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Begnadete Strategen unter sich

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Kanzler Faymann und Verteidigungsminister Darabos bei der Manöverkritik - ein Geheimprotokoll.



F: Na bumm, das war aber ein schöner Bauchfleck ins Superwahljahr.

D: I versteh’s no immer ned, rein strategisch war des a g’mahde Wies’n, praktisch nicht zum Verlier’n, zumindest hat mir des der Häupling so erklärt. Er hat g’sagt, dass ma in dem Land alles durchsetzt, wenn man die drei Qualitätszeitungen mit die groß’n Buchstab’n hinter sich hat.

F: Ja, früher. Unter’m Dichand hätt’s des ned geb’n. Und, trittst jetzt z’rück?

D: Warum denn? I wollt’ ja a ned Verteidigungsminister werd’n und bin’s word’n, wollt kane Eurofighter und hab’s kriagt, wollt ka Berufsheer und ka Volksbefragung. Was soll mi da jetzt auf amal d’ran hindern, dass i weiter mit tiefster Überzeugung des umsetz’, was i ned wü?

F: Na ja, der Häupling hätt’ da eine neue geniale Strategie.

D: Und?

F: Wir schenken der ÖVP das Verteidigungsministerium - unter der Voraussetzung, dass dein Freund Entacher Minister wird und das Bundesheer von Grund auf reformieren und kostenneutral zu einer sinnvollen Truppe umgestalten muss.

D: Suuuuuper! Des schau i mir an, und zwar in da erst Reih’ fuaßfrei. Bevor den Verein nämlich wer so umdakrempelt, dass er militärisch effektiver is wia de Jungschar, werd no da Schlierenzauer tauglich g’schrieb’n, da wett i mei schönste Designerbrill’n.

F: Also bist dabei?

D: Moment amal. Und was soll dann aus mir werd’n?

F: Des is ja da Trick dabei. Du wirst Unterrichtsminister und machst mit deinem strategischen Talent und deinem unbezwingbaren Charisma die Volksbefragung über die Gesamtschule zu einem Triumph für die Sozialdemokratie.

D: Ja, wann da Häupling des mant, is as sicha a g’mahde Wies’n.

 
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