Sommer, Meer und Quallenplage
Von | 06.08.2012 - 14:30

Bild: SN
Sommerurlauber an den europäischen Küsten müssen sich das Wasser häufig mit zwei glitschigen Tieren teilen: der harmlosen Ohrenqualle und der gelben Haarqualle. Mit Letztgenannter hat mancher Badegast schon Erfahrung gemacht. Bei Urlaubern ist sie unter dem Namen Feuerqualle berühmt-berüchtigt. Die verbrennungsähnlichen Hautblessuren durch Feuerquallen seien vor allem schmerzhaft, sagt Quallenforscher Lutz Postel vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde. Wirklich gefährliche Arten gebe es in Europa nicht. Ganz anders an der australischen Nordküste: Die Begegnung mit der dort heimischen Würfelqualle endet nicht selten mit einem Herzstillstand. Trotzdem graut es auch vielen europäischen Badegästen vor den "gatschigen" Meerestieren. Fischer ärgern sich über von Quallen verstopfte Netzen, Kinder zerhacken die am Strand angeschwemmten, scheinbar leblosen Medusenkörper mit der Schaufel. Beinahe wie von einem anderen Stern erscheinen die seltsamen Wesen, die zu rund 99 Prozent aus Wasser bestehen und weltweit in unterschiedlichsten Farben und Formen vorkommen.
Die Quallen sind nur ein Stadium in der Entwicklung der Nesseltiere: Mit dem Wechsel in die nächste Generation geht für die Tiere ein Gestaltwechsel vor sich. Während die eine Generation aus winzigen Polypen besteht, die auf dem Meeresgrund und auf Steinen siedeln, schwimmt die folgende Generation in Gestalt glibberiger Medusen durch die Meere. Welche Form gerade am Zug ist, hängt in Europa von der Saison ab. Im Winter gibt es Polypen, im Sommer Quallen. Und die betreiben Brutpflege wie andere Tiere auch. Mit ihrem Sehsinn unterscheiden sie hell und dunkel. "Das sind Sachen, die man normalerweise nicht so kennt und weiß, und daher sind die Tiere einem nicht so sympathisch", sagt Postel. Wann es zu besonders quallenreichen Jahren kommt, hätten die Wissenschafter mittlerweile herausgefunden, erläutert der Forscher. "Bei kalten Wintern pflanzen sich die Polypen besonders gut fort. Und wenn es kalte Winter sind und wir warme Sommer haben, in denen dann die Schirmquallen gut wachsen, dann haben wir, was die Biomasse angeht, biomassereiche Quallenjahre."
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KOMMENTARE (1)
Würtinger Peter
07.08.2012
13:53 Uhr
..darum immer ein Fläschchen Essig dabeihaben ist oft die wirkungsvollste Schnellhilfe - auch bei Bienenstichen empfehlenswert !
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