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Lifestyle | Auto

Zwischen PS und Effizienz

Von | Aktualisiert vor 102 Tagen

Dass BMW heute motorenseitig zur Weltspitze gehört, verdanken die Bayern auch ihrem Aushängeschild Steyr und den klugen Köpfen, die dort innovativ tätig sind. Zu diesen gehört auch Peter Nefischer aus Perg im Mühlviertel.

 Bild: SN/GK

Der HTL-Maturant (in Steyr) studierte Maschinenbau an der TU Wien und schlug als einer der vielen Schützlinge von "Motorenpapst" Hans-Peter Lenz den Weg in die Autobranche ein - nach einem Doktorat mit dem für Durchschnittsmenschen sperrigen Dissertationsthema "Strömungsberechnung im Ladungswechsel von Verbrennungsmotoren".
Nefischer begann bei Steyr Daimler Puch in der Nutzfahrzeugsparte und wechselte, gerade als SDP an MAN verkauft wurde, 1989 zu Audi nach Ingolstadt in die Motorenentwicklung. 1996 zog es ihn zurück in die Heimat, er übersiedelte ins BMW-Motorenwerk Steyr, wo er in 15 Jahren seither verschiedene Positionen in der Dieselmotorenentwicklung bekleidete, die vergangenen fünf Jahre als Konstruktionsleiter Diesel für Vier- und Sechszylinder. "Die tragen meine Handschrift", sagt der heute 49-Jährige nicht ohne Stolz, der ein Team von 130 Experten um sich hat. BMW holte ihn schließlich ins Innovationszentrum nach München, wo er nun Leiter Prozess Antrieb in der Produktlinie der 1er- und 3er-Modelle und somit für die Antriebsstränge der kompakten BMW zuständig ist.
Damit wurde Nefischer auch zum Pendler, der freitags zurück nach Perg fährt, um die Wochenenden mit Gattin und den erwachsenen Kindern (die Tochter ist 24 und studiert an der TU Wien, der Sohn ist 19 und Zivildiener) zu verbringen.
Dass er aufgrund des Erfolges alternativer Antriebe seinen Job bald los sein wird, fürchtet der Oberösterreicher nicht. "Auch in zehn Jahren werden die Verbrennungsmotoren immer noch dominieren, aber sie werden noch effizienter sein. Die Forschung an den nächsten Generationen ist eine faszinierende Aufgabe", erklärt er und ergänzt: "Aber die Elektrifizierung wird voranschreiten, Hybridmodelle werden von mir mitbetreut. In 20 Jahren werden die Parallelwege wohl zusammenwachsen."
Und wenn Nefischer nicht gerade neue Konzepte im Kopf hat, pflegt er mit seiner Gattin neben Fotografieren ein nicht alltägliches Hobby: Pilgern.
Die Ausbildung zum Pilgerbegleiter hat er schon absolviert, er pilgert aber meis-tens in der Heimat und nicht auf dem schon überlaufenen Jakobsweg. Und wenn es ihn in den Süden zieht, dann zu seinem Segelboot nach Kroatien. Zur Windenergie sozusagen statt zu Verbrennungsmotoren.



 

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