Lass stecken,Onkel Frank!
Von Fritz Messner | 11.07.2012 - 15:42
Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal Mitleid mit dir haben würde. Aber als ich dich neulich in der ZiB 2 gesehen habe, ist es passiert. Du musst ziemlich einsam sein. So einsam, dass du niemanden mehr hast, der ehrlich oder mutig genug ist, dir zu sagen, dass du gerade zur Lachnummer der Nation verkommst.
Als du vor gut 20 Jahren aus Amerika zurückgekommen bist, haben wir dich bewundert. Als du gesagt hast, dass du dein Geld in und für Österreich investieren willst, haben wir uns gefreut. Aber dann hast du begonnen, überall mitzumischen. Du wolltest zum Beispiel unbedingt den österreichischen Fußball retten. In zehn Jahren, hast du gesagt, würden wir um den WM-Titel mitspielen. Das war vor etwa fünfzehn Jahren.
Eigentlich hast du alle Projekte, die nicht mit deinem Kerngeschäft zu tun hatten, gegen die Wand gefahren. Und jetzt willst du in die Politik gehen und gleich das ganze Land retten? Bitte nicht, Onkel Frank, es wäre wirklich schade darum.
Weißt du noch, welche Politiker du früher als Berater in deine Firma geholt hast? Sagen dir die Namen Grasser und Westenthaler noch etwas? Ja? Außerdem wirkt es ein wenig komisch, dass ausgerechnet du als selbst ernannter Retter Österreichs dein Geld in der Schweiz bunkerst. Ich glaube dir sogar, dass du es ehrlich meinst, aber denk einfach an das alte Sprichwort und bleib bei deinen Zierleisten.
Es mag in diesem Land vieles nicht in Ordnung sein, aber eines brauchen wir ganz sicher nicht: pensionierte Milliardäre, die mit ihrem Geld und kruden Ideen Politik machen. Der teils absurde Vorwahlkampf in den USA sollte uns abschreckendes Beispiel genug sein. Also: Lass stecken, Onkel Frank!
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