Auf Berge und durch Schluchten
Von Birgit Kaltenböck | 23.02.2012 - 15:12
"Die Besteigung des Teide ist nur mit Wanderschuhen und warmer Bekleidung möglich. Zudem benötigen Sie eine Genehmigung und Ihren Reisepass", klärt Reiseleiterin Freja, ursprünglich aus Dänemark und seit 30 Jahren auf der größten kanarischen Insel, die wanderlustigen Touristen auf. Diese müssen zumindest für einen Tag ihre Flip-Flops gegen bergsteigertaugliches Schuhwerk mit bestem Profil tauschen.
Das macht sich allemal bezahlt, denn der Weg auf Vulkangestein und die atemberaubende Aussicht lohnen den schweißtreibenden Aufstieg. Wer es weniger anstrengend bevorzugt, dem steht die Seilbahn "Los Roquillos" zur Verfügung, die die Menschen immerhin auf 3550 Meter Seehöhe bringt. Nicht selten liegt auf dem höchsten Berg Spaniens Schnee. Während die Gäste in Playa de la Arena bei 25 Grad Celsius schwitzen, frösteln die Bergbesteiger bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Neben Baden im glasklaren Atlantik, einem Bootsausflug zu den Delfinen und Pilotwalen, Wellenreiten oder Reiten durch die zahlreichen Föhrenwälder der Insel bietet sich die Wanderung durch die Barranca de Masca an. Bereits die Anfahrt nach Masca, dem laut Reiseführer aus dem Michael-Müller-Verlag schönsten Bergdorf Teneriffas, verläuft abenteuerlich.
Die enge, in Serpentinen verlaufende Straße windet sich über die hohen Bergrücken des Tenogebirges von Santiago de Teide nach Masca. Der Ort mit 80 Häusern und etwa doppelt so vielen Einwohnern war bis vor Kurzem nur auf einer Sandpiste erreichbar. Diese Tatsache verschonte dieses idyllische Dorf vor Massentourismus und somit ist es auch heute noch in seiner Ursprünglichkeit erhalten.
Die gut vier Kilometer lange Wanderung durch die Schlucht empfiehlt sich bergab; nach etwa drei Stunden auf teils unwegsamen Pfaden erreichen die Wandersleut’ das azurblaue Meer, das zu einem redlich verdienten Sprung ins kalte Nass einlädt. Idealerweise hat man nun ein Ticket für die Rückfahrt auf der "Nashira" dabei, die einen auf dem Seeweg in den Hafen von Los Gigantes schippert. Wenn nicht, bleibt nichts anderes übrig, als den beschwerlichen Weg zurück nach Masca bergauf anzutreten.
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