Lifestyle | Auto

Carsharing-Anbieter suchen ideales Modell

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Unterschiedliche Systeme mit Stärken und Schwächen - Privates Netzwerk in den Startlöchern - Potenzial groß

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Auto ausleihen, wenn man eins braucht - Carsharing wird immer beliebter.  Bild: SN/www.bilderbox.at

Auto ausleihen, wenn man eins braucht - Carsharing wird immer beliebter.  

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<strong>Tobias Dussmann</strong> (22) aus Rosenheim studiert an der FH in Salzburg Informationstechnologie. Er probiert diverse Carsharing-Modelle aus. Bild: SN/GERALD STOIBER

Tobias Dussmann (22) aus Rosenheim studiert an der FH in Salzburg Informationstechnologie. Er probiert diverse Carsharing-Modelle aus. 

Bild: SN/GERALD STOIBER




Tobias Dussmann aus Rosenheim studiert noch, bei Carsharing ist er aber längst ein Profi. Ob bei einem Ausflug nach München oder an seinem Studienort in Salzburg - wenn er ein Auto braucht, leiht er sich einfach eines aus, denn mit einer Vespa besitzt er ein eigenes Gefährt nur für die wärmere Jahreszeit. Der 22-jährige FH-Student ist eines der noch handverlesenen Salzburger Mitglieder bei carsharing24/7, dem ersten Carsharing-Netzwerk Österreichs, das seit dem Vorjahr Auto-Teilen unter privaten Nutzern vermittelt. "Der große Vorteil ist, dass man auch Teams bilden kann, die sich die Kosten eines Fahrzeugs teilen", sagt Dussmann. Dadurch seien die Preise deutlich niedriger als bei gewerblichen Anbietern. In Österreich gibt es derzeit 12.000 Mitglieder, die natürlich die unterschiedlichsten Autos anbieten - "vom alten Golf bis zum Wohnmobil", wie Dussmann sagt.

Der Markt für Carsharing ist offensichtlich stark in Bewegung. Am Montag meldete das Daimler-Projekt Car2go (erreichte im ersten Jahr in Wien bereits mehr als 30.000 Kunden), dass das Angebot in drei der 18 Städte bereits Gewinne schreibe. Der Konzern erwartet in Europa einen Boom bei Carsharing - die Zahl der Menschen, die sich regelmäßig Mietautos teilen, soll hier noch in diesem Jahrzehnt von 700.000 auf bis zu 15 Millionen emporschnellen.

Große Wachstumschancen bei Carsharing sieht offensichtlich auch Avis, einer der weltweit größten Autovermieter. Die US-Firma will den global führenden Carsharing-Anbieter Zipcar (760.000 Mitglieder), der ebenfalls aus den USA stammt, schlucken. Zipcar wiederum hat im Vorjahr in Österreich von Denzel und dem Schweizer Anbieter Mobility CarSharing die Firma Carsharing.at übernommen. Geschäftsführer Christof Fuchs bringt den laufenden Paradigmenwechsel in Sachen Auto so auf den Punkt: "Wenn Sie junge Leute fragen, was ihnen wichtiger ist: Auto oder Smartphone, ist es sicher das Smartphone." Zipcar Austria hat stabil rund 10.000 Mitglieder, davon rund 2000 Geschäftskunden, und etwa 200 Autos. Seit Oktober 2011 gibt es in Wien 50 neue Standorte für Carsharing-Autos, die nicht eher versteckt in Garagen parken, sondern dank einer Ausnahme der Stadt im öffentlichen Straßenraum. "Unsere Fahrten werden bewusst gemacht und geplant. Wir wollen nicht als Konkurrenz zu öffentlichen Verkehrsmitteln auftreten", betont Fuchs. Bei BMW (DriveNow) und Daimler müssen Kunden dagegen nicht reservieren.

Der junge Bayer Dussmann ist auch in München bei DriveNow registriert. "Ausflüge an einen See bis 100 Kilometer gehen damit klasse", sagt er. Nahe Salzburg hat er in Berchtesgaden (Tamyka.de) und in Freilassing (Autonetzer.de) weitere Anbieter für privates Carsharing gefunden. In Salzburg hat Dussmann natürlich auch Emil ausprobiert, das von Salzburg AG und Rewe gemeinsam gestartete Leihautoprojekt mit Elektromobilen. Empfehlenswert sei es nur für kurze Fahrten, die Kälte im Winter bringe große Einbußen bei der Reichweite, erklärt Dussmann. Die Salzburg AG bestätigt das indirekt, nennt die Zahl der Emil-Fahrten aber nicht: "Wir merken, dass es kühler ist." Derzeit gebe es rund 600 Kunden. Im Schnitt werde ein Auto für zwei Stunden und 20 Kilometer genutzt.

 
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