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Teufelsküche

Kolumne | Teufelsküche 

Das Wort "Steuern" in seiner besten Bedeutung

Von Peter Gnaiger | 07.08.2012 - 15:27

Ein UNO-Bericht rüttelt auf: Heute sterben bereits mehr Menschen an Übergewicht als an Hunger.

Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass unser Ernährungssystem völlig aus dem Ruder gelaufen ist - dann wäre es der Bericht des UNO-Sonderbeauftragten Olivier de Schutter gewesen. Darin fordert er, dass reiche Staaten durch Steuern ihre Bevölkerung dazu bringen müssten, sich gesund zu ernähren. Bei Ernährung denkt man ja gemeinhin an das Essen. Nach dem Motto: Das bisschen Fast Food wird nicht schaden. Und gegen den Durst darf man wohl einen Liter Cola trinken. Womit man aber 36 Zuckerstücke zu sich nimmt. Genauso viel stecken in einem Liter Red Bull. Energie verleiht diese Menge allemal. Ob man bei regelmäßigem Genuss noch die dazu versprochenen Flügel benutzen kann, das sei dahingestellt.

Wie paradox die Ernährungssituation geworden ist, das zeigt ein Beispiel aus New York recht gut. Dort leiden laut dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" ausgerechnet im ärmsten Viertel der Stadt 70 Prozent an Übergewicht. Weltweit leidet eine Milliarde Menschen an Hunger, 1,4 Milliarden wiederum an Fettsucht, an der bereits mehr Menschen sterben als am Hunger. Ein Traum von de Schutter dürfte allerdings nicht so schnell in Erfüllung gehen. Er möchte die Fett- und Zuckersteuern weltweit an arme Bauern verteilen. Die Franzosen planen schon eine Cola-Steuer, die jährlich 280 Millionen Euro bringen soll - das Geld wird dort aber wohl eher für die eigene leere Staatskasse benötigt.



 
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