An der weißen Donau
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Raubritterblick: Die Ruine Aggstein thront über der Wachau mit Schneehaube. Bild: SNLACHLAN BLAIR/
Im Winter ist die Wachau ist ein schneesicheres Vergnügen. Denn egal, ob Frau Holle mit einer weißen Decke aufwartet oder nicht — das Land zwischen Krems und Melk ist ein erfreuliches Nahziel, auch ohne Marillenblüte oder Weinlese. Das Wintererlebnis entlang der Donau ist eine Wochendauszeit wert. Und auch ohne Schnee bieten gemäßigte Temperaturen und das sonnige, trockene Wetter ideale Voraussetzungen für gemütliche Winterwanderungen auf historischem Boden.
Nur scheinbar liegen Rieden und Dörfer im Winterschlaf. Weitab von Hüttenhits zum Mitgrölen und Parkmanövern zwischen Schneewächten entwickelt die Wachau beschauliche Aktivitäten zwischen den steilen Weinterrassen, Obstgärten und Orten in der zum Weltkulturerbe geadelten Region. Dabei erschließen sich beim Spazieren durch Hügel und Rieden, zum Beispiel entlang des Panoramawegs, immer wieder besonders reizvolle Ausblicke auf die von Urgestein und Donaustrom geprägte Landschaft — etwa bei der Ried Achleiten in Weißenkirchen, der Donauwarte, die nach einer kurzen Wanderung von Krems aus leicht erreichbar ist, und von der Ferdinandswarte auf den Wachauer Klassiker schlechthin: Dürnstein.
Eine ganz besondere Entschleunigung bringen jedoch Winterwanderungen auf sechs Beinen. Gerhard Rappersberger führt seit Jahren seine Gäste in Begleitung von Lamas durch den Dunkelsteinerwald. Hier — auf Teilstrecken des Jakobswegs — trotten gemächlich kleine Grüppchen von maximal fünfzehn Personen durch die winterliche Landschaft, jeder seinen pelzigen Begleiter an der Leine, hinauf zum Seekopf und zu einem wunderbaren Aussichtspunkt. Die Route wird der Schneelage angepasst und die Wanderer entscheiden selbst, ob der Einkehrschwung beim Heurigen am Anfang oder am Ende der Tour erfolgt. Für gutes Schuhwerk sollten die Zweibeiner sorgen, die großäugigen Lamas sind auch bei Schnee trittsicher, wie Rappersberger bestätigt: "Die sind winterhart."
Genuss kommt dabei jedenfalls nicht zu kurz. Obwohl so mancher Lesehof seinen Winterschlaf hält, halten einige erstklassige Adressen auch im Winter offen. Darunter renommierte Häuser mit gut ausgestatteten Wellnessbereichen wie das Hotel Donauhof in Emmersdorf, das Gartenhotel Pfeffel in Dürnstein, das Steigenberger Avance Hotel in Krems und das Hotel Schachner in Maria Taferl. Außerdem laden Winzer und Winzervereinigungen wie die Freien Weingärtner Wachau in Dürnstein zur Weinverkostung ein, auf Vorbestellung auch mit Führung durch die historischen Gewölbe und das barocke Kellerschlössel.
Wer nach Riedenwanderung, Weinverkostung und herzhaftem Abendessen nicht mehr die nächtliche Heimreise antreten will, der ist bestens aufgehoben im Kirchenwirt mitten in Weißenkirchen. Letzterer gehört zu fünf typischen Wachauer Betrieben, die sich unter dem Namen "100% Wachau" zusammengeschlossen haben und laut Marlies Mandl vom Donauhof, der Initiatorin der Gemeinschaft, die "Urwachau" verkörpern: "Weißenkirchen ist das urkundlich erwähnte ,Thal Wachau‘, der älteste besiedelte Abschnitt der Weinregion." Geschichte verpflichtet — schon beim Frühstück kommt die Wachau auf den Tisch: Marillenmarmelade, Wachauer Laberl, Traubensaft, ...
Und wenn sich vor die klobigen Türen der Gasthäuser und Weinhöfe der Schnee legt, dann bleiben auch die Ortsansässigen nicht zu Hause. Immerhin können sie stolz auf ihr eigenes Skigebiet verweisen. Mit dem Lift geht es auf rund 1.000 Meter Seehöhe; 500 Meter ist sie lang, die Piste am Jauerling. Immerhin. "Ich glaub’, jeder Wachauer hat hier Ski fahren gelernt", lacht die Weißenkirchnerin Marlies Mandl. Für eine schnelle Aufwärmrunde ist der Skighang auf dem höchsten Berg der Region ideal, um die Anfänger kümmern sich zwei Skischulen. Auch für Hüttengaudi ist gesorgt, um die Gäste auch am Abend beim Nachtskilauf mit Schmackhaftem in bester Wachauer Tradition zu versorgen.
Und wer bei so viel Versuchung in Skihütte oder Glühweinstand über die Stränge geschlagen hat, der holt sich am nächsten Tag die Absolution — bei einem Kulturbesuch in Stift Göttweig oder Stift Melk. www.wachau.at, www.wachau-blog.at, www.donau.com
Adressen und Informationen im soeben neu erschienenen Wachau-Magazin: www.wachaumagazin.at
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