Standpunkt

Ein riskanter Drahtseilakt

Von Christian Sprenger | 17.08.2012 - 21:54

Beim FC Red Bull Salzburg (und auch in Leipzig) hat also Ralf Rangnick das große Sagen. Damit beide Fußballclubs so funktionieren, wie er sich das wünscht, installierte er loyale Gefolgsleute.



Diese Vorgehensweise ist nicht unüblich und per se nicht schlecht. Vorgaben eines neuen Chefs werden nur dann angepackt, wenn die Mitarbeiter vom Vorgesetzten überzeugt sind. Da hilft es, wenn gute Jobs an Leute vergeben werden, die dem starken Mann nicht nur Loyalität, sondern auch Dankbarkeit entgegenbringen.

Wie solide das personelle Gerüst um "Imperator" Rangnick ist, wird sich weisen.

Denn auch wenn der 53-jährige Sportdirektor aus Baden-Württemberg aktuell alle Fäden in der Hand hat, heißt das noch lang nicht, dass dies auch in Zukunft so sein muss. Bei Red Bull (und nicht nur in den Fußballclubs) haben sich schon andere kompetente Führungskräfte kalte Füße geholt.

Falls also Rangnick scheitern sollte, droht ein Dominoeffekt: Alle von ihm engagierten Trainer, Manager usw. hätten dann einen schweren Stand.

Und dann wäre das bislang alle Jahre neu beschworene Prinzip von "Kontinuität" auch schon wieder vorbei. Rangnick und seine Gefolgsleute sind also einen riskanten Drahtseilakt eingegangen. Finanziell mögen die Gescheiterten ja immer entschädigt worden sein. Die Personalfluktuation brachte den Red-Bull-Fußball jedenfalls nicht weiter.

E-Mail:

christian.sprenger@salzburg.com

 
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