Ein Skifest für die Marktführerschaft
Von Fred Fettner | Aktualisiert vor 116 Tagen

Publikumsmassen in Schladming: Bei der WM 2013 soll jeder Tag euphorisch wie beim Nachtslalom werden. Bild: SN/GEPA pictures
Rund 290 Mill. Euro an öffentlichen Mitteln fließen laut ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel in die alpinen Skiweltmeisterschaften 2013 in Schladming. Die Gesamtinvestitionen werden auf rund 400 Mill. Euro geschätzt. Vergleichsweise bescheiden nimmt sich die aktuelle Bautätigkeit der Hotellerie aus. Wobei für den Bezirk Liezen die "Qualitätsoffensive Tourismus Alpine Ski-WM 2013" seit drei Jahren 156 Projekte in der Hotellerie und Gastronomie mit Gesamtinvestitionskosten von 83,5 Mill. Euro bewirkte.
Die Region Schladming-Dachstein habe mit 24.000 Gästebetten eine mehr als ausreichende Bettenkapazität, sagt Steiermarks Tourismuschef Georg Bliem. Mit Hilfe der Ski-WM gelte es, verstärkt internationale Gästeschichten anzulocken und die bestehenden Hotels besser auszulasten.
Kein Geheimnis ist, dass während des Großereignisses viele Betten frei bleiben werden. Einerseits, weil Medienvertreter und Funktionäre überwiegend Einzelzimmer belegen, andererseits, weil traditionell viele Stammgäste das Spektakel meiden werden. Dem tritt die Region mit dem Hinweis entgegen, dass zu diesem Zeitraum 85 Prozent der Pisten dem Publikum uneingeschränkt zur Verfügung stehen werden.
Schladmings Bürgermeister Jürgen Winter spekuliert dennoch weiterhin mit zwei größeren Hotelinvestitionen. Anfang Februar erfolgt die Bauverhandlung für ein 180-Betten-Hotel direkt am Planai-Stadion. Das Grundstück wurde vom dänischen Reiseveranstalter Hojmark erworben, der überwiegend skandinavische Gäste in den Alpenraum bringt. 260 Betten könnte ein bereits fertig bauverhandeltes Hotel direkt am neuen, für Veranstaltungen bis zu 1600 Personen geeigneten Congress Schladming fassen. Doch für ein großes Vierstern-Superior-Hotel wird die Zeit knapp.
Geht es nach den Touristikern, soll das Skifest ein euphorischer Event werden, ganz so wie der alljährliche und jüngst wieder ausgetragene Weltcupnachtslalom. ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel will in Zusammenarbeit mit Hubertus von Hohenlohe ein wenig Glamour - mit Hollywood und Königshäusern - in die Steiermark bringen. "Trotzdem wird Schladming nicht Kitzbühel werden", betont Schröcksnadel. Insgesamt soll die Zuschauerzahl der Ski-WM in St. Anton im Jahr 2001 übertroffen werden. An den Arlberg kamen 350.000 Besucher. Der Werbewert liegt um ein Vielfaches höher. Die jüngste Ski-WM 2011 in Garmisch soll innereuropäisch einen Werbewert von 280 Mill. Euro erbracht haben.
Vom Land Steiermark werden dem ÖSV drei Mill. Euro zur Verfügung gestellt, über weitere zwei Mill. darf sich Steiermark Tourismus freuen. Ohne zusätzliche Bundesmittel muss die Österreich Werbung auskommen, die in die laufende Winterkampagne insgesamt 14 Mill. Euro investiert. "Beginnend mit der ITB in Berlin werden wir aber gemeinsam mit der Steiermark und dem ÖSV alle Plattformen nutzen, die Ski-WM international zu propagieren. Die Imagewirkung ist für uns entscheidend", betont ÖW-Chefin Petra Stolba. Sie sei überzeugt davon, dass das Großereignis die Marktführerschaft Österreichs bei Wintersportreisen weiter ausbauen werde.
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