Megaupload-Chef auf Kaution entlassen
Von Apa/dpa | Aktualisiert vor 91 Tagen

Medienrummel bei der Freilassung. Bild: SN/apa (epa)
Bei der Anhörung vor einem Gericht in Auckland hatte der Richter am Mittwoch keine besondere Fluchtgefahr erkennen können. Über eine Auslieferung in die USA will das Gericht erst im August beraten.
"Es macht den Anschein, als habe er allen Grund hierzubleiben, mit seiner Familie zusammen zu sein und darum zu kämpfen, sein erhebliches Vermögen zu behalten", sagte Richter Nevin Dawson am Mittwoch zu einer Fluchtgefahr des Deutschen. Zu den gegen Dotcom, wo ihm massive Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen werden, verhängten Auflagen gehört, dass er bis auf weiteres weder das Internet noch Hubschrauber benutzen darf und sich nicht unangemeldet mehr als 80 Kilometer von seinem Anwesen nördlich von Auckland entfernen kann. Zunächst hatte ein anderer Richter eine Freilassung auf Kaution abgelehnt, da Fluchtgefahr bestehe.
"Ich bin einfach nur erleichtert, dass ich nach Hause gehen kann zu meinen drei Kindern und meiner schwangeren Frau", sagte Dotcom nach seiner Freilassung in die Fernsehkameras.
Die USA fordern eine Auslieferung der Megaupload-Verantwortlichen. Sie werfen ihnen vor, die inzwischen dichtgemachte Plattform zu einem der größten Umschlagplätze für illegale Kopien von Filmen und Musik gemacht zu haben. Den Rechteinhabern sei so ein Schaden von mehr als 500 Millionen Dollar entstanden. Erst am Wochenende legten die US-Behörden mit weiteren Vorwürfen nach. Die Beschuldigten weisen die Anschuldigungen zurück.
Dotcom wird es auf seinem Luxus-Anwesen in den kommenden Monaten weniger bequem haben als gewohnt: Die neuseeländischen Behörden hatten nach der Festnahme in großem Stil sein Vermögen beschlagnahmt, darunter den Fuhrpark mit vielen Luxus-Wagen.
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