade keine arbeitserlaubnis hast, keine beschäftigung und ganz viel Zeit und wünsche irgendwas zu machen. Ich werstehe ganz gut diese Flüchtlinge. Warum gehen sie nicht ins Moschee? Ganz einfach, viele mögen ihre Religion nicht, auf die andere Seite sie demonstrieren,dass sie andere Kulturen auch akzeptieren.

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Herbert Dvorak

27.01.2013
20:49 Uhr

Zu Verfolgungen in islamischen Ländern: - Was wäre, wenn um ihres Glaubens willen verfolgte Christen eine Moschee besetzen würden? Sie wären in kürzester Zeit erschossen! - Oder Wiener würden unter Hinweis auf die Verfolgungen die Moschee auf der Donauinsel besetzen hier wäre sofort die Cobra als Räumkommando da! - Warum wählen Flüchtlinge nicht den Schutz in dieser Moschee? - Haben nicht jene Flüchtlinge Priorität, die keine Forderungen stellen, sondern dankbar für die Aufnahme sind?

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Erich Hametner

24.01.2013
07:50 Uhr

Lasst sie leben, lasst sie arbeiten! Ein Mensch der arbeitet und geld verdient, schafft als Konsument auch Kaufkraft und Arbeit, er nimmt also niemanden seine Arbeit weg! Man müsste wirklich einmal exakt wissenschaftlich untersuchen, wieviel Arbeit ein erwachsener Konsument, bzw. eine 4 köpfige Konsumentenfamilie schafft. Schon alleine deshalb, damit diesen ewiggestrigen Hetzern ein für alle mal der wind aus den segeln genommen wird!

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Helmut Czepe

23.01.2013
21:02 Uhr

Diese Flüchtlinge haben sich die Notlage und Kälte in der Votivkirche selbst zuzuschreiben, auch dass sie nun warme Kleidung, mehr Decken, mehr warme Schlafsäcke benötigen. Das und mehr (wie zB Essen) haben diese im Lager in Traiskirchen bekommen und sind (tlw rechtswidrig) von dort weggezogen. Warum ziehen diese gerade in die unheizbare Votivkirche und nicht zB in eine Moschee, wo die Räume viel niedriger und heizbar sind. Eine Moschee steht ihrem Glauben auch viel näher.

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Doris Pleva

23.01.2013
21:00 Uhr

Wow! Wie überall gibt es eben solche und solche... Diese jenen verlangen, meiner Meinung nach, nicht zu viel und nichts Unmögliches! Wenn auch die Arbeitlosigkeit selbst uns "Einheimische" enorm stark selbst betrifft und belastet, so sind sich doch "Herr und Frau Österreicher" immer noch für so manche Arbeit zu "gut" und diese Männer würden sie wohl mit Freude verrichten! Also, worauf warten..., liebe Regierungsbeamte?! Werdet endlich mal munter und tut was!!!

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Gerd Lehmert

23.01.2013
09:31 Uhr

Da kann man nur ehrfürchtig den Hut ziehen vor diesen Menschen, die selbst nicht mehr haben, als sie am Leib tragen. Sie haben uns auf eindrucksvolle Weise zu verstehen gegeben, dass der Gott der Muslime und der Gott der Christen eins sind - eine kräftige Ohrfeige an alle "Straches". Wie sagt doch dieser liebende Gott: "Was ihr einem dieser Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan!" Alle christlich denkenden, politisch Verantwortlichen im Land sollten die Asylpolitik gründlich überdenken.

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