| | |

Lifestyle | Genuss

Die neue Nummer eins im Ländle

Von | Aktualisiert vor 126 Tagen

Das Montafon löst Lech als größtes zusammenhängendes Skigebiet in Vorarlberg ab. Gesucht: Investoren für neue Hotelprojekte.

Keine Seltenheit: Das Montafon bietet auch abseits der Pisten Schneespaß pur. Bild: SN/Montafon 


Zwei neue Gondelbahnen sorgen seit Mitte Dezember für eine neue Hierarchie in Vorarlberg. Das Montafon löste (vorläufig) Lech am Arlberg als größtes zusammenhängendes Skigebiet ab.

155 Pistenkilometer sind in der Silvretta-Montafon-Skiarena nun mit Liften verbunden. 16 Minuten dauert die Fahrt mit der neuen Hochalpila-Bahn, der Ausstieg auf 2430 Metern ist der höchste Punkt im Skigebiet. Für den Seilbahnspezialisten Doppelmayr ist die untere Sektion die größte je hergestellte Einseilumlaufbahn und zugleich die längste in ganz Österreich. Insgesamt 30 Mill. Euro investierte die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) in den Ausbau. Sie hält seit 2007 die Mehrheit an der Silvretta-Montafon Bergbahn AG, die mit 850 Mitarbeitern das größte Seilbahnunternehmen Österreichs ist.

Der hohe Mitarbeiterstand ist ein Indiz für das Destinationsdenken, das die BTV im Montafon an den Tag legt. Denn nicht nur die Liftbetriebe gehören zur Gesellschaft, sondern auch fast alle Gastronomiebetriebe, die sich an der Piste befinden. Damit sind die Bergbahnen mit der Ausgabe von bis zu 14.000 Essen pro Tag zugleich einer der Großgastronomen in Österreich. Generell, so heißt es, vertraue man auf regionale Produkte und verzichte auf Fertigerzeugnisse.

Zum Unternehmen zählen aber auch ein großes Hotel, Verleih- und Sportgeschäfte sowie die nun vereinten Ski- und Bergschulen von Inner- und Außerfratte, wie die beiden Talabschnitte des Montafon heißen. Schon länger lebt der Tourismusverband den Talzusammenschluss. Geschäftsführer Arno Fricke sieht durch die neue Dimension des Skigebiets Herausforderungen und Chancen auf sich zukommen. "Wir benötigen nun dringend Investment in Gewerbebetten", sagt Fricke.

Aktuell befinden sich zwei Drittel aller Gästebetten in Privatzimmern und Appartements. Neu dazu kamen in den vergangenen Jahren nur das Landal Hüttendorf in Gargellen mit 93 Appartements, das auf Familien abgestimmte JUFA in Bartholomäberg und erst kürzlich das vor allem junge Pärchen ansprechende Hotel Explorer in Schruns. Bereits genehmigt war das Projekt für ein AQI-Hotel. Weil TUI aus dem Projekt ausstieg, ist nun der zweite AQI-Partner List TourConsult auf Partnersuche, um das mit allen Genehmigungen ausgestattete Hotel zu realisieren.

Auch wenn es Studien über mögliche Hotelstandorte im Tal gibt und auch Vorschläge für Themen und Kategorien - angebissen hat bisher noch kein Investor. Angestrengt sind Tourismusverband und Bergbahnen darum bemüht, neue Angebotselemente zu entwickeln. Im Winter seien perfekte Pisten die Pflicht, die Kür aber sei das umfassende Bergerlebnis, sagt Tourismuschef Fricke. Eine Nachtshow ist in Arbeit, der Funpark soll mit einem noch unter Verschluss gehaltenen Extra aufgewertet werden. Zwei Mal pro Woche können Skifahrer die Sonnenaufgangsfahrten auf den Kreuzjochsattel nutzen, um als Erste ihre Spuren in die frisch präparierten Pisten zu ziehen. In der zweiten Winterhälfte soll eine "Montafon-Totale" hinzukommen, bei der dieser Genuss auf die Strecke von Schruns bis in die Silvretta Nova ausgedehnt wird. Als wichtig für die weitere touristische Entwicklung wird auch der Sommer gesehen. Für den hat die Liftgesellschaft bereits 18 Programme ausgearbeitet.



 

Mehr zum Thema

0
 

mehr ›

Mehr Lifestyle

 

mehr ›

Mehr Genuss

 
 
 
KOMMENTARE ()
 

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare veröffentlicht.

 
Für diesen Artikel können derzeit keine Kommentare abgegeben werden.