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Frauen mit Herz und Hauben aus Gold

Von | 16.07.2012 - 11:18

In Oberösterreich sind 17.400 Frauen in Goldhaubengruppen aktiv - auch in Oberhofen an der Grenze zum Flachgau. Neben dem Erhalt des Brauchtums ist ihnen karitativer Einsatz wichtig.

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<?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?> Die Oberhofener Goldhaubenfrau Marianne Lacher. Bild: SN/Andreas Kolarik

 Die Oberhofener Goldhaubenfrau Marianne Lacher.

Bild: SN/Andreas Kolarik

<?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?> Haubenmädchen Theresia Rillinger. Bild: SN/Kolarik

 Haubenmädchen Theresia Rillinger.

Bild: SN/Kolarik

<?Uni SchriftArt="Frutiger LT Cn" SchriftStil="0" SchriftGroesse="6dp"?>Der Linzer Altbischof Maximilian Aichern (l.) feierte in Oberhofen am „Trachtensonntag der Goldhauben“  Bild: SN

Der Linzer Altbischof Maximilian Aichern (l.) feierte in Oberhofen am „Trachtensonntag der Goldhauben“  

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Bild: SN/Kolarik


Das schmucke Pfarrheim im oberösterreichischen Oberhofen am Irrsee nahe der Grenze zum Flachgau war am Sonntag fest in "Goldhaubenfrauenhand". Nur an ausgewählten Fest- oder Feiertagen - so wie am gestrigen "Trachtensonntag der Goldhauben" - präsentieren die Oberhofener Frauen ihre prächtigen Kopfbedeckungen. Schon ab dem 17. Jahrhundert hatten Bürgersfrauen in den Städten und Märkten Österreichs und Süddeutschlands Gold- oder auch schwarze Perlhauben als Teil ihrer Festtracht zur Schau getragen. Gerieten die Hauben gegen Ende des 19. Jahrhunderts zusehends in Vergessenheit, so erfasste vor allem die Oberösterreicherinnen in der 1970er-Jahren ein regelrechtes "Goldhaubenfieber": Inzwischen gibt es in Salzburgs Nachbarbundesland rund 17.400 Goldhaubenfrauen und 3000 Häubchenmädchen, alle organisiert in 434 Ortsgruppen. Aber auch in der Stadt Salzburg sowie im Flach- und Tennengau erfreut sich die Gold- sowie die schwarze Perlhaube und damit das Aufleben einer alten Tradition längst wieder großer Beliebtheit.

"Unsere Gruppe wurde 1979 gegründet. Wir sind inzwischen 27 Haubenträgerinnen. Und unser ganzer Stolz sind unsere zwölf Häubchenmädchen - von diesen gibt’s bei den anderen Gruppen meist nur zwei", erklärt Maria Gassner, seit 2001 Obfrau der Oberhofener Goldhaubenfrauen. Ihrem Verein, erläutert Gassner, gehe es es zum einen um den Erhalt der Tradition und um die Liebe zur Tracht. "Aber wichtig ist uns auch karitatives Engagement. Wir machen zum Beispiel Spendensammlungen und Hilfsaktionen für Kranke oder Bedürftige in unserer Gemeinde und auch außerhalb. Wir haben weiters diverse Sanierungen unserer Kirche unterstützt", ergänzt Gassner. Die Obfrau steuert auf ihre Stellvertreterin und Goldhaubenträgerin Rosa Lettner zu und zeigt auf Lettners etwa ein halbes Kilo schwere, kunstvolle Kopfbedeckung: "Wir haben unsere Goldhauben in speziellen Stickkursen fast alle selbst gemacht. In so einem Modell ,Linzer Goldhaube‘ stecken 200 bis 300 Arbeitsstunden". Einige der Oberhofener Vereinsmitglieder, wie Theresia Rillinger, tragen schwarze Perlhauben - ebenso in Handarbeit gefertigt. "Diese sind etwas leichter und einfacher zu tragen, weil sie nicht mit Goldplättchen bestickt sind. Früher wurden die Perlhauben etwas abfällig als ,Arme-Leut’-Hauben‘ bezeichnet, weil sie kostengünstiger waren. Oder gar als ,Witwenhauben‘ - was ganz falsch ist", klärt die Obfrau auf.

Kirchlicher Segen

Am Trachtensonntag der Goldhauben durften sich die Oberhofener übrigens auch über hohen kirchlichen Besuch freuen. Maximilian Aichern, der Altbischof von Linz, reiste in die 1500-Seelen-Gemeinde, um mit (Noch-)Gemeindepfarrer Ivan Cirko dessen 40-Jahr- Priesterjubiläum zu feiern. Allein 21 Jahre wirkte Cirko als Seelsorger in Oberhofen und Zell am Moos - demnächst geht er in die wohlverdiente Pension. Der nahe Split im heutigen Kroatien geborene, sehr beliebte Pfarrer war quasi als politischer Flüchtling aus dem damaligen kommunistischen Jugoslawien nach Österreich gekommen: "Insgesamt 35 Jahre war ich in Pfarren in Österreich tätig. Die Goldhaubengruppe habe ich - wie alle anderen Oberhofener - sehr lieb gewonnen." Im vollen Pfarrsaal, auch Bürgermeisterin Elisabeth Höllwarth-Kaiser gönnt sich nach dem Gottesdienst eine Stärkung, spielt die Tanzlmusi der Oberhofener Musikkapelle auf. Die Goldhaubenfrauen sorgen für Speis und Trank. Die Damen haben auch 600 Lebkuchenherzen gebacken, die von den Häubchenmädchen an Frau und Mann gebracht werden - für einen guten Zweck.

 
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