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Blüten zum Trinken

Von | 11.03.2012 - 00:00

Es ist jedes Jahr dasselbe. Und dennoch immer wieder umwerfend - wenn die Birnbäume die Hügel des niederösterreichischen Mostviertels zu einem Blütenmeer machen.

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Himmlischer Segen über der Birnblüte: die Wallfahrtskirche am Sonntagsberg.  Bild: SN/WEINFRANZ.AT

Himmlischer Segen über der Birnblüte: die Wallfahrtskirche am Sonntagsberg.  

Bild: SN/WEINFRANZ.AT

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Geplaudert wird im Mostviertel noch lange nicht. Denn bis der Birnensaft als heller Most im Fass zu gären, also zu "plaudern" beginnt, läuft in Niederösterreich noch viel Wasser die Ybbs, die Pielach und auch die Traisen hinunter. Jetzt wartet alles gespannt auf den schönsten Moment des Jahres - die Birnblüte.

Zur Vorfreude kommt auch der Rückblick. Feiern doch die Stifte Herzogenburg und Seitenstetten 2012 ihr 900-jähriges Bestehen und besonders letztgenannter "Vierkanter Gottes" hat in Sachen Most und damit verbundene Schmankerl viel zu erzählen. Nicht nur, weil Abt Berthold Heigl persönlich als Fotograf für die beiden Bücher "Gesegnete Mahlzeit" und "Himmlische Mehlspeisen" zeichnet, sondern auch, weil das Stift Seitenstetten nebst seinem barocken Garten und der imposanten Sammlung historischer Rosen auch über einen großen Nutzgarten und Wirtschaftshof verfügt. "Leib und Seele gehören zusammen", nickt der Herr Abt und plaudert über die gute, bodenständige, saisonale Küche, die hier eine lange Tradition hat und der ab heuer im Meierhof des Stifts gehuldigt wird. Ohne die bäuerlichen Lieferanten geht das nicht. Das zeigt die Jubiläumsausstellung "Leben im Vierkanthof - wo Bauern und Mönche beten und arbeiten".

Damit sind wir schon mitten unter den Herren über die blütenbesetzte Pracht. Die "Mostbarone", eine ausgesuchte Schar von Mostbauern, Edelbrennern und Gastronomen, haben bei ihrer Ernennung einen Schwur auf die Mostkultur ihres Landes abgelegt. Den nehmen sie auch ernst. Und so führen sie ihre Gäste durch die weiß überhauchten Obstgärten und nennen ihre Schützlinge beim Namen: Rotpichl-, Landl-, Schmotz-, Speck- und Kletzenbirne. Und so hart wie das Birnholz ist auch der Kopf der Mostviertler, wenn es darum geht, ihre Lebensgrundlage, deren Anpflanzung einst Kaiserin Maria Theresia befohlen hatte, zu verteidigen.

"Diese Häuser hat der Most gebaut", sagt der Volksmund über die trutzigen Vierkanthöfe. Das gilt auf jeden Fall für das MostBirnHaus im Stift Ardagger. In diesem "Erlebnis- und Genusszentrum" geht es ausschließlich um das rundliche Kernobst, von der Blüte bis zum Fass. Gekocht wird auch, und zwar auf Haubenniveau, gleich nebenan im Landhaus Ardagger.

Der meist reinsortige Birnenmost ist heute mehr denn je ein begehrtes Tischgetränk und bringt Gäste in dieses Land zwischen Donau und Ötscher, erst zur Birnblüte, dann zum Mostwandern, dann zur Ernte und jedenfalls zum Genießen.

MOSTfrühling 2012
25. 3.: Tag der offenen Tür im MostBirnHaus, Ardagger, www.mostbirnhaus.at

27. 3.: Mostwallfahrt mit Mostbaron Engelbert Wieser, Randegg, Tel. 07487/82 96

1. 4.: Frühlingsbrunch am Palmsonntag, Mostbauernhof Distelberger, www.distelberger.at

8. 4.: Osterspaziergang mit Mostbaron Mag. Josef Farthofer, Öhling, www.mostelleria.at

8. 4. - 6. 5.: "Mostviertel meets the world" - Schmankerlreise rund um die Welt, Schloss Hotel Zeillern, www.schloss-zeillern.at

14. 4.: Stiftskonzert Sängerknaben des Stifts St. Florian, www.stift-seitenstetten.at

21. 4.: Frühlingspflanzenmarkt im barocken Stiftsgarten, www.stift-seitenstetten.at

27. 4.: Ausstellungseröffnung "Leben im Vierkanthof - wo Bauern und Mönche beten und arbeiten", www.stift-seitenstetten.at

29. 4.: Familienwandertag zur Baumblüte, St. Michael am Bruckbach, www.stpeterau.at

29. 4.: 4. Mostviertler Schinkenfest - Tag des Mostes, Zeillern, www.mostgwoelb.at

Weitere Termine: www.mostviertel.info
www.moststrasse.at

 
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