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So gefährlich leben Paparazzi

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Sie nennen sich CIA - Celebrity Intelligence Agency (Celebrity-Geheimdienst).

Bewaffnet sind sie mit einer Fotokamera und Insiderwissen über die Tagesabläufe, Gewohnheiten, Lieblingsrestaurants und Autos der Stars - sowie über die Spielplätze, Kindergärten, Schulen und Sportvereine, die deren Kinder besuchen. Und wenn sie den Celebritys mit Kameras auflauern, wissen sie eines genau: Das erste Foto ist extrem wertvoll, das zweite kann man quasi vergessen.

Los Angeles’ Paparazzi sind eine der vielen Berufsgruppen, deren Mitglieder hart daran arbeiten, um über Nacht reich zu werden. Denn - zumindest theoretisch - trennt die Celebrity-Jäger nur ein "Klick" vom Lotto-Hauptgewinn. Für das richtige Bild zur richtigen Zeit machen Klatschblätter Millionen von Dollar locker. Das Foto von der neugeborenen Shiloh Jolie Pitt zum Beispiel war dem Magazin "People" 4,1 Millionen Dollar wert. Allerdings wurde der begehrte Shot nicht von einem Paparazzo geliefert, sondern von den weltberühmten Eltern Brad und Angelina selbst. Der Erlös ging an afrikanische Hilfsorganisationen.

+ Aber selbst wenn es nur ein paar Hundert Dollar sind, die man mit einem schnell geschossenen Foto verdient: Für viele klingt der Job des Starfotografen in einer Stadt wie L. A., wo man tatsächlich an jeder Ecke auf eine Celebrity stößt, verlockend.

Die Konkurrenz ist deshalb naturgemäß groß. Und die Jagd nach dem "einen", dem eben einzigartigen Celebrity-Foto wird immer verrückter und gefährlicher.

Vielen steckt noch der Schock über den Tod des 29-jährigen Fotografen Chris Guerra in den Knochen. Der junge Mann war am Neujahrstag Justin Biebers Ferrari gefolgt. Als der Wagen wegen Raserei aufgehalten wurde, sprang Guerra aus seinem Auto, um "das Foto des Tages" zu schießen. Als er in der Dunkelheit die stark befahrene Straße überquerte, wurde er von einem Auto erfasst und getötet.

Auch die Salzburgerin Claudia Kindl, die seit einigen Jahren in L. A. lebt und sich die erste Zeit als Celebrity-Fotografin durchschlug, konzentriert sich jetzt lieber ganz auf ihre eigentliche Berufung: nämlich zu spielen und Drehbücher zu schreiben. "Es ist einfach zu crazy geworden in den letzten Jahren. Als ich anfing, war die Konkurrenz noch viel kleiner und das Ganze hat mehr Spaß gemacht."

Aber einfach war es auch damals nicht. "Um von Celebrity-Fotos leben zu können, muss man nicht nur informiert, sondern auch diszipliniert sein", sagt die Salzburgerin, die täglich stundenlang die Strände von Malibu abklappern musste, bevor sie die Stars erkannte.

 
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KOMMENTARE (1)
 

Peter Reinhard

19.01.2013
12:23 Uhr

Vielleicht sollten Sie es dieser Salzburger Kollegin nachmachen und sich auch wieder mehr nur mit Drehbuchschreiben beschäftigen. Und versuchen Sie aber dann das Projekt auch zu realisieren! Wenn nicht über ein Filmstudio dann halt auf unabhängiger Ebene. Sehen Sie sich mal die Website www.actresswaitress.com an. So macht man das !!!

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