302 Goldmedaillen für Österreich
Von | 09.08.2012 - 19:51
Alexander Purger
Alles wird gut. Überhaupt, seit SPÖ und ÖVP das größte Problem der Jetztzeit gelöst und sich in Wien auf ein Telefonierverbot für Radfahrer geeinigt haben. Weitere Schritte zur Hebung der Verkehrssicherheit müssen und werden folgen. Eisschleckverbot für Fußgänger, Zeitungsleseverbot für Parkbankerlsitzer und Helmpflicht für Eichkatzerl sind in Vorbereitung. In Wien wird zudem ein Parkpickerl für stehen bleibende Fußgänger erwogen.
Was bei dieser ehrgeizigen Reformagenda auffällt, ist allerdings, dass sich die Regierung nicht auch des zweitgrößten Problems der Jetztzeit annimmt: der österreichischen Medaillennichtbilanz in London.
Energische gesetzliche Schritte gegen diese größte nationale Schmach seit Düdelingen tun not. Wir stellen uns die Debatte darüber wie folgt vor:
Uwe Scheuch legt ein Gutachten vor, wonach es künftig part of the Olympic game sein sollte, dass er jedem Medaillengewinner automatisch die österreichische Staatsbürgerschaft besorgt. Nach 302 Bewerben würde der Medaillenspiegel also Österreich mit 302 Mal Gold, 302 Mal Silber und 302 Mal Bronze doch recht deutlich voran sehen, erläutert Scheuch. Der Haken an der Sache: Das Gutachten kostet trotz Patriotenrabatts sechs Millionen Euro.
Ebenfalls vonseiten der Kärntner Freiheitlichen kommt der Lösungsvorschlag, den Termin der nächsten Olympischen Sommerspiele durch regelmäßigen Auszug aus dem IOC in den Winter hinein zu verschleppen.
ÖVP-Chef Michael Spindelegger schlägt einen Verhaltenskodex für Sportler vor. Als Vorsitzender des zugehörigen Ethikrats konnte er Ernst Strasser gewinnen. Dessen Tipp an die österreichischen Sportler: Nehmt Gold, wo ihr es kriegen könnt!
Verteidigungsminister Norbert Darabos startet unterdessen Pilotprojekte für eine Freiwilligenarmee an Olympiasiegern. Geplant sind gefinkelte, aber nichtsdestotrotz kostengünstige Anreizsysteme. Wer sich freiwillig als Olympiasieger meldet, bekommt ein Darabos-Abziehbild. Wer sich nicht meldet, bekommt zwei.
Im Gespräch sind auch geschlechtsspezifische Auswertungen der Olympiaergebnisse. Da das Geschlecht der Österreicher bei den Sommerspielen traditionell schlechter abschneidet als alle andere Nationen, sollen die Ergebnisse der heimischen Athleten künftig gendergerecht aufgewertet werden, empfiehlt die Medizinuni Wien.
Einzig Bundespräsident Heinz Fischer sieht keinen Handlungsbedarf. Er ließ verlauten, er sei stolz darauf, dass sich die Sportler aus dem neutralen Österreich nicht in die Wettkämpfe in London eingemischt haben.
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KOMMENTARE (1)
Johann Pollhammer
11.08.2012
21:08 Uhr
302 Goldmeadaillen f. Österreich Gratulation Herrn Purger zu dieser großartigen, humorvollen, vor allem aber tiefgreifenden und treffenden Zusammenfassung des österr. innenpolitischen Desasters. Besser kann man die Malversationen der österr. Innenpolitik nicht treffen. Es ist eigentlich zum Weinen, wenn man an die wahren Hintergründe dieser Darstellung denkt. Dank Purgers Humor kann man Gott sei Dank dennoch lachen. Vielen Dank, Herr Purger. Diesen Artikel werden wir uns aufheben.. Hans und Ilse Pollhammer Brucknerstr. 1 4701 Bad Schallerbach
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