"Mozart-Bilder - Bilder Mozarts" - der Komponist im Porträt
Von (sn) Karl Harb | 15.01.2013 - 19:15
Das ist ein stattlicher Besitz: Von den nach neuesten Forschungen vierzehn als authentisch angesehenen Porträts von Mozart besitzt die Stiftung Mozarteum in Salzburg zwölf. Nun muss sie sich zwar von einem dieser Bildnisse insofern trennen, als sich der "Knabe mit dem Vogelnest", 1764, nach längerem Zweifel tatsächlich als plumpe Täuschung erwiesen hat. Dafür darf aber ein kleines, feines Porträt auf einer Tabakdose, deren Besitzfolge lückenlos dokumentiert ist, gesichert als Mozart-Bildnis von 1783 angesehen werden: eine Miniatur mit Wirkung.
Der "ungeschönte" Mozart
Aus diesem Medaillon blickt uns ein junger Mann en face an. Wie "wirklich" kann ein solches Porträt sein? "Diese Miniatur zeigt einen erstaunlich ungeschönten Mozart", sagt Christoph Großpietsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Mozarteum. "Wir haben heute aber immer noch einen idealisierten Mozart im Kopf." Aus Beschreibungen geht hervor, dass Mozart "kein hübscher Mensch" (Großpietsch) gewesen ist, ein vernarbtes Gesicht gehabt haben soll und klein von Wuchs war. Schon zu Lebzeiten wurde er aber sehr oft "geschönt" dargestellt.Die Miniatur, eine Malerei auf Elfenbein, dürfte von Joseph Maria Grassi stammen. Mozart war dem Maler 1783 in Wien begegnet. Sie war ursprünglich ein eigenständiges Medaillon, das erst später in eine Tabakdose aus Schildpatt eingelassen wurde. Diese war ein kostbares Geschenk an Mozart von Anton Grassi, dem Bruder des Malers.
Auf einem Zettel zwischen Porträtrückseite und Deckel findet sich die Bezeichnung "Joh: Mozart 1783". Mozart wird hier also, der Zeit gemäß, mit seinem ersten Taufnamen bezeichnet. Ihn "Wolfgang Amadé" (oder Amadeus) zu nennen kam erst Anfang des 19. Jahrhunderts auf - eine solche Beschriftung ist auch einer der Gründe, warum der 1924 an die Stiftung verkaufte "Knabe mit dem Vogelnest" als Original nicht haltbar ist.
Ein kürzlich gefundener Restaurierungsbericht von 1928 deckte auf, dass die Aufschrift "W. A. Mozart 1764" am Original nicht vorhanden, sondern erst nachträglich angefügt worden war. Quasi "unter falschem Namen" wollte der Verkäufer eine Wertsteigerung erzielen - was ihm damals auch gelungen ist. Die Stiftung musste Mitte der 1920er-Jahre viel Geld zusammenbetteln, um das Bild erwerben zu können. Zudem hat sich in der Zwischenzeit auch herausgestellt, dass das Ölgemälde nicht mehr dem ursprünglich angenommenen, prominenten Maler Joseph Zoffany zugeschrieben werden kann. Also hat auch ein "Kleinmeister" von Mozarts Wert profitiert.
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KOMMENTARE (1)
Dr. Michael Lorenz
18.01.2013
17:03 Uhr
Keine dieser Meldungen ist neu und manches davon ist nicht eine Erkenntnis des Mozarteums, sondern wurde schon vor Jahren von Dr. Richard Bauer und von mir festgestellt. http://michaelorenz.blogspot.co.at/2013/01/the-newly-identified-mozart-portrait.html
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