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Gerhard Kuntschik und Michael Smejkal über die österreichische und internationale Eishockeyszene.

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Pagé sucht noch Langzeit-Legionär

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In der National Hockey League ist kein Ende des Arbeitskampfes abzusehen, womit ein Saisonstart immer noch in weiter Ferne ist. Das ermöglicht europäischen Klubs, NHL-Stars als Leiharbeiter für die Zeit des Arbeitskampfes drüben zu engagieren. Die drei Österreicher in der besten Liga der Welt sind bereits heimgekehrt: Thomas Vanek verhalf den Grazer 99ers Freitag im ausverkauften Liebenauer "Bunker" zu einem Shootout-Sieg gegen Zagreb, Andreas Nödl unterlag mit Innsbruck knapp in Stuhlweißenburg, Michael Grabner debütiert heute für seinen VSV, auch Znaim (Bickell), Wien (Potter) und Laibach (Mursak) haben sich verstärkt.

Und Ex-Meister Salzburg, dem ein "unbeschränktes" Budget nachgesagt wird? Der wartet ab - und änderte seine Strategie, wie Sportchef und Headcoach Pierre Pagé im SN-Gespräch verriet: "Wir wollen keinen Kurzzeit-Import, sondern einen Spieler, der uns helfen kann, und zwar über die gesamte Saison." Während Optimisten hoffen, dass die NHL am 1. Dezember oder am 1. Jänner mit neuem Kollektivvertrag eine reduzierte Saison beginnt, ist Pagé anderer Meinung: "Ich habe Informationen, dass der Arbeitskampf länger dauern und die Saison, wenn überhaupt, noch kürzer werden wird." Daher meint Pagé, dass eine sorgsame Evaluierung noch etwas Zeit braucht - und vielleicht ein "Knaller" zu haben sein könnte, der derzeit noch abwartet.

"Auf jeden Fall wird der Oktober ein kritischer Monat", erklärt der Frankokanadier und deutet an: Gegen Monatsende wird entschieden, "wer bleibt und wer gehen muss".

Inzwischen erregt aber die Untätigkeit der Referees und des neuen Disziplinarausschusses ("Department of Player Safety") den Unmut Pagés: "Wir haben eine Liste von Spielern, die durch nicht geahndete Fouls der Gegner lange außer Gefecht sind." Das sind Thomas Raffl (seit Lembachers Attacke in Graz), Kapitän Matthias Trattnig und Alexandre Grenier (seit dem Spiel in Linz) und nun Manuel Latusa, der nach einem Check eines Villachers eine Gehirnerschütterung erlitt und länger ausfallen wird. "Da gehen derzeit viele schmutzige Dinge vor sich, und niemand kümmert es", beschwert sich Pagé. Der auch noch nicht abschätzen kann, wie lange diese Leistungsträger ausfallen werden.

 
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