Koreaner meinen es ernst
Von Gerhard Kuntschik | 26.04.2012 - 00:00

Bild: SN
Wie es vor über 20 Jahren Hyundai (wie spricht man das eigentlich aus?) erging, so erging es auch der Konzernschwester. Kia wurde beim Markteintritt in Europa ein wenig belächelt. Das Lächeln ist vor allem der japanischen, aber auch der europäischen Konkurrenz angesichts der jüngsten Absatzsteigerungen und Marktgewinne der Koreaner längst eingefroren. "Der neue cee’d wirft endgültig alle früheren Vorurteile über koreanische Autos in den Müll", sagt Benny Oeyen, Marktingvorstand bei Kia Motors Europe, über die zweite Generation des Kompakten, der im C-Segment gegen 39 Mitbewerber antritt. Doch bei Kia ist man sich des Erfolgs so sicher, wie man von der eigenen Leistung überzeugt ist: Die sieben Jahre Rundumgarantie (übertragbar) "können wir nur bieten, weil die Qualität top ist" (Oeyen).
Mit dem neuen cee’d will Kia dem Ziel, unter die "Top Ten der Mainstream-Marken" vorzudringen, näherkommen. "Nach in Europa 2011 290.000 verkauften Autos wollen wir heuer 350.000 schaffen. Ab der halben Million sind wir Schlüsselspieler", erklärt der Belgier und setzt ein Ziel für 2015/2016.
In Europa setzt Kia folgerichtig ganz auf die europäische Herkunft seiner Produkte, die mit dem ersten cee’d begann. Das Design wurde in Frankfurt vom Team des rundum anerkannten Berchtesgadners Peter Schreyer entworfen, die Verarbeitung in Rüsselsheim fixiert, gebaut wird der cee’d im slowakischen Werk Sillein, wo im Jänner von Zwei- auf Dreischichtbetrieb aufgerüstet wurde. "Der cee’d erfüllt alle Anforderungen europäischer Kunden", ist der Produktverantwortliche Wladislaw Alexejew überzeugt.
In der Tat sind im cee’d - der etwas länger und breiter wurde und einen tieferen Schwerpunkt bekam, wodurch er mehr Innen- und Kofferraum bietet - in Ausstattung und Technik Details vorhanden, die der DS-Linie von Citroën und den Topmodellen anderer Europäer entsprechen: TFT-Instrumente, beheizbares Lenkrad, Panoramadach, Rückfahrkamera, hochwertiges Infotainment usw.
Im Gegensatz zum größeren Optima, von dem es auch eine Hybridversion gibt, konzentrierte sich Kia beim cee’d auf die Optimierung der Verbrennungsmotoren. Zwei Benziner (1,4/100 PS, 1,6/135) und zwei Diesel (1,4/90, 1,6/128) sind im Angebot, der stärkere Diesel ist mit 3,7 Litern Verbrauch und 97 Gramm CO2 das Glanzstück. Für den stärkeren Benziner bietet Kia erstmals in dieser Klasse ein Doppelkupplungsgetriebe.
Der Fünftürer kommt in Österreich im Mai zu den Händlern und startet bei 16.790 Euro (Diesel ab 18.290). Fünf Ausstattungsstufen werden angeboten, zum Marktstart gibt es in den ersten drei bis vier Monaten Sondermodelle (noch ohne Start-Stopp-System ISG) mit 2000 Euro Preisvorteil. Der Kombi folgt im September, der sportliche pro cee’d Anfang 2013.
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