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Flexibel auf der Tour de Rad-Verstauung

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Etappenweise. Bei einem Ausflug zur Tour de France erweist es sich als klug, im Härtetest die vorgesehenen Flex-Funktionen des Opel Meriva für eigene Zwecke umzudeuten.

Flexibel auf der Tour de Rad-Verstauung

Vor der Kirche von Seynod bei Annecy ist nicht nur der Parkplatz außergewöhnlich, weil flexibel gewählt. Es sitzen auch alle Handgriffe der täglich mehrfach notwendigen Rad-Verstauung. Bild: SN/grüner

1. Etappe Mondsee.
Letzte Vorbereitung.
"Sch. . . Teil!" Flüche begleiten Männerausflüge als Ablenkungsmanöver. Sie täuschen über Unfähigkeit hinweg. Oder mehr noch: Sie tarnen den dumm-stolzen Unwillen, auch nur einen Blick in die Bedienungsanleitung eines unbekannten Geräts werfen zu wollen. Probieren geht über Studieren. Das impliziert das Versagen bei einfachsten Zugriffen. Das Versagen wiederum produziert Flüche. Dabei wäre es so einfach: Hebel im Kofferraum hoch. Rausziehen. Aufklappen. Die Halterungen für die Radreifen und Kurbeln ausfahren, hochklappen. Zwei Hebel drehen, um die Konstruktion zu fixieren. Und schon ragt er funktionsfertig aus der hinteren Stoßstange, der Flex Fix. So nennt Opel sein integriertes Radanhängersystem. Einfach. Aber so weit käme es noch, dass Mann sich von reich bebilderten Anleitungen den Weg in die Radtransportleichtigkeit anschaffen ließe. Steht da nicht "Flex"? Impliziert das nicht Gewandtheit und Vielseitigkeit? Nehmen wir diese Attribute nicht irrsinnig gern für uns selbst in Anspruch? Dass Männer und Technik Freunde sind, erweist sich am Hinterteil des Opel Meriva als Legende. Aber noch muss es nicht flugs und fix gehen. Noch sind wir im Training.

2. Etappe Autobahn.
Knapp vor Grenoble.
"Flex". Das Zauberwort beim Härtetest mit dem Meriva. Aber für große Buben auf dem Weg zur Tour de France - Alpe d'Huez, Croix de Fer, Glandon, riesige Könige des Radsports in den Alpen - evoziert "Flex" eher Gedanken an ein Arbeitsgerät, mit dem sich mächtig sichere Radschlösser knacken lassen, falls man den Schlüssel verloren hat.

3. Etappe Basislager Grenoble.
Tiefgarage.
Der Radträger ist dreckig. Logisch. Er hängt nur knapp über der Straße, ist nach unten offen. Und weil es nicht bloß um Pensionistenräder geht oder um Citybikes oder gemütliche Familienausflugsradl, ist das ein Problem. Es geht um Rennräder, treue Geschosse, eingestellt auf Eigenheiten der Fahrer. Also muss geputzt werden. Das ist lästig - lästig wie Parkgaragen, die prinzipiell zu eng gebaut werden. Meriva, der Minivan, passt, wenn auch mit Mühe, weil der Einschlag der Vorderachse eher kleinmütig als großzügig bemessen ist, trotzdem überall hinein. Klein genug für die Enge, aber Stauraum genug für ein Abenteuer, wenn man das Auto nur zu zweit nutzt. Und von da an beginnt die Neudeutung des Wortes "Flex" zu schimmern.

4. Etappe Bourg d'Oisans.
Im Romanche-Tal unter Alpe d'Huez.
An den Straßen des Tals unter Alpe d'Huez ist jeder freie Streifen ein Parkplatz. Eine Million Menschen sind am Renntag hier in der Gegend. Wir rumpeln über eine in die Wiese gemähte wilde Ausfahrt eines Campingplatzes. Die Kompaktheit unseres Teamwagens hilft. Und bei der Rückkehr nach dem heftigen Anstieg hat die Erfahrung beim Beladen das Fluchen abgelöst. Die Montageanläufe flutschten wie der Schnellspannverschluss beim Vorderreifen der Rennräder. Zack. Zack. Wer 2000 Höhenmeter im Hintern hat, will nicht auch noch Kraft für die Organisation des Fahrradtransports aufbringen müssen.

Schlussetappe, Annecy.
Stau im Kreisverkehr.
Zwei Räder passen auf den Flex Fix. Sie stehen, fachgerecht montiert, sicher. Allerdings scheuern die Kurbeln leidend, weil ihre Halterungen metallen sind. Die Räder sind Fahrtwind, Mückengatsch und jedem Wetter ausgesetzt. Zwei Räder passen bei leicht umgeklappter Rücksitzlehne aber auch in den Innenraum des Wagens.

Wegen dieser Einsicht bietet der Meriva eine Qualität, die in keinem Prospekt steht. Weil sich die Hintertüren gegenläufig zur Fahrtrichtung öffnen lassen, lässt sich durch sie viel und großes Gepäck verstauen, auch wenn da schon zwei Rennräder wettergeschützt untergebracht sind. Wer das "Flex" der Opel-Strategen nicht nur im Sinn der Erfinder zur Kenntnis nimmt, sich also nicht an die Anleitung hält, dem öffnet sich eine wundersam praktische Rad-Transportwelt. Der Flex Fix darf einmal rasten. Und die Räder schlafen sauber selig.

Dieser Artikel ist aus der gedruckten Ausgabe der "Salzburger Nachrichten".
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