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Harte Schale, weicher Kern

Von | 16.07.2012 - 00:00

Hinter dem robusten Rumpf der neuen "MS Columbus 2" verbirgt sich die wohl stilvollste Art, die schönsten europäischen Hafenstädte zu bereisen.

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<strong>Eins von elfen:</strong> Das Pooldeck ist Konzertareal, Café, Schnabuliermeile und Relax-Zone in einem. Und wird manchmal zum Treffpunkt für Austernfischer.<?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?> Bild: SN/HAPAG LLOYD KREUZFAHRTEN

Eins von elfen: Das Pooldeck ist Konzertareal, Café, Schnabuliermeile und Relax-Zone in einem. Und wird manchmal zum Treffpunkt für Austernfischer.

Bild: SN/HAPAG LLOYD KREUZFAHRTEN

<strong></strong><strong>Lang gezogen:</strong> die Corniche an Nizzas Küste.<?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?> Bild: SN/MEISNITZER

Lang gezogen: die Corniche an Nizzas Küste.

Bild: SN/MEISNITZER

<strong>Schnittig</strong> auch im Hafen – die „MS Columbus 2“.<?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?><?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?> Bild: SN/HAPAG LLOYD KREUZFAHRTEN

Schnittig auch im Hafen – die „MS Columbus 2“.

Bild: SN/HAPAG LLOYD KREUZFAHRTEN

<strong>Austern</strong> am Pool.<?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?> Bild: SN/HUTTER

Austern am Pool.

Bild: SN/HUTTER

<strong>Lissabons</strong> Seefahrerdenkmal.<?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?> Bild: SN/VISITLISBOA.COM

Lissabons Seefahrerdenkmal.

Bild: SN/VISITLISBOA.COM


Präzise fährt die Klinge zwischen die Schalen. Gegen Tobias Schreibers Metallhandschuh nutzt auch der scharfkantige Perlmutt nichts - mit einem Knacken gibt die Auster nach und landet auf dem Eisbett, auf dem sich bereits andere "Fines de Cancales" türmen. Austern am Pool steht auf dem heutigen Vormittagsprogramm an Bord der "MS Columbus 2". Man gönnt sich ja sonst nichts. Und weil das Angebot im letzten Hafen, dem bretonischen Saint-Malo, gar so verlockend war, hat Küchenchef Schreiber zu seinen 1100 Austern auch gleich eine Ladung Meeresspinnen eingekauft. Diese hellroten Krabbenbeine geben jetzt einen hübschen Kontrast zum Gelb der Zitronen und dem Perlgrau der Muscheln. Darüber wölbt sich ein blauer Himmel.

Drängeln muss hier niemand. Es gibt genug für alle. Nizza, Lissabon, Saint-Malo - die Landgänge auf der Route des neuen Hapag-Lloyd-Kreuzfahrtschiffs sind nicht nur für die Passagiere spannend. Auch Küchenchef und Proviantmeister, beide gebürtige Österreicher, gehen auf Entdeckungstour durch die lokalen Märkte: Früchte, Gemüse, viele Gewürze und immer wieder fangfrischer Fisch. In Lissabon wird ein 53-Kilogramm-Thunfisch erbeutet, der später am Pooldeck zu deliziösem Carpaccio gesäbelt wird. Wer das nicht mag, geht auf eine Currywurst oder ein Rib-Eye-Steak mit Cesars Salad. Für jeden Gusto ist etwas dabei. Auf die Frage, welcher Bereich der wichtigste sei, sagt der Herr über fünf Küchen und 70 Mitarbeiter ohne zu zögern: "Die Crew-Küche. Wenn es dem Personal gut geht, geht es auch den Gästen gut."

Die haben keinen Grund zu klagen. Im Gegenteil. Statt rauem Wind und Wellen präsentiert sich der Atlantik in einem glatten Blaugrau. Der Golf von Biscaya wurde gestern durchpflügt, heute hält die "MS Columbus 2" Kurs auf den britischen Hafen Portsmouth. Dann die Durchsage des Kapitäns, bitte einmal nach steuerbord, also rechts, zu blicken. Der Kreuzer dort drüben sei die "Queen Elizabeth". Gipfeltreffen auf hoher See.

An Seetagen plätschert das süße Leben an Bord ruhig dahin. Ein ausgiebiges Frühstück, ein bisschen im Buch blättern am eigenen Balkon, die Füße hochgelagert, die Sonnenbrille auf der Nase. Hinter der Reling zieht das unendliche Azur vorbei. Und ja, die Landausflüge waren ein bisschen kurz, aber schließlich ist das hier ja eine Kreuzfahrt und man kann ja noch einmal nach Nizza, Lissabon oder London fahren.

Die "MS Columbus 2" ist der jüngste Neuzugang der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten. Das Schiff wurde im Jahr 1988 auf der französischen Werft STX France in Saint-Nazaire gebaut und im April 2012 zunächst für zwei Jahre gechartert. Binnen weniger Tage wurde das bisher für eine amerikanische Reederei fahrende Schiff "europäisiert", um den Vorgänger "Columbus" zu ersetzen. Jetzt gibt’s viel Platz auf dem Schiff, der "wahre Luxus auf See", wie Negar Etminan von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten betont, große Kabinen, mehr Sitzplätze im Restaurant als Gäste, einen Kids und Teens Club und einen großzügigen Nightclub mit Tanzfläche, wo früher einarmige Banditen standen.

Doch trotz Nachtleben und Langschläferfrühstück sind zwei Tage später Besatzung wie auch Passagiere bereits im Morgengrauen auf den Beinen. Der große Augenblick ist gekommen: Die "MS Columbus 2" läuft zum ersten Mal in ihren Heimathafen Hamburg ein. Die Elbe und der Himmel verschmelzen in milchigem Grau, an den verschlafenen Elbstränden links und rechts kuschelt sich noch der Morgennebel in die Baumkronen. Luxusvillen mit weiß umrandeten Fenstern lugen vom Hang herunter, dann heben sich die kantigen Konturen der Industriebauten und Kräne des Hamburger Hafens langsam aus dem Dunst. Auf der Brücke ist es ruhig. Der Lotse hat das Kommando übernommen, Kapitän Jörn Gottschalk hockt entspannt neben ihm. Der Seebär, der problemlos als jüngerer Bruder von Käpt’n Iglo durchgehen könnte, wird nach einem Tag Pause mit seiner "Columbus 2" wieder Kurs aufnehmen, mit neuen Gästen, diesmal Richtung Norden zu den norwegischen Fjorden. Das ist seine persönliche Lieblingsroute. Ein Trost dafür, dass er seine Familie - wie so viele hier an Bord - noch viele Wochen nicht sehen wird. Das und die Austern.

Informationen: Mit 349 geräumigen Kabinen, darunter 52 Penthouse-Suiten, ist die "Columbus 2" deutlich größer als ihre Vorgängerin, aber immer noch sehr kompakt, luxuriös und übersichtlich. Auf knapp 700 Passagiere kommen 377 Crew-Mitglieder.
www.hlkf.de; Passagen-TV unter www.hlkf.de/passagentv

SN-Leserreise "MS Columbus 2": Eine zehntägige Fahrt auf den "Spuren der Mauren", von Monte Carlo über Andalusien, Marokko und Portugal bis zur Blumeninsel Madeira ist als SN-Leserreise buchbar: von 27. Oktober bis 6. November 2012. Beratung und Buchung: Mediatour P. Meisnitzer Reisebüro GmbH, 5027 Salzburg, Franz-Josef-Straße 22, Tel.: 0662/88 26 270, www.mediatour.at

 
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