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Einzigartiges Projekt: Satelliten-TV ohne Schüssel

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Revolution auf dem Fernsehmarkt? Ein niederösterreichisches Unternehmen bietet erstmals Satelliten-TV über Internet an.

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Bilder von der Satelliten-Farm im niederösterreichischen Retz. Bild: SN/VirtualSAT

Bilder von der Satelliten-Farm im niederösterreichischen Retz.

Bild: SN/VirtualSAT

Bilder von der Satelliten-Farm im niederösterreichischen Retz. Bild: SN/VirtualSAT

Bilder von der Satelliten-Farm im niederösterreichischen Retz.

Bild: SN/VirtualSAT

Bilder von der Satelliten-Farm im niederösterreichischen Retz. Bild: SN/VirtualSAT

Bilder von der Satelliten-Farm im niederösterreichischen Retz.

Bild: SN/VirtualSAT

Josef Himmelbauer, Entwickler von „VirtualSAT“, gemeinsam mit seiner Tochter Eva-Maria (im Unternehmen zuständig für PR und Marketing). Bild: SN/WKÖ/foto4u

Josef Himmelbauer, Entwickler von „VirtualSAT“, gemeinsam mit seiner Tochter Eva-Maria (im Unternehmen zuständig für PR und Marketing).

Bild: SN/WKÖ/foto4u


Das Problem dürfte vielen bekannt vorkommen: Man will Satelliten-TV nutzen, hat aber keine Empfangsschüssel auf dem hauseigenen Dach. Die einzige Alternative war bislang Kabel-Fernsehen, entweder analog oder digital (etwa A1 TV). Nun gibt es eine weitere, angeblich weltweit einzigartige Option - und diese kommt auch noch aus Österreich. Ein Kleinunternehmen aus Niederösterreich bietet virtuelles Satelliten-TV an: "Unser patentiertes System stellt Satellitenempfangsanlagen via Internet zur Verfügung. Das heißt: Der Nutzer kann auf PCs, Smartphones oder Tablets Satelliten-TV empfangen - und braucht dafür nur einen Internetanschluss", beschreibt Josef Himmelbauer, Entwicklungspartner um "VirtualSAT". Das Angebot ist aber auch über TV nutzbar: "Man muss nur seinen Internetanschluss mit einer Set-Top-Box (einem Receiver, Anm.) verbinden." Kurz nach dem Start nutzen bereits 15.000 Personen VirtualSAT.

Über 1000 Sender geplant

Aktuell werden rund 100 Sender angeboten. Der ORF und eine Vielzahl weiterer Sender soll bis Anfang 2013 folgen: "Wir werden alles anbieten, was frei über Satellit empfangbar ist, also über 1000 Sender." Darunter sollen auch eine Reihe "von arabischen und türkischen Sendern sein, was das Angebot gerade für den städtischen Bereich interessant macht." Der Preis für den Service kann sich sehen lassen. Himmelbauer: "Aktuell berechnen wir 4,90 Euro im Monat." Zudem ist es auch möglich, das Angebot nur ab und an zu nutzen: "Das Ganze funktioniert wie ein Wertkarten-Handy. Wenn Sie einmal bei uns registriert sind, können Sie die Pakete jederzeit aktivieren, etwa auch nur für einen Tag."

Für die Ausstrahlung des Angebots sorgt eine Satelliten-Farm in Retz (Weinviertel). Weitere firmeneigene Empfänger stehen in Wien und London. "Farmen" in Nordamerika, Asien und Afrika seien zudem "bereits in Planung".

Kein HD-Empfang möglich

Was auf den ersten Blick wie die perfekte Alternative zu Kabel-TV anmutet, hat aber auch Nachteile: Über VirtualSAT kann kein Pay-TV empfangen werden, zudem ist das Angebot nicht HD-kompatibel. Himmelbauer: "Wir bieten kein HD, aber doch zwei Qualitätsstufen an, wobei die obere schon sehr nahe an HD herankommt." Die Konkurrenz sieht das anders. "Die Auflösung, die auf größeren TV-Schirmen geboten wird, ist zumindest fraglich", erklärt Livia Dandrea, Pressesprecherin von A1. "Generell handelt es sich um eine interessante Idee, aber unserer Meinung nach nicht um ein massenmarkttaugliches Produkt." Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei VirtualSAT "eher was für Technikfreaks". Zudem sei auch die rechtliche Lage "fraglich". Zumindest in diesem Punkt hält Himmelbauer dagegen: "Wir investieren rund 50 Prozent des Budgets (großteils über private Investoren gesichert, Anm.) in die rechtliche Absicherung".

Auch UPC bleibt angesichts der neuen Konkurrenz gelassen. Pressesprecher Siegfried Grobmann: "Im Vergleich zu VirtualSAT bieten Kabelanbieter ein Fülle an Dienstleistungen und Services, etwa Sender in High Definition und Video-on-Demand." Parallel wird auf den "professionellen Support bei möglichen Fehlfunktionen" verwiesen. "Daher sehen wir keine Gefahr für unseren TV-Dienst".

Bald fix in Samsung-TVs

Um diese Nachteile auszugleichen, will VirtualSAT noch einschneidend nachlegen: Gutscheine für Empfangspakete sollen künftig auch an Trafiken oder Tankstellen zu erwerben sein. Außerdem stehe man gerade mit Samsung, dem weltweit größten TV-Hersteller in Verhandlung: "Wenn alles glatt geht, wird in den neuen Samsung-Modellen VirtualSAT automatisch implementiert sein", erklärt Himmelbauer. Auf lange Sicht soll sich sogar das Geschäftsmodell selbst ändern: "Unser Ziel ist es, den Service kostenlos anzubieten." Das Budget soll dann auf anderem Weg gesichert werden: "Durch unsere Technologie kann genau nachvollzogen werden, von wo ein Nutzer zugreift. Eine gute Gelegenheit für die Werbewirtschaft, perfekte lokale Werbefenster zu schalten."

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KOMMENTARE (2)
 

Redaktion Salzburger Nachrichten

13.10.2012 
13:20 Uhr

ad Bernhard: Wie im ersten Absatz kurz vermerkt, gehört A1 TV in die Kategorie "Digitales Kabel-Fernsehen" (http://is.gd/RRatA9). Der große Unterschied: Satelliten-TV wird über eine Satellitenschüssel bezogen (bislang nur analog, nun auch virtuell möglich).

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Bernhard Stockinger

13.10.2012 
13:20 Uhr

Was ist der Unterschied zwischen Satelliten-TV und z.B.: A1-TV?

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