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Pferdestärken, die beruhigen

Von (sn) Birgitta Schörghofer | 07.11.2012 - 12:51

Hoch zu Ross: Beim Leonhardiritt in Grödig wurde einmal mehr klar: Das Pferd ist wieder populär.

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<strong>Prächtiges Zaumzeug</strong> zum Festtag. <?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?> Bild: SN/LEO

Prächtiges Zaumzeug zum Festtag.

Bild: SN/LEO

die Westernreiterinnen Isabella Oberger und Tamara Hermann.<?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?> Bild: SN

die Westernreiterinnen Isabella Oberger und Tamara Hermann.




Günther Freiherr von Spielmann machte am Sonntag eine gute Figur. Gewandet in eine historische k. u. k. Uniform sitzt das Mitglied des Mährischen Dragoner-Regiments Nr. 6 auf dem Rücken seines Haflingers "Erle" und lässt die erstaunten Zuseher zurückblicken in kaiserliche Zeiten. 34 Mitglieder zählt das traditionsbewusste Regiment noch. Anders als bei Jubiläumsfesten zu Ehren von Franz und Sissi aber, zu denen die berittenen Kaisertreuen sonst ausrücken, sind sie beim Leonhardiritt nur ein paar unter vielen. Zu Ehren des heiligen Leonhard, des Viehpatrons und Beschützers der Tiere, reiten Pferdefreunde jeder Art und Liebhaberei gemeinsam aus - und das in hoher Zahl.

40 Kutschen und rund 400 Reiter waren am Sonntag zum Leonhardiritt nach Grödig gekommen. Bis zu 3000 Schaulustige zieht das Pferdespektakel jedes Jahr an. Bei der 37. Auflage fand heuer erstmals auch eine Pferdewallfahrt vom Gutshof Glanegg zur Kirche in St. Leonhard statt. Das Pilgern sei nicht nur zu Fuß beliebt, sondern zunehmend auch auf dem Pferderücken, erklärt Grödigs Tourismuschef Jakob Reitinger. Neben dem traditionellen Kranzlstechen soll sich die Wallfahrt als zusätzliche Attraktion für die Teilnehmer etablieren. "Reiter wollen auch an Festtagen ihr Pferd bewegen", sagt Reitinger.

In äußerst rasantem Galopp tun das Isabella Oberger und Tamara Hermann. Als Reiterinnen im Westernstil können sie auf die Kraft von "Quarter Horse" und "Appaloosa" zählen. Die amerikanischen Pferderassen hätten extreme Sprinterqualitäten, erklärt Trainer Andreas Kocher. Das Westernreiten komme der Arbeitsweise der Cowboys am nächsten, statt Dressur stehe das Wanderreiten im Vordergrund. Auch sehe man sich dem Tierschutz verpflichtet, betont Kocher, "Pferde sind für uns keine Sportgeräte, sondern Lebewesen". In unbekümmerter Lockerheit schafften es die beiden jungen Reiterinnen auch mühelos, das Kranzl von der Stange zu holen.

Fritz Prem dagegen hält nicht nur beim Leonhardiritt die Zügel fest in der Hand. Sein Pferdehof in St. Leonhard zählt zu den bekanntesten Ausbildungszentren für Kutschenfahrer im Land. Bis zu 30 Fahrer bildet Prem jährlich aus - "vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen". Die Königsklasse sei das Vierergespann, erklärt er und fügt an: "Der Gute hält die Zügel in einer Hand." Bei Zug wirkten dabei bis zu 100 Kilogramm auf die Hand.

Dass Reiten und Pferdehaltung wieder an Popularität gewonnen haben, dafür sieht Fritz Prem zwei Gründe: Einerseits den Wohlstand, "dass man sich ein Pferd auch leisten kann", und anderseits das Wiederentdecken einer nicht motorisierten Fortbewegungsart. "Reiten und Kutschenfahren", sagt Prem, "empfinden viele auch als Entschleunigung".

 
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