Die Sonne Andalusiens
Von | 10.03.2012 - 00:00
Kolumbus stach bei seiner zweiten Amerika-Reise 1493 von hier aus in See. Gegründet wurde die Stadt aber schon rund 1100 vor Christus von den Phöniziern. Trotz ihrer oftmaligen Zerstörung hat Cádiz aber immer noch einen besonderen Charme. Der liegt nicht zuletzt an der einzigartigen Lage der Stadt: Cádiz liegt auf einem Muschelkalkfelsen am Ende einer schmalen Landzunge, die den Eingang zu einer Bucht bildet. Daher ist die Stadt an drei Seiten vom Atlantik umgeben. Wenn man durch das zu einem Festungsring zählende Tor die Altstadt betritt, gibt es viele imposante Bauten zu bewundern. "Sehen sollte man unbedingt die barocke Kathedrale", empfiehlt die Dame an der Touristeninfo. Noch viel schöner sind die großen Plätze, die sich immer wieder zwischen den einzelnen Altstadtgassen auftun. Im heurigen Jahr wird in Cádiz gefeiert. "Wir begehen den 200. Jahrestag unserer Verfassung, die 1812 erstmals in Cádiz niedergeschrieben wurde", heißt es. Neben der Besichtigung von Architektur und mehreren Museen lässt sich in Cádiz aber auch gut einkaufen. Wer Abkühlung sucht, ist im Parque Genoves, einem schönen botanischen Garten, richtig. Und noch etwas kühler ist es am Meer: Denn in Cádiz gibt es mit der Playa de la Caleta auch einen empfehlenswerten Stadtstrand.
Am besten im Atlantik schwimmen lässt es sich aber im nur 40 Kilometer südlich liegenden Conil de la Frontera. Der sehr lange und breite Strand, der in wenigen Minuten zu Fuß vom Zentrum erreichbar ist, wird fast nur von Einheimischen frequentiert. Weil es häufig windig ist, ist er ein Paradies für Kitesurfer. Und bei etlichen Surfschulen kann man die Kunst des Wellenreitens erlernen - die auch für Zuseher ein Vergnügen ist. Eindeutig die schönsten Badebuchten Conils liegen einige Kilometer entfernt nahe Cabo Roche. Sie liegen am Fuß der steil abfallenden roten Felsen und sind durch Steintreppen erreichbar. Diese Strände, die zu den malerischsten in ganz Andalusien zählen, bieten neben dem tollen Felspanorama auch windgeschützte Liegeplätze.
Aber auch das Flanieren in den engen Gassen in der Altstadt von Conil lohnt sich. Die Tatsache, dass in den örtlichen Restaurants die Speisekarten noch nicht drei- oder viersprachig sind, ist Zeichen dafür, dass Conil noch als Geheimtipp an der Costa de la Luz gilt. Am besten spaziert man am frühen Abend gemütlich durch die schöne Fußgängerzone. Denn viele der kleinen Geschäfte haben in der Hochsaison sogar bis nach 22 Uhr offen. Hochsaison in Conil ist übrigens rund um den 8. September. "Da feiern wir das Fest Nuestra Señora de las Virtudes, der Patronin unserer Stadt", erzählt Ines vom örtlichen Tourismusbüro. Tatsächlich ist Conil schon eine Woche vor diesem Datum im Ausnahmezustand: Die Fiesta beginnt mit einem mehrtägigen Jahrmarkt samt Fahrgeschäften am Strand, der bis Mitternacht geöffnet hat - ein Anziehungspunkt auch für Einheimische jeden Alters. Besucher von außerhalb kommen aber vor allem wegen der nächtliche Prozession am Wochenende rund um den eigentlichen Festtag: Dabei tragen 15 kräftige Männer eine große Marienstatue auf einem Podest durch die Altstadt - begleitet von Gläubigen in ihrer festlichsten Gewändern und der örtlichen Musikkapelle.
Auch abseits der Fiesta ist Conil einen Besuch wert - und das aufgrund der milden Temperaturen schon im Frühling: Nicht versäumen sollte man, einen Ausblick vom Torre de Guzman zu genießen. Der Stadtturm hat aber nichts mit der Rückeroberung von der maurischen Besetzung im Mittelalter zu tun. Auch einen Zusammenhang mit der Battle of Trafalgar, die sich am gleichnamigen Kap unweit von Conil abgespielt hat, gibt es nicht. Denn der Turm hat rein friedlichen Zwecken gedient: "Von hier aus haben die Fischer die überlebenswichtigen Thunfischschwärme als erstes erspäht", erklärt Ines, deren Büro im Turm untergebracht ist.
Und was ist eigentlich mit dem Stierkampf? Die Stiere finden sich rund um Conil auf vielen Weiden friedlich grasend. Und die Toreros? Ja, die gebe es in Andalusien immer noch, sagt die freundliche Dame. "Die meisten Kämpfe hier finden in den Arenen in Sevilla statt - rund um das Fest ihres Stadtpatrons San Miguel", erzählt Ines. Fiesta!
Anreise: Für das kleine Conil de la Frontera genauso wie für Cádiz landet am besten am Flughafen Jerez de la Frontera, wo man sich auch bequem ein Auto mieten kann.
Informationen: Turespaña Wien, Tel. 01/15129580, www.spain.info
Beste Reisezeit: Frühsommer bzw. Frühherbst. Beliebte Ausflüge von Conil und Cádiz aus: Der Ort der legendären Seeschlacht Lord Nelsons, Kap Trafalgar, und die Stadt Tarifa am südlichsten Punkt Spaniens. Very british: Gibraltar, auch zum zollfreien Shoppen.
Veranstalter: Andalusien-Rundreise von Kneissl Touristik mit den UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten Granada, Úbeda/Baeza, Córdoba und Sevilla, 16. 4.-22. 4. oder 29. 10.-4. 11. 2012, Flug ab München, Bus und Viersternehotels, Ausflüge/Eintritte, österreichische Reiseleitung, Info unter Tel. 0662/877070 oder www.kneissltouristik.at
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