Schmierige Geschäfte mit dem Olivenöl
Von | Aktualisiert vor 126 Tagen

Hundert Prozent extra nativ: Das Finikounda Gold. Bild: SN/BEINDL
Der Salzburger Stefan Beindl importiert mit seinem Finikounda Gold auch ein super Öl - allerdings Olivenöl. Wenn Beindl einen Literpreis von neun Euro netto verrechnet, dann wird er schon mal schief von seinen Kunden angeschaut und gefragt: "So teuer?" Beindl versucht dann stets, den Aufwand zu erklären, der allein schon bei der Ernte der Oliven betrieben wird. "Ein Olivenbaum liefert 15 Kilogramm Oliven. Eine Olive wiegt etwa zwei Gramm - und für eine Flasche extra natives Olivenöl benötigt man sechs Kilogramm handgepflückte Oliven", rechnet er vor. Dann kriege er oft zu hören, dass es im Supermarkt extra natives Olivenöl um vier Euro gibt.
Wie das möglich ist, das enthüllte jetzt die römische Tageszeitung "La Repubblica": Eine halbe Million Tonnen minderwertiges spanisches Olivenöl werde jährlich zum Literpreis von 0,50 Euro nach Italien geliefert. Dort wird es mit hochwertigen griechischen und italienischen Ölen vermischt und als "beste italienische Qualität" abgefüllt. Die Etikettierung als hochwertiges Öl ist nämlich bereits erlaubt, wenn diese chemisch aufbereitete Schrottware mit nur zwei Prozent extra nativem Öl gestreckt wird. "Was bei uns nach der ersten Pressung übrig bleibt, verkaufen wir auch nach Italien", erzählt Beindl. "Die brauchen das wohl, um ihre Ware mit unseren Resten zum extra nativen Öl aufzupeppen."
Richtig gefährlich wird es für den Konsumenten aber dann, wenn diese billigen Öle zum Braten verwendet werden. Nach dem Motto: "Das muss nicht teuer sein. Das verbrennt ja eh." Dass es sich dabei um jene chemisch gepanschten Öle handelt, bei deren Verbrennung krebserregende Acroleine freigesetzt werden, daran denken die wenigsten.
Das erinnert an das Motoröl um 8,99 Euro - oh ja: Ein Auto müsste man sein.
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