Lifestyle | Genuss 

Sommer: Leben im Grünen

Von | 19.07.2012 - 10:44

Der Sommer: so schön! Terrasse und Garten sind derzeit das erweiterte Wohnzimmer, ja fast wichtiger als die Wohnung.

Sommer: Leben im Grünen

Dieses Jahr ausprobiert: Schafwolle als Dünger für die Tomatenpflanzen. Bis jetzt gedeiht alles bestens. Bild: SN/Schmeikal

Niemand muss sich fürchten, dass ich jetzt "Übernachten im Garten" verordne, das haben wir als Kinder ja schon hinter uns gebracht und der Gedanke daran löst heutzutage noch akutes Kreuzweh aus. Wo ich doch jeden Abend so froh bin, in mein eigenes Bett zu dürfen, mit der schönen weichen Matratze! Aber wenn man morgens zum Frühstück kommt, das der brave Ehemann immer schon fertig hat, und die Terrassentür steht weit offen, so ist das ein untrügliches Zeichen für die Jahreszeit: Sommer! Der Sommer ist für Gartenfreunde die Jahreszeit. Noch schnell vorm Weggehen in der Früh die im Topf an der Hauswand lehnenden Tomaten gießen und manchmal auch ausgeizen.

Wolle als Dünger

Das Düngen erspare ich mir heuer übrigens durch einen miteingepflanzten großen Fetzen Schafwolle. Bis jetzt sehen die Pflanzen gut aus, noch sind die Blätter satt dunkelgrün. Sobald die "blond" werden, muss man mit Dünger ein bisschen nachhelfen. Spannend wird es, ob die Wolle bis zum Ende des Sommers als "Tomatenfutter" reicht. Im sommerlichen Garten, bzw. auf der sommerlichen Terrasse, wird zu Mittag geerntet. Tomaten zwar leider noch nicht, die werden traditionell dann reif, wenn man auf Urlaub ist. Das heißt, ein paar wenige darf man vorher noch ernten, damit man sich erst recht leid sieht. Die erste große Erntewelle kommt meist dem beauftragten Gießer zugute.

Salat und Rucola

Doch immerhin wurden bereits einige Salathäuptel aus dem Balkonkisterl (jawoll!), vor allem aber Kräuter und Rucola, aus diversen Töpfen geerntet. Dass Petersilie, die zu häufig von einer Markise beschattet wird, Mehltau bekommt, wissen wir inzwischen, seitdem steht der Petersil unter freiem Himmel und bekommt eine Portion Kalium extra. Wir ernten aber trotzdem wenig, denn der mehltaufreie Petersil schmeckt auch den Schnecken. Genau, das letzte Mal Schneckenkornstreuen liegt ja schon wieder mehr als drei Wochen zurück! Aber eigentlich waren wir beim Beernten des sommerlichen Terrassengemüses. Also immerhin reicht es, um die Speisen mit Kräutern zu verfeinern und dem Salat ein paar eigene Blättchen hinzuzufügen. Das gibt Auftrieb für die nachmittägliche Gieß- und Zupftour, bei der sämtliche herumstehenden Töpfe genau beäugt, befingert und bei Bedarf begossen werden.

Besonders viele sind es zwar gar nicht, trotzdem kann das lang dauern oder gar nicht zu Ende kommen, weil mir bei jedem Topf etwas anderes einfällt, was gerade zu tun wäre. Dazwischen gilt es, eine Grundsatzentscheidung zu fällen: Soll ich den Kampf mit den Winden heuer überhaupt noch aufnehmen oder kapituliere ich und vertage den Kampf auf die kommende Gartensaison? Vielleicht liegt die Ursache, dass unser Garten so aussieht, wie er aussieht (das ist der Garten einer Berufsgärtnerin?), an dem Umstand, dass ich im eigenen Garten so arbeite, wie ich die heutige Kolumne schreibe: durchaus zuweilen vom Wesentlichen abschweifend. Sie sehen: Das Leben im sommerlichen Garten ist herrlich! Genau das wollte ich eigentlich schreiben.

 
Teilen
Facebook Twittern Google+ Versenden Drucken
0
 
KOMMENTARE (0)
 

schließen (x)

 

 

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzuschicken oder hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse.

Benutzername
Passwort
 

Passwort vergessen ›      Jetzt registrieren ›