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Regierungsform mit drei Kühen

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Wer mit wem? - Mangels anderer Themen dreht sich der Wahlkampf wieder einmal um die Koalitionsfrage.

Sämtliche Krawattenmuster wurden bereits durchgehechelt, bis hinunter zu Geschmacksverirrungen wie Gelb-Blau-Rosa oder Rot-Schwarz mit kleinen grünen Pilzen drauf. Aber was hätten wir von all diesen Koalitionsvarianten eigentlich zu erwarten? Als Antwort hilft vielleicht die alte Geschichte vom Bauern und seinen Kühen.

Große Koalition alt: Ein Bauer hat drei Kühe. Die Regierung nimmt ihm zwei weg, besteuert die Milch der dritten mit dem Höchststeuersatz, verdoppelt mit dem Geld die Parteienförderung und verspricht dem Bauern eine spürbare Steuerentlastung.

Große Koalition neu: Ein Bauer hat drei Kühe. Die Regierung nimmt ihm zwei weg, entsendet die dritte in die Verhandlungen über ein neues Lehrerdienstrecht und schreibt die Einführung beheizbarer Melkschemel vor.

Rot-Schwarz-Grün: Ein Bauer hat drei Kühe. Die Regierung nimmt ihm alle drei weg und schenkt ihm dafür ein biologisch abbaubares Heiligenbildchen von Eva Glawischnig.

Schwarz-Blau-Stronach: Ein Bauer hat drei Kühe. Die Regierung stellt
ihm Karl-Heinz Grasser und Walter Meischberger als Finanzberater zur Seite, kauft ihm nach seinem Bankrott einen Sitz im Nationalrat und schickt ihm eine Ansichtskarte aus Kanada.

Rot-Grün: Ein Bauer hat drei Kühe. Die Regierung unterwirft ihn der Reichensteuer, verbietet das diskriminierende Wort "Kühe", untersagt Viehtriebe auf Radwegen und ermöglicht die Verpartnerung zwischen Rindern.

Schwarz-Grün-Stronach: Ein Bauer hat drei Kühe. Die Regierung bestraft ihn wegen des Fehlens eines Stiers als erneuerbarer Energieträger und verfügt mittels Transparenzpaket, dass Milch künftig durchsichtig zu sein hat.

Rot-Grün-Neos: Ein Bauer hat drei Kühe. Die Regierung verbietet Kreuze in Kuhställen, führt eine Energiewende mittels Kuhfladen-Verbrennungsanlagen herbei und ist ansonsten fröhlich.

Schwarz-Blau-Orange: Ein Bauer hat drei Kühe. Die Regierung schiebt ihn wegen mangelnder Deutschkenntnisse ab, verbietet Kopftücher für Bäuerinnen und untersagt bei Todesstrafe das Muhen in den Nachtstunden.

Rot-Blau: Ein Bauer hat drei Kühe. Die Regierung beschließt ein Verfassungsgesetz gegen den Ausverkauf der heimischen Milch, führt eine Hornabgabe ein und belegt Stalltore mit dem Eingangssteuersatz.

Rote Minderheitsregierung: Ein Bauer hat drei Kühe. Die Regierung verstaatlicht seinen Besitz, lässt ihn auf Frühpensionist umschulen und teilt ihm einen Liter warme Milch täglich zu.

 
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