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Vom Leichtbau zum E-Bike

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Ein mittelständisches Unternehmen aus Oberösterreich will im jungen Markt der Elektromotorräder Akzente setzen. Der Johammer J1 hat an diesem Wochenende auf der Motorrad Linz Premiere.

Vom Leichtbau zum E-Bike

Elektro-Cruiser aus dem Mühlviertel: Johammer J1 mit bis zu 200 Kilometern Reichweite. Bild: SN/sn



Wie der Schöpfer, so das Produkt. Johann Hammerschmid nennt seinen elektrisch angetriebenen Cruiser, der an diesem Wochenende auf der Motorrad Linz Weltpremiere hat, einfach Johammer J1. Die Umsetzung der Idee dauerte etliche Jahre.

Als die 1996 gegründete Maschinenbaufirma in Bad Leonfelden, ein Zulieferer für die Autobranche, sich vor sieben Jahren dem Thema Leichtbau und Werkstoffentwicklung zuwandte, war es nicht mehr weit zum Projekt eines Zweirads mit Batterietechnik. "Ursprünglich dachten wir schon an mehrspurige Fahrzeuge", gibt Firmenchef Johann Hammerschmid zu. Gearbeitet wurde an Kabinen aus Kunststoff für E-Fahrzeuge. "Aus Kostengründen" sei man dann auf Zweiräder umgestiegen, und: "Weil sie Emotionen viel besser transportieren." Das Ergebnis der mehrjährigen Entwicklungsarbeit waren fünf Prototypen, die 2012 fertig waren und seither 70.000 Testkilometer absolvierten. Jetzt ist der J1 bestellbar: als 125-ccm-Motorrad typisiert, ein Einsitzer mit 16 Kilowatt Maximalleistung (oder elf für den Führerschein A1) und bis zu 200 Kilometern "echter" (Hammerschmid) Reichweite. "2013 haben wir das Modell noch einmal komplett überarbeitet", erzählt Hammerschmid, "im März ist jetzt Produktionsstart, danach beginnt gleich die Auslieferung." Die Infrastruktur für die Teilefertigung sei da, jetzt gehe es nur noch um den Zusammenbau. Innovatives bietet der J1 auf jeden Fall: So sind die Anzeigen in die Rückspiegel integriert. Bisher kostete das Projekt an die zwei Millionen Euro, Teilhaber gibt es keine.

50 Stück sind das Ziel für heuer. "Die Produktion kann auf 300 bis 500 pro Jahr gesteigert werden, wir könnten zwei pro Tag fertigen", sagt der Chef der 40 Mitarbeiter. Gefertigt wird selbst, als Zellen werden die gleichen wie beim E-Autobauer Tesla verwendet (die von Panasonic kommen).

Die Ladezeit an normaler Steckdose (220 Volt) beträgt drei Stunden, eine Schnellladung (380 Volt) wird ab Ende des Jahres in einer Stunde möglich sein. Der Preis für die kleinere Version (100 Kilometer Reichweite als Citybike) wird bei 20.000 Euro, die für die größere bei 25.000 Euro inkl. Steuern liegen. Auf die Akkus gibt Hammerschmid acht Jahre Garantie.

Die ersten 50 Stück werden direkt verkauft, doch der Mühlviertler rechnet damit, dass einige Kunden auch zu Vertriebspartnern der Zukunft werden. Mittelfristig soll der J1 auch in den Nachbarländern verkauft werden, die Kontakte nach Italien und in die Schweiz sind schon angebahnt.

Mit "harten Jungs" unter den Kunden rechnet Hammerschmid eher nicht, sondern: "Frauen sind für uns eine wichtige Zielgruppe."

 
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