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Ausstellung: Lebzelten fürs Herz

Zu Ehren einer der ältesten Leckereien der Welt wurde nun in Bad Leonfelden eine märchenhafte Erlebniswelt errichtet: Das Lebzeltarium rückt gemeinsam mit einem Teil der Oberösterreichischen Landesausstellung 2013 "Alte Spuren, neue Wege" den Kurort im oberen Mühlviertel in ein süßes Licht.

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<strong>Im Forstnerhaus</strong> in Bad Leonfelden ist die diesjährige Landesausstellung zu sehen.  Bild: SN/beha-pictures

Im Forstnerhaus in Bad Leonfelden ist die diesjährige Landesausstellung zu sehen.

Bild: SN/beha-pictures

<strong>Nur vom Feinsten:</strong> Zutaten für Lebkuchen. Bild: SN/kastner

Nur vom Feinsten: Zutaten für Lebkuchen.

Bild: SN/kastner

<strong>Unendlich süß:</strong> Lebzeltarium. Bild: SN/kastner

Unendlich süß: Lebzeltarium.

Bild: SN/kastner

<strong>Erhellendes</strong> erfährt man auch über die Wachszieherei. Bild: SN/kastner

Erhellendes erfährt man auch über die Wachszieherei.

Bild: SN/kastner


Außen begrüßt der moderne Industriebau mit rautenförmigen Vierecken an der Fassade - eindeutig Lebkuchen-Schindeln. Innen wird es richtig süß - beim Betreten des Eingangstunnels weiß die Nase, wo sie ist: in einer Lebkuchen-Erlebniswelt.

Der süß-würzige Duft der Tausende Jahre alten Leckerei, die in Bad Leonfelden seit exakt 454 Jahren erzeugt wird, liegt in der Luft. Das neue Lebzeltarium in der Mühlviertler Kurstadt vermittelt die Geschichte, Erstehung und Erzeugung des Lebkuchens interaktiv, stellt die uralten und verwandten Gewerbe der Lebzelter, Wachszieher, Imker sowie Zeidler, also Wildhonigsammler, vor und beschäftigt sich mit moderner Kunst auf dem Lebkuchenherz. Dafür wird auch die Lebzelterei Kastner aufs Podest gebeten. Das Bad Leonfeldener Traditionsunternehmen ist Betreiber dieser schmackhaften Erlebniswelt.

Auf geht es also zum Augenschmaus: Kunstvolle Kreationen an den Wänden entführen in eine Märchenwelt aus filigranen Häuschen aus Lebkuchen und Zuckerwerk. Die Kunstwerke sind zur Gänze essbar - doch Glaswände schützen sie vor Naschkatzen.

Im nächsten Raum bekommt das Hirn Nahrung sowie die benötigten Zutaten. Interessant auch die Präsentation der Exponate: Der Besucher wird von einer Rohstoffkoje zur nächsten weitergereicht, ohne es zu merken. Generell hält sich im Lebzeltarium die Technik im Hintergrund, nur die Wirkung wird erlebbar. Objekte und Räume verschmelzen mit deren Bespielung.

Weiter schreitet der Besucher durch ein herzförmiges Tor - und seiner eigenen Kreativität entgegen: Es geht ans Verzieren von Lebkuchenherzen. Kunstsinnige Süßschnäbel können sich mit pastellfarbenen Blüten, Gold- oder Silberkügelchen, Smarties und anderem dekorativem Zuckertand austoben. Natürlich darf das kunstvoll verzierte Lebkuchenherz danach mit nach Hause genommen werden. In den nächsten Räumen wird die Technik präsent - in Form verspiegelter Wände. Im virtuellen Amphitheater begibt man sich auf die Reise des süßen Honiggebäcks vom alten Ägypten vor 4000 Jahren bis in die Gegenwart.

Im letzten Raum hängt der Himmel voller Lebkuchen und die Kastner'schen Leckereien werden dank der Spiegelwände hundertfach vermehrt. Die Idee bestand schon lang, für die Verwirklichung des multimedialen Lebzeltarium kam der Zufall zu Hilfe: Im Rahmen der Oberösterreichischen Landesausstellung "Mahlzeit" 2009 in Schlierbach gestaltete Kastner für das "Schlaraffenland" eine 25 Meter breite Lebkuchenwand, die streng vor dem Verzehr geschützt werden musste. Heuer findet einer der vier Zyklen der grenzüberschreitenden Landesausstellung im Mühlviertel und in Südböhmen zum Thema "Alte Spuren - neue Wege" in Bad Leonfelden statt - ein perfektes Startjahr.

Für die Gestaltung des Lebzeltariums zeichnet der Multimediakünstler Peter Hans Felzmann verantwortlich: "Das ist weder Unternehmenspräsentation noch historische Aufarbeitung einer Lebzelterfamilie, weder Erlebniswelt noch Museum. Das Lebzeltarium ist keines von allen - und hat doch von allem etwas."

Information:
Lebzeltarium, www.lebzeltarium.at, www.kastner-austria.at; Bad Leonfelden, www.sterngartl.org; Landesausstellung Oberösterreich - Südböhmen, www.landesausstellung.com

 
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