"Verrückte Sachen" in einem spektakulären Prozess
Von | 04.08.2012 - 14:59

Apple gegen Samsung - Unterschiede auf den zweiten Blick.
Die Apple-Spitze um Gründer Steve Jobs habe sich aber schließlich für den Einstieg ins Handy-Geschäft mit dem iPhone entschieden, sagte Marketingchef Phil Schiller im kalifornischen Patent-Prozess gegen Samsung. Apple will in dem Prozess beweisen, dass Samsung iPhone und iPad kopiert hat. Die Südkoreaner bestreiten, dass Apple mit seinen Geräten etwas wirklich Neues erfunden habe. Zudem werfen sie dem US-Konkurrenten vor, mehrere technische Patente zu verletzen. Apple und Samsung liefern sich bereits seit mehr als einem Jahr einen weltweiten Patentkrieg. Im Gegensatz zu vorherigen Verfahren etwa in Deutschland oder Australien müssen sie diesmal jedoch eine Jury überzeugen.
Tiefe Einblicke
Der Prozess in San Jose gibt aber auch einen einmaligen Einblick in das Innenleben von Apple, das bisher für äußerste Geheimniskrämerei bekannt war. So wurde bekannt, dass iTunes-Chef Eddy Cue sich schon seit Ende 2010 für ein kleineres iPad-Modell stark machte. Der damalige Konzernchef Jobs hatte zu dieser Zeit die Mini-Tablets der Konkurrenz wegen der Größe noch öffentlich als "Totgeburten" abgetan. Mittlerweile brodelt die Gerüchteküche allerdings wieder. Noch im September soll ein kleines iPad vorgestellt werden.Apple-Manager Scott Forstall, der die iOS-Softwareplattform von iPhone und iPad beaufsichtigt, zeichnete auch ein Bild von der absoluten Geheimhaltung, unter der das iPhone seinerzeit entwickelt wurde. So sei dafür ein ganzes Gebäude auf dem Apple-Gelände freigemacht worden. Die dafür rekrutierten Mitarbeiter mussten zusagen, bevor sie wussten, woran sie überhaupt arbeiten sollten.
Apples Werbe-Millionen
Die Aussage von Marketingchef Philip W. Schillers enthüllte auch, wie viel Geld Apple für Werbung ausgibt: Im vergangenen Geschäftsjahr waren es 228,6 Millionen Dollar für das iPhone und 307,7 Millionen Dollar für das iPad. Insgesamt seien 647 Millionen Dollar (528 Mio. Euro) in die Werbung für das iPhone gesteckt worden. Das Smartphone ist seit 2007 auf dem Markt. Für die zwei Jahre alte iPad-Linie seien insgesamt mehr als 457 Millionen Dollar ausgegeben worden.Der Marketingchef, der oft bei Apples Produktvorstellungen auftrat, erklärte vor den Geschworenen ausführlich Apples Vorwürfe gegen Samsung. Er sei "schockiert" gewesen, als er das Smartphone Galaxy S und das Tablet Galaxy Tab gesehen habe, sagte Schiller. "Ich dachte, sie werden unsere gesamte Produktpalette kopieren."
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