Das unterschätzte Innovationspotenzial der Schüler
Von Gertraud Leimüller | 27.06.2012 - 20:19
Zähne putzen und gleichzeitig Haare kämmen. Wer es eilig hat, sollte vielleicht einmal auf eine Teeth-Rail, zu deutsch: Zahnschiene, beißen und sich den morgendlichen Job von automatisch gesteuerten Bürsten erledigen lassen. Wer nicht mehr gut zu Fuß ist, kann mit dem intelligenten E-Rollator lästige Hindernisse wie Gehsteigkanten oder Schlaglöcher überwinden. Und Wanderer müssen nicht mehr stehen bleiben, wenn sie ihren Wanderstock verstellen möchten: Es gibt nun auch Wanderstöcke samt Beleuchtung und Höhenmesser, die leicht und mit nur einer Hand zu bedienen sind.
Die genannten Innovationen stammen nicht aus Forschungsabteilungen von Unternehmen, sondern aus Klassenzimmern in Österreich und Deutschland. Regelmäßig erbringen Jugendliche kreative Höchstleistungen, werden dafür ausgezeichnet und zu Wettbewerben in alle Welt geschickt.
Dies alles geschieht allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Man nimmt Notiz von der verunglückten Zentralmatura, der die armen "Hascherl" unterworfen werden, jedoch nicht von deren Kreativität und Schaffensfreude.
Wer weiß schon, dass Tausende von Jugendlichen unter 19 Jahren in Österreich in mehr als 900 Übungsfirmen arbeiten, die teils sogar international handeln und in einem eigenen Firmenbuch verzeichnet sind? Dass sich allein heuer 1670 Schüler in 539 Projekten beim Bundeswettbewerb "Jugend innovativ" beteiligt haben? Dass einige Schüler bereits Patente anmelden, wie zum Beispiel jener HTL-Schüler aus Braunau, der sich eine Steuerung für Waschmaschinen und andere Geräte überlegt hat, die sie genau dann einschaltet, wenn Sonnen- und Windenergie zur Verfügung stehen, und auf diese Weise Aufbringung und Verbrauch koppelt?
Und wer weiß, dass andere Jugendliche wissenschaftliche Publikationen.
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