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"Ein langes Leben für den RCZ"

Von Heinz Müller | 17.03.2012 - 00:00

Vincent Rambaud. Der Peugeot-Generaldirektor über die Bedeutung des neuen 208 und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Magna Steyr.

"Ein langes Leben für den RCZ"

Generaldirektor Vincent Rambaud.  Bild: SN/PEUGEOT



Seit April 2010 ist der frühere PSA-Chef in Lateinamerika, Vincent Rambaud (52), Generaldirektor für die Marke Peugeot in der französischen Allianz.

SN: Der PSA-Konzern hat vor Kurzem eine globale Allianz mit General Motors bekannt gegeben. Welche Vorteile bringt diese langfristige Vereinbarung der Marke Peugeot?

Rambaud: Eigentlich ist alles sehr einfach, obwohl es in Wahrheit ein historisches Abkommen ist. In erster Linie geht es darum, eine Einkaufsplattform zu bilden, um günstiger einzukaufen und unsere Fahrzeuge billiger auf den Markt zu bringen.

SN: Was sind die weiteren Vorteile der Allianz?

Rambaud: Gegenseitige Befruchtung: Wir teilen uns die Technologien und Plattformen im B-, C- und D-Segment, wo immer es sinnvoll ist. Das gilt nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt.

SN: Welche Rolle spielt das Geld, das durch die Allianz in die Kassen von PSA fließt?

Rambaud: Wir müssen kompetitiv sein, das gilt speziell für den Bereich Umwelttechnologien. Hier liegen große Investitionen vor jedem Hersteller. Und natürlich benötigt auch die Globalisierung der Autoindustrie viel Geld.

SN: Wie lang wird es dauern, bis die Kunden die ersten Zeichen der neuen Allianz sehen?

Rambaud: Sie wissen, dass die Entwicklung eines Autos ein komplexer Prozess ist. Ich denke also, dass das erste große Zeichen im Jahr 2016 sichtbar sein wird.

SN: Das wichtigste Modell, das Peugeot in Genf gezeigt hat, ist der 208. Welche Pläne haben Sie damit?

Rambaud: Mit dem 208 wollen wir an den großen Erfolg mit der Zweierserie anschließen. Aber wir wollten das Auto nicht wieder größer machen als den Vorgänger. Der 208 ist nun um sieben Zentimeter kürzer als der 207 und um 110 Kilogramm leichter. Noch wichtiger ist aber, dass es innen mehr Platz für die Passagiere gibt.

SN: Wie viele 208 wollen Sie verkaufen?

Rambaud: Der 208 ist das erste Modell, das mit den neuen Benzinmotoren auf den Markt kommt. Diese Dreizylinder sind um rund 30 Prozent sparsamer als die bisher verwendeten Motoren. Wir planen für das erste Volljahr, also für 2013, etwa 550.000 Verkäufe. Damit wird klar, wie wichtig der Erfolg des 208 für uns ist: Das sind 40 Prozent unseres Absatzes.

SN: Wie wird sich der europäische Markt heuer entwickeln? Vor allem in Frankreich war ja im Jänner ein starkes Minus festzustellen, von Südeuropa gar nicht zu reden.

Rambaud: Es ist klar, dass der europäische Markt heuer verlieren wird. Die Frage, wie stark das sein wird, ist im Moment aber nicht zu beantworten. Aber mit unseren neuen Produkten bin ich mir sicher, dass unser Marktanteil Ende 2012 höher sein wird als im Vorjahr.

SN: In wie vielen Ländern ist Peugeot derzeit vertreten?

Rambaud: Wir verkaufen unsere Autos derzeit in 160 Ländern. Schlüsselländer sind sicher China, Russland, Indien und Südamerika.

SN: In der Aufzählung der Schlüsselländer fehlen die USA: Wird es eine Rückkehr geben? Man denke an die alten "Columbo"-Folgen mit dem 403 Cabriolet aus den späten 1950er-Jahren ...

Rambaud: Natürlich haben wir schon darüber nachgedacht, doch es hat keine Priorität für die Allianz. Aber es ist für uns immer gut, wenn man Träume hat.

SN: Peugeot baut seit zwei Jahren Autos in Österreich, nämlich den RCZ bei Magna in Graz: Wird es weitere Modelle geben, zum Beispiel ein RCZ Cabrio?

Rambaud: Wir haben zwei Millionen Ideen und sind sehr glücklich über die Kooperation mit Magna Steyr: Sie hören von uns, wenn wir Näheres wissen. Der Erfolg des RCZ liegt jedenfalls auf dem Tisch, und dieses Auto wird noch ein langes Leben haben.

 
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