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Bombenzuspruch auf Facebook

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Die Facebook-Seite "Rettet die Niemetz Schwedenbombe" gibt es schon seit einem halben Jahr. Berühmt wurde sie erst jetzt. Wie sehr, erstaunt auch ihre Gründerin.

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Beispiele für – mehr oder minder – erfolgreiche Facebook-Kampagnen. Bild: SN/screenshot

Beispiele für – mehr oder minder – erfolgreiche Facebook-Kampagnen.

Bild: SN/screenshot

Beispiele für – mehr oder minder – erfolgreiche Facebook-Kampagnen. Bild: SN/sn

Beispiele für – mehr oder minder – erfolgreiche Facebook-Kampagnen.

Bild: SN/sn

Beispiele für – mehr oder minder – erfolgreiche Facebook-Kampagnen. Bild: SN/sn

Beispiele für – mehr oder minder – erfolgreiche Facebook-Kampagnen.

Bild: SN/sn

Beispiele für – mehr oder minder – erfolgreiche Facebook-Kampagnen. Bild: SN/sn

Beispiele für – mehr oder minder – erfolgreiche Facebook-Kampagnen.

Bild: SN/sn




Petra Baumgartner kommt mit dem Klicken nicht mehr nach. Stundenlang war die 36-jährige Notfallärztin aus Graz am Dienstag damit beschäftigt, die über 6000 neuen Mitglieder auf ihre Facebook-Seite hinzuzufügen. Sie ist Gründerin der Solidaritätsbewegung "Rettet die Niemetz Schwedenbombe", die Österreich gerade erfasst. Wegen ihr kommt es zu regelrechten Schwedenbomben-Hamsterkäufen im ganzen Land.

Baumgartner ist selbst erstaunt über den enormen Zuspruch. Sie hat die Facebook-Seite vor einem halben Jahr eingerichtet, als im Sommer erste Berichte über finanzielle Nöte der Firma Niemetz auftauchten. "Nach einem Monat hatte meine Gruppe rund 1500 Mitglieder. Da dachte ich, dass sind viele", erzählt sie den SN.

Verglichen mit den bald 30.000 Fans von "Rettet die Niemetz Schwedenbombe" ein Klacks, wie Baumgartner heute weiß. Wie sie sich den plötzlichen Erfolg erklärt? "Ich glaube, dass viele so wie ich mit der Schwedenbombe aufgewachsen sind. Es darf nicht sein, dass es dieses Pop-Produkt nicht mehr gibt", sagt sie.

"Clicktivism" bzw. "Klicktivismus" nennt sich diese Form des Internetaktivismus, der Tausende Nutzer dazu bringt, den "Gefällt mir"-Knopf auf Facebook oder Websites anzuklicken und diese Aufrufe - über Empfehlungen an die Freunde - wie ein Lauffeuer zu verbreiten.

Nicht immer führen sie - wie im Fall der "Niemetz Schwedenbombe" - zu einem Erfolg. Die Gruppe "Wir wollen Guttenberg zurück", zum Beispiel, gefällt beinahe 500.000 Facebook-Nutzern. Trotzdem ist der deutsche Ex-Außenminister Karl-Theodor zu Guttenberg seit seinem Rücktritt 2011 nicht in die Politik zurückgekehrt. Auch die Fans von "Wir wollen den Grand Prix der Volksmusik zurück" warten bisher vergeblich.

Vielleicht hat Matthias Dinkelmeier, der Gründer der Gruppe "Wir wollen Hansi im TV", mehr Glück. Der ORF hat nicht ausgeschlossen, dass Schlagersänger Hansi Hinterseer auf die TV-Bildschirme zurückkehren darf. Er hatte auch Rapper Sido nach dem Facebook-Aufruf "Wir wollen Sido zurück! Weg mit Heinzl" mit über 32.000 Clicks als Juror in die Castingshow "Die große Chance" zurückgeholt. Ursprünglich war Sido wegen der Rauferei mit Dominic Heinzl rausgeflogen.

Warum führen die einen Internetaufrufe zum Ziel, während die anderen trotz Tausender Unterstützer ungehört verhallen? Judith Denkmayr von Digital Affairs, einer auf Social Media spezialisierten PR-Agentur, glaubt, dass es auf die Betroffenheit, "den Leidensdruck" und auf den richtigen Zeitpunkt ankommt.

"Das funktioniert bei der Schwedenbombe, weil sie jeder mag und es um die Rettung in letzter Sekunde geht. Es ist auch kein großer Aufwand, in ein Geschäft zu gehen und Schwedenbomben zu kaufen", sagt sie. Dagegen sei es weitaus schwieriger, Demonstrationen über Facebook zu organisieren, zu denen die Menschen extra hingehen müssten. Social-Media-Experte David Röthler rät, Internetaktivismus jedenfalls nicht zu unterschätzen, egal, wie aktiv er betrieben wird. "Der Internetaktivismus spiegelt immer vorhandene Stimmungen in der Gesellschaft wider." Schwedenbomben-Erzeuger Niemetz hat das erkannt. Die Firma ist schon seit Monaten mit Facebook-Seiten-Gründerin Petra Baumgartner in Kontakt.

Mit der Zwillings-Facebook-Seite "Rettet die Niemetz-Schwedenbombe", die sich mit Bindestrich schreibt, hat Baumgartner übrigens nichts zu tun.

 
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KOMMENTARE (1)
 

Dennis Waltz

23.02.2013
20:54 Uhr

K.T. zu Gutteberg war nie deutscher Außenminister, sondern erst Wirtschafts- und dann Verteidigungsminister, bevor er zurücktreten musste!

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