Merkel und die Katze Jedermann
Von Alexander Purger | 13.08.2012 - 20:16
Salzburg lebt. Bei der "Jedermann"-Aufführung am Samstagabend begab es sich, dass etwa in der Mitte des Stücks, bei den "Jedermann, Jedermann!"-Rufen, eine weiße Katze vom Kapitelplatz kommend auf den Domplatz flitzte. Vermutlich hieß sie Jedermann.
Eine Zeit lang war sie dann nicht zu sehen, weil sie sich unter dem Bühnenaufbau durcharbeitete (wo später der Teufel aus- und einfährt). Plötzlich schoss sie auf der anderen Seite unter der Bühne hervor und verschwand in Richtung Kapitelplatz. Man kann mit Fug und Recht sagen: Diese Katze ist durch die Hölle gegangen.
Dieses Schicksal teilt die Salzburger Katze Jedermann mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Die geht auch durch die Hölle. Egal, was sie tut, es ist falsch. Was heißt falsch: Es ist eine Katastrophe! Selbst wenn die Kanzlerin in Bayreuth ein grünes Kleid anhat, das sie vor vier Jahren schon einmal anhatte, schreiben die Gazetten: Typisch, hyperinszenierte Sparpropaganda!
Die meisten Europäer kennen Merkel mittlerweile aber nicht im grünen Kleid, sondern in Naziuniform. Jede nicht deutschsprachige Zeitung, die auf sich hält, bildet Merkel wahlweise in SA-, SS- oder Wehrmacht-Uniform ab. Der Grund dafür ist natürlich, sie für ihre aberwitzige Haltung in der Schuldenkrise zu bestrafen. Während jedes Kind weiß, dass man Schulden nur abbauen kann, indem man noch mehr Geld ausgibt (und zwar am besten jenes der Deutschen), glaubt Merkel, dass jetzt in Europa gespart werden muss. Völlig von Sinnen, die Frau.
Sie lässt keine Gelegenheit aus, ihre fiese Spargesinnung auch noch in aller Öffentlichkeit auszubreiten. Die "Süddeutsche Zeitung" ließ dieser Tage 37 Prominente auffahren, die der Kanzlerin je ein Stück Frage stellten. Bei ihren Antworten tobte sich Merkel dann so richtig aus. Als ihre größte Jugendsünde bezeichnete sie es, einen neuen Trainingsanzug mit Baumharz bekleckert zu haben. Und auf die Frage von Boris Becker, wen sie gern zu einer Dinnerparty einladen würde, antwortete sie schmallippig, dass sie keine Dinnerpartys gebe. Zu einem Abendessen (vermutlich Erdäpfel mit Butter) würde sie aber gern einmal Vicente del Bosque einladen, erklärte Merkel.
Das ist wieder einmal typisch! Sie möchte einen Fußballtrainer einladen, nimmt aber nicht einen dieser feschen, schillernden Typen wie José Mourinho oder Pep Guardiola, sondern - Bayreuth-Trick! - den dicklichen, stets melancholisch dreinschauenden del Bosque. Der Kerl trägt sicher auch zwei Mal hintereinander denselben Anzug, wenn er mit seiner Mannschaft gerade wieder einmal Champions-League-Sieger, Europa- oder Weltmeister wird.
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