Salzburg | Standpunkt

Gespalten und geschwächt

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Im Vorjahr sind sie gemeinsam zu tausenden auf die Straße gegangen, die Mitarbeiter von Land und Spitälern. Heute sind solche Machtdemonstrationen kaum noch vorstellbar.



Der Grund ist der 50-Euro-Kompromiss, den Regierung und Belegschaftsvertreter am Freitag in einer nächtlichen Sitzung ausgehandelt haben. Denn dieser Kompromiss spaltet die Belegschaft.

Die Landesbediensteten haben zugestimmt, ebenso der Betriebsrat der Christian-Doppler-Klinik und die Arbeiter im Landeskrankenhaus. Die Angestellten im Landeskrankenhaus wiederum sind geteilter Meinung - Kleinverdiener können eher damit leben, Mitarbeiter mit höheren Gehältern verlangen mehr. Der Frust sitzt bei manchen Personalvertretern so tief, dass man im Landeskrankenhaus jetzt sogar darüber nachdenkt, künftig ohne die Landesbeamten mit der Regierung über die Gehälter zu verhandeln.

Die innere Zerrissenheit schwächt die Position der Belegschaft - und stärkt die der Regierung. So ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Landesregierung das Gehaltspaket noch einmal aufschnürt - zumal das Budget heute im Landtag beschlossen wird.

Das entbindet die Regierung freilich nicht von der Verpflichtung, sich mehr als bisher um die Schwachstellen im Spitalsbetrieb zu kümmern - von überfüllten Ambulanzen bis zum fehlenden Personal.

 
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