Sonne im Haar
Von Ines Hinterkörner | 14.07.2012 - 06:00

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Die gute Nachricht: Haare können keinen Sonnenbrand bekommen. Die schlechte: Sie leiden in der Sonne trotzdem. An der Sonne, am Wind, an Salz- und an Chlorwasser. Der Sommer ist die Jahreszeit, die Haare gar nicht mögen. Weil sie der UV-Strahlung am intensivsten ausgesetzt sind und sie nicht nur trockener werden, sondern auch ausbleichen können. Schöne Urlaubssouvenirs sehen anders aus.
Ausbleichen geht relativ schnell. Zwei Farbpigmente, Eumelanin und Phäomelanin, bestimmen die Farbe der Haare. Eumelanin ist ein Schwarz-Braun-Pigment, das bestimmt, wie dunkel die Farbe des Haares ist, und in braunem und schwarzem Haar in erkennbaren Körnchen (Granula) vorkommt. Das Phäomelanin ist ein Rot-Gold-Pigment und in hellblondem, blondem und rotem Haar in größeren Mengen enthalten. Dieses Pigment ist wesentlich kleiner als Eumelanin, seine Struktur ist feiner und diffuser.
Zum Ausbleichen der Haare kommt es, wenn bei intensiver Sonnenstrahlung die Farbstoffe die aufgenommene Lichtenergie nur noch teilweise als Wärme weiterleiten können. Die Pigmente werden in kleinere Einheiten gespalten und zerstört. Damit ändert sich auch die Farbe der Haare und sie sind nicht mehr so intensiv gefärbt.
Gleichzeitig entsteht durch die UV-Strahlung Wasserstoffperoxid. Das gleiche Wasserstoffperoxid übrigens, das der Friseur beim Blondieren verwendet. Wenn die Haare nass sind, kann durch starke Sonnenstrahlung sogar besonders viel Wasserstoffperoxid entstehen. Das ist der Grund, warum nasse Haare in der Sonne noch schneller hell werden. Blonde Haare werden optisch zwar weniger stark aufgehellt als braune, sind aber insgesamt schlechter geschützt. Es gilt: Je heller die Haare von Natur aus sind, umso durchlässiger sind sie für UV-Strahlung und damit anfälliger für Schädigungen.
Dagegen kann man einiges tun. Zum Beispiel bei intensiver UV-Strahlung einen Sonnenhut tragen, sich ein Tuch um den Kopf binden oder in den Schatten gehen. Auch die Verwendung von Haarschutzprodukten mit Lichtschutzfiltern und Antioxidantien kann das Haar schützen.
Intensive UV-Strahlung in Verbindung mit Wasser: Etwas Schlimmeres kann Haaren gar nicht passieren. Davon abgesehen, dass die Haare noch schneller heller werden, kann auch, wenn sie nach dem Baden im Meer nicht mit Süßwasser gereinigt, folgendes passieren: Das Wasser verdunstet, zurück bleibt das darin gelöste Salz, das auf den Haaren und auf der Kopfhaut kristallisiert und wie ein Löschblatt wirkt, das Feuchtigkeit und Fett aufsaugt. Zudem wirken die Salzkristalle wie kleine Brenngläser, die die UV-Strahlung verstärken und zur Zerstörung von Pigmenten und Keratinbindungen führen. Auch Chlorwasser, das das Haar auslaugt, sollte ausgespült werden. Besondere Vorsicht ist bei koloriertem Haar und hier bei Blond geboten. Die im Chlorwasser enthaltenen Desinfektionszusätze sowie Metalle (Kupfer, Magnesium), die im Wasser gelöst und durch das Chlor oxidiert sind, können blondes Haar grünlich verfärben.
Auch mit Wind, der Hitze erträglich macht, haben Haare keine Freude. Denn Wind hat einen ähnlichen Effekt wie ein Föhn. Die Haare trocknen aus, werden spröde, glanzlos und schwer kämmbar.
Weil die Sonne für das Haar kein Vergnügen ist, muss man es umso sorgfältiger pflegen. Das bedeutet Haare waschen mit eher lauwarmem Wasser und die Verwendung von Feuchtigkeit spendenden Shampoos und Conditionern. Die nassen Haare nicht trocken rubbeln, sondern mit dem Handtuch nur leicht ausdrücken. Wenn möglich nicht Föhnen (und wenn doch, dann auf keinen Fall heiß), sondern die Haare an der Luft trocknen lassen.
Der ideale Haarschutz, da sind sich Friseure einig, beginnt bereits vor dem Urlaub. Am besten lässt man die Spitzen kurz vor dem Sommerurlaub schneiden. Das Haar sind dann einfach besser und die Splissgefahr verringert sich.
In der Sonne sollte das Haar mit Pflegeprodukten geschützt werden. Sprays, Cremen oder Leave-in-Produkte sind ideal. Die Produkte umhüllen jedes einzelne Haar mit einem feinem Film. der gegen äußere Einflüsse schützt. Dafür eignen sich auch die neuen Stars in der Haarpflege, die Haaröle.
Multitalent: Haaröl
Comeback. Die Kosmetik ist immer auf der Suche nach Neuem. Und wird, wie man am Beispiel der Haaröle sieht - dem Beautytrend bei Haarpflege schlechthin -, manchmal bei ganz Altem fündig. Öle zur Pflege der Haare zu verwenden ist ein "Trend", der hunderte Jahre alt ist. Hochwertige pflanzliche Öle waren wegen ihrer reinigenden und pflegenden Eigenschaften bereits im alten Ägypten und im Orient als Beauty-Elixiere beliebt. Und sind es heute noch. Das ist kein Wunder, denn Haaröle sind Multitalente. Sie schenken strapaziertem Haar eine Extraportion Pflege, lassen Locken definierter wirken, schützen die Spitzen vor Spliss, beruhigen und nähren die Kopfhaut und sorgen für Glanz und Kraft. Anders als ihre zähflüssigen Vorfahren sind Haaröle heute dank moderner Formulierungen "Leichtgewichte", ziehen schnell ein und eignen sich auch zur Pflege von feinem Haar, weil sie das Haar nicht beschweren. Haaröle sind reich an ungesättigten Fettsäuren und Vitaminen (A und E), die strapaziertes Haar regenerieren und seine Schutzhülle stärken. Die Öle enthalten auch Antioxidantien, die verhindern, dass das Haar spröde wird. Bei modernen Haarölen werden mehrere Öle kombiniert. Neben Arganöl mit seinen regenerierenden Eigenschaften kommen auch kostbares Kamelienöl, das die Haarfaser glättet und reich an ungesättigten Fettsäuren ist, Kokosöl und Mandelöl zum Einsatz. Nicht ganz so exotisch, aber bestens bewährt haben sich Rosenöl, das das Haar mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt, Olivenöl, die "Mutter" aller Haaröle, Traubenkernöl, mit einem drei Mal so hohen Vitamin E-Gehalt wie Olivenöl, Leinsamenöl oder Distelöl.
Vielseitig. So vielfältig wie die Öle und ihre Eigenschaften sind auch die Anwendungsmöglichkeiten. Man kann Haaröle zum Beispiel vor dem Haarewaschen verwenden und so die Haarschuppen glätten und den Lipidfim auffüllen. Arbeitet man nach der Haarwäsche einige Tropfen Öl ins noch feuchte Haar ein, lassen sich die Haare nicht nur leichter kämmen, das Haaröl wirkt auch wie ein Hitzeschutz beim Föhnen oder Glätten. Haaröle machen das Haar seidig und glänzend, denn seine Bestandteile verschmelzen mit der Haarfaser und schenken den Haaren Geschmeidigkeit und Glanz. Haaröl beugt einem Frizz-Effekt bei feuchter Witterung vor und schützt die Haarspitzen vor Spliss. Die neuen Beauty-Stars sind ideal zur Pflege von lockigem Haar, das in der Regel trockenes, strapaziertes Haar ist. Das Haaröl glättet die aufgeraute Schuppenschicht der Haare, wodurch das Licht wieder besser reflektiert wird und die Haare glänzen. Haaröl hilft übrigens auch, zauselige Locken wieder in Form zu bringen und zu definieren. Haaröle lassen sich als Leave-in-Pflege oder als Kuren verwenden. Wird das Haaröl nicht ausgespült, braucht man nur zwei bis drei Tropfen, die am besten im trockenen Haar angewendet werden. So kann man etwa fliegende Haare bändigen. Als Kur wirkt das Öl am besten, wenn man es im Haar verteilt und unter einem angewärmten Handtuch so lange wie möglich, mindestens aber 20 Minuten, einwirken lässt. Experten empfehlen, beim Auswaschen das Haar zunächst nicht nass zu machen, sondern nur ein wenig Shampoo in das trockene, geölte Haar einzumassieren. Erst danach ein zweites oder drittes Mal im feuchten Zustand shampoonieren.
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