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Flachgau: Wirte sperren wieder auf

Von Stefan Veigl | 20.06.2012 - 14:02

Landgasthöfe. In Obertrum, Lamprechtshausen, Berndorf und Neumarkt haben in den letzten Monaten Wirte länger leer stehende Betriebe wieder geöffnet. Trotzdem bleibt das Wirtesterben Thema.

Flachgau: Wirte   sperren wieder auf

Das Team im Gasthof Bräu: Rene Pfatschbacher (Trumer-Marketing), Paolo Deiana, Stephan Platz, Rebecca Koderhold und Balog Lubisa. Bilder: SN/VEIGL, FOTOLIA



Beim Gasthof Bräu in Obertrum rührt sich wieder etwas: Nachdem das Traditionsgasthaus der Trumer-Brauerei ein halbes Jahr leer gestanden ist, hat die Sigl-Dynastie selbst die Initiative ergriffen: "Seit Juni führen wir das ,Bräu‘ selbst", sagt der zuständige Trumer-Marketing-Mitarbeiter Rene Pfatschbacher. Denn die Suche nach einem Pächter sei nicht erfolgreich gewesen. Auch im Ort, so hört man, hat sich Unmut breitgemacht, dass das "Bräu" monatelang zu war.

Treibende Kraft hinter dem Neustart ist Brauerei-Juniorchef Sepp Sigl VIII., der zurzeit aber noch in Hamburg arbeitet. Pfatschbacher: "Er wird ab Herbst wieder da sein und sich beim Gasthof einbringen." Vorerst setzt das junge Team auf Gastronomie rund ums Thema Bier und regionale Lieferanten. "Die Zimmervermietung wird mittelfristig Thema werden - auch wegen der vielen Teilnehmer an den mehrtägigen Bierkultur-Seminaren bei uns im Haus", verrät Sigl bei telefonischer Nachfrage. Immerhin verfügt das alte Haus im Gutshof-Stil über etliche Zimmer im ersten Stock.

An diesem Vormittag ist das Personal, insgesamt sind es 13 fixe Mitarbeiter, aber gerade beim Aufsperren - und damit beschäftigt, im großen Kastanien-Gastgarten aufzudecken.

Beim Neuwirt in Berndorf ist gut eine Stunde später schon viel mehr los: Im Stüberl neben der Gaststube sind schon drei Tische voll. Helmut Schmidt und sein Freund Helfried Mitterbauer sind extra aus Oberndorf "zum Testessen gekommen", wie sie sagen - und recht zufrieden. Auch Ilse Pfeifenberger und ihren beiden Freundinnen hat das Menü ("ich habe das Schnitzel bestellt") geschmeckt: "Ich kenne den neuen Wirt aus Seeham, da führt er den Kellerwirt. Ich traue ihm zu, dass er es auch hier in Berndorf gut macht", sagt sie. Das freut den Angesprochenen, Zoran Jurisic. Was sind aus seiner Sicht die größten Hürden für die Wirte? "Das Personal. Manche unterschätzen die Kosten. Und ich suche seit zwei Monaten zwei Kellnerinnen, finde aber keine geeigneten." Punkten will er mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und Veranstaltungen im Haus. "Sich nur auf die Einheimischen zu fixieren, reicht aber nicht. Man muss überregional bekannt werden."

Trotzdem gibt es auch Wirtshäuser, die leer stehen, wie den Voglwirt in Anthering. Hier strebt die Gemeinde eine eigene Lösung an. Amtsleiter Andreas Pirner sagt: "Wir hoffen, dass wir als Gemeinde ab 1. August den Saal pachten können, damit dann dort wieder Hochzeiten und Bälle stattfinden können." In Göming wirft Helmut Hons (siehe Interview) vom Gasthof Hellbauer das Handtuch - eine baldige Nachfolge ist aber gesichert.

In Neumarkt freut sich dafür Bgm. Emmerich Riesner (ÖVP) über den wieder offenen "Karlwirt" als zweiten Wirt im Zentrum: "Gut, dass es ihn gibt. Es ist ein Dominoeffekt. Wenn einer zusperrt, dann macht auch bald der nächste zu."

 
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