Onkel Franks geheime Einkaufsliste
Von | 20.08.2012 - 20:44
Alexander Purger
Der Milliardär ist die neueste Spielfigur auf dem innenpolitischen Schachbrett. Bisher gab es dort vor allem Rössel mit abenteuerlichen Bocksprüngen und Türme, die sich möglichst wenig bewegen. Jetzt neu: der Milliardär.
Womit nicht gesagt sein soll, es hätte in der Innenpolitik nicht schon bisher Milliardäre (immer gerechnet in der alten und bald wieder neuen Schillingwährung) gegeben. Denn unsere olympiagoldmedaillenverdächtige Parteienförderung macht jährlich 200 bis 300 Millionen Steuereuro aus. Das heißt, es gibt politisierende Milliardäre, wohin man schaut. Der einzige Unterschied ist: Die anderen machen Politik mit unserem Geld, Frank Stronach mit seinem eigenen. Und das ist offenbar das besonders Arge an ihm.
Zur weiteren Illustration seiner Argheit zitieren wir im Folgenden aus seiner geheimen Einkaufsliste. Denn klarerweise will Stronach sich für seine neue Partei nicht mit Trostpreisen und Schleuderangeboten aus den hintersten Wühlbänken des Parlamentseinkaufszentrums zufriedengeben. Er will die echten Granaten. Lesen Sie selbst:
Werner Faymann: Weil keiner so gut mit dem Geld anderer Leute Partei-Inserate schalten kann.
Josef Ostermayer: Weil Faymann ohne ihn nicht aus dem Haus geht.
Johanna Mikl-Leitner: Weil sie dafür sorgt, dass der Zaster herkommt.
Dompfarrer Toni Faber: Weil er die Ideen der neuen Stronach-Partei in alle "Seitenblicke" tragen wird.
Günther Platter: Weil kein anderer die Partei-Gäste von auswärts so gut auf Englisch begrüßen kann.
Eva Glawischnig: Weil sie den Beweis geführt hat, dass man bei einer Fahrt zu einer Parteiveranstaltung auch mit einem Elektroauto mit 160 km/h auf der dritten Spur drängeln kann.
Heinz Fischer: Weil es immer gut ist, wenn man jemanden in der Partei hat, der bei der Angelobung von Ministern sozusagen an der Quelle sitzt.
Michael Spindelegger: Weil jede Partei ein niedliches Maskottchen zum Liebhaben braucht.
Laura Rudas: Weil niemand so gut Partei-Presseaussendungen formulieren kann wie sie.
Herbert Kickl: Weil er dichtet wie kein Zweiter. Und so weiter.
Maria Vassilakou: Weil sie in Wien eine Methode entwickelt hat, wie man die direkte Demokratie völlig gefahrlos für die Partei anwenden kann.
Karl-Heinz Grasser: Weil er der Stronach-Partei jede gewünschte Titelseite und Schlagzeile zwischen Scheibbs und Paternion liefern kann.
Heinz-Christian Strache: Weil er immer Karikaturen an der Hand hat.
Barbara Prammer: Weil jede Partei auch eine Quotenfrau braucht.
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