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Fallstricke im Urlaubsland

Von Kai Althoetmar | 20.07.2013 - 00:00

Dass Drogenfunde beim Zoll Gefängnis nach sich ziehen, weiss jeder. Dass man den "Playboy" nicht ins streng islamische Saudi-Arabien einführen sollte, liegt auch nahe. Weniger bekannt ist, dass die Ausfuhr antiker Scherben und Steine aus der Türkei ein Scherbengericht mit mehrjährigen Haftstrafen zur Folge haben kann.

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 Bild: SN/travnikovstudio - Fotolia

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<strong>Antike Souvenirs</strong> sollte man sich verkneifen, ... Bild: SN/Yingko - Fotolia

Antike Souvenirs sollte man sich verkneifen, ...

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... <strong>ebenso wie</strong> den Hang zur Hüllenlosigkeit. Bild: SN/westfotos.de - Fotolia

... ebenso wie den Hang zur Hüllenlosigkeit.

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<strong>Problemfracht:</strong> exotische Tiere und Pflanzen ... Bild: SN/ufot - Fotolia

Problemfracht: exotische Tiere und Pflanzen ...

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... <strong>sowie Designer-Fakes</strong> als Strandschnäppchen. Bild: SN/f/2.8 by ARC - Fotolia

... sowie Designer-Fakes als Strandschnäppchen.

Bild: SN/f/2.8 by ARC - Fotolia


Kaum anders ist das in Griechenland: Wer sich für Omas Vitrine ein Stückchen Akropolis in die Tasche steckt und erwischt wird, lernt die Gastlichkeit griechischer Gefängnisse kennen. Länder wie Ägypten oder Russland schützen ihr Kulturgut mit ähnlich harten Strafkatalogen. Antiquitäten und Kunst aus der Zeit vor 1945 dürfen nicht aus Putins Reich exportiert werden. Vor allem auf Ikonen haben Zöllner ein Auge. Selbst alte Geldscheine oder Sowjetmedaillen vom Flohmarkt fallen darunter.

Alte Münzen auf dem Basar gekauft, öffentlich Alkohol getrunken, am Strand oben ohne gesonnt - das alles kann Urlaubern im Ausland juristische Souvenirs bescheren, die sie nicht vergessen. Auf vieles, was in Mitteleuropa als legal oder normal gilt, stehen anderswo Geld- und Haftstrafen.

Was nackte Haut anbelangt, sind nicht alle Länder so freizügig wie ein Ostsee-FKK-Strand. In Brasilien gelten Oben-ohne-Baden und das Umkleiden in der Öffentlichkeit als Erregung öffentlichen Ärgernisses - beides kann zur Festnahme führen. In Südafrika wiederum ist Nacktbaden strafbar.

Drastische Strafen drohen auch Gelegenheitsschmugglern, die sich in artenreichen Ländern wie Brasilien, Südafrika oder Malaysia an geschützten Tieren und Pflanzen vergreifen. Auf Verstöße gegen das CITES-Abkommen (Washingtoner Artenschutzübereinkommen) reagieren viele Länder höchst allergisch. Die Negativliste der Einfuhr- und Ausfuhrverbote umfasst über 8000 Tier- und 40.000 Pflanzenarten und reicht vom Tiger bis zur Orchidee.

Nicht nur bei der Ausreise wird kontrolliert. Immer wieder muss der Zoll tote und lebende Tiere und Pflanzen österreichischen Urlaubern bei der Wiedereinreise aus der Tasche nehmen: von der geschützten Schildkröte bis zum Kaktus. Von den Verboten sind auch Souvenirs und andere Waren betroffen, die Teile geschützter Tiere oder Pflanzen enthalten, sei es die Krokoledertasche oder ein Stück Koralle aus dem Roten Meer.

Ärger droht auch mancherorts bei der Einfuhr von Lebensmitteln. Im besten Fall wandert das Mitgebrachte in eine Mülltonne beim Zoll. Mexiko zum Beispiel verbietet die Einfuhr von allem Essbaren. Das wohl strengste Quarantäneregime führt Australien: Alle Nahrungsmittel, Pflanzen- und Tierprodukte müssen auf der Passagier-Einreisekarte angegeben werden. Wer falsch deklariert, riskiert eine Haftstrafe.

Das günstige Designimitat vom Strandverkäufer kann schlussendlich wesentlich teurer werden als das Original: Kauft ein Urlauber in Italien eine gefälschte Handtasche oder Sonnenbrille, so muss er mit Geldstrafen von bis zu 7000 Euro rechnen.

Auch Prostitution ist in vielen Ländern strafbar. Beispiel Vietnam: Ausländer erwartet eine Geldbuße von 400 Euro, bei Sex mit Kindern sogar die Todesstrafe. Südafrika verhängt in solchen Fällen bis zu 20 Jahre Haft. Manche Länder - wie Kenia - definieren Jugendliche bis 18 Jahre als Kinder. In Marokko, Israels palästinensischen Gebieten sowie in Kenia wiederum stehen gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen unter Strafe.

Vorsicht auch vor Politik: Wer auf Kuba für westliche Demokratie demonstriert, bekommt Ärger mit den Sicherheitsorganen. Wer in Tibet Bilder vom Dalai Lama verteilt, erst recht. Und in der Türkei sollte Werbung für die kurdische PKK tunlichst unterlassen werden, sonst wird es ungemütlich. Noch härter werden Drogendelikte bestraft. In der Türkei drohen zehn bis zwanzig Jahre Haft auf die Einfuhr von Rauschgift, sechs bis zwölf Jahre auf die Ausfuhr.

Ein weiteres Fettnäpfchen kann der Aufenthaltsstatus sein. In Indien etwa kann der illegale Aufenthalt ohne Pass und Aufenthaltserlaubnis mit langen Haftstrafen geahndet werden. Auch Besitz und Benutzung von Satellitentelefonen sind dort verboten.

In einem Punkt unterscheiden sich die Länder kaum: Das Fotografieren militärischer oder anderer sicherheitsrelevanter Einrichtungen ist fast überall verboten. In manchen Ländern zählen dazu selbst Regierungsgebäude, Flughäfen - und Gefängnisse.

Weitere Informationen: Ein- und Ausfuhr, Zoll: www.bmf.gv.at/zoll/reise/reise.html

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