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		<title>Salzburger Nachrichten RSS Feed</title>
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		<description>Die aktuellsten Nachrichten von salzburg.com</description>
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			<title>Salzburger Nachrichten RSS Feed</title>
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		<lastBuildDate>Sat, 18 May 2013 17:08:25 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Wie Google eine Villa für mich fand</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/fliehers-journal/sn/artikel/wie-google-eine-villa-fuer-mich-fand-59406/</link>
			<description>Ein Klick - und seither verfolgt mich diese Villa. Südfrankreich. Herrlich. Ein Schnäppchen. Und jetzt habe ich Angst, dass ich diese Villa nie mehr los werde.</description>
			<content:encoded><![CDATA[ Die Millionen-Villa schaut gut aus. Wohnt sich prächtig da. Das lässt sich schon vom Anschauen sagen. Durch die Pinien schimmert das Meer herauf. Der Pool liegt wie eine riesige Terrasse im Hang. Rundum nichts. Zwei Mille. Schnäppchen quasi und &quot;Ein idealer Ort zum Entspannen&quot;. Wer brauchte das nicht? So steht es da. Auf jeder Seite. Die Villa verfolgt mich nämlich. Einerseits tut sie das in Träumen. So ein Ort im warmen Süden, gleich am Meer, der Wein, das Essen, schöne Cafés. Aber es gibt Träume, die besser Träume bleiben müssen. Da bin ich nämlich ein Freund der Bank. Also gehe ich gleich lieber gar nicht hin. Sonst rechnen die aus lauter Kundenpflege etwas aus, was sowieso unberechenbar ist. Andererseits belebt die Traumvilla auch richtige Albträume. Sie geht nämlich nicht mehr weg. Um genau zu sein: Das Bild geht nicht mehr weg. Links oben. Rechts unten. In der Mitte. Kaum bin ich wo, ist das Bild von der Villa auch da und daneben das Bild vom Makler. Unheimlich! Beide habe ich nie gesucht. Aber beide finden mich immer. Sie stellen mir nach bis in hinterste Winkel. Egal, ob ich schnell die aktuellen Ergebnisse des Giro d&#8217;Italia checke - die Villa ist da. Kurzes Update über die aktuellen Berichte zu David Beckhams Rücktritt? Die Immobilienmaklerin lächelt mich an vom Bildschirm herunter. Jeden meiner Klicks durch das Internet nämlich kennen die Villa und ihre Anbieterin. Kaum bin ich da, sind sie auch da. Als Werbebanner. Unheimlich, denke ich. Völlig logisch ist das, sagt T., der Internetauskenner meines Vertrauens. Selbst schuld! Das sagt er freundlicherweise nicht. So funktioniert im Netz die Werbung, sagt er. Und so haben sie mich erwischt, weil ich neulich bei einer Zugfahrt nichts zum Lesen dabei hatte. Da saß ich hinter zwei, die sich über den Verkauf einer Luxusimmobilie unterhielten. Sie waren über Wien auf dem Weg nach Mallorca. Dort war aus einem potenziellen Kunden ein wirkliches Geschäft - eh klar in Millionenhöhe - geworden. Und weil mir fad war und ich beeindruckt war von den Gesprächsfetzen über Quadratmeter und Millionen, googelte ich mir am Laptop aus dem Belauschen des Gesprächs zusammen, wer die sind und was sie tun. Edel-Immobilienhändler. Sitz: Salzburg und was-weiß-ich-noch-wo. Ich surfte auf der Homepage zwischen schönsten, teuersten Häusern. Ich dachte dabei an eine Kolumne über Menschen, die sich solchen Luxus leisten. Und ich habe mich surfend als potenzieller Interessent offenbart. Google und die anderen Netz-Monopolisten kennen da nichts. Du surfst, machst Spuren. Das Netz-Hirn hält alles fest und beballert dich dann kundenspezifisch. Total automatisch. Egal, wohin du klickst. Ich dachte, so was gibt es nicht. Jetzt aber hoffe ich, dass sich bald ein Käufer für die Villa findet. Sonst werde ich die nie mehr los, nur weil ich neulich im Zug kein Buch dabei hatte.<br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Fliehers Journal</category>
			
			<pubDate>Fri, 17 May 2013 16:10:11 +0200</pubDate>
			
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			<title>Leben und Risiko sind untrennbare Zwillinge</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/barazon/sn/artikel/leben-und-risiko-sind-untrennbare-zwillinge-59404/</link>
			<description>Die Entfernung des Brustgewebes und der Ersatz durch Kunststoff zur Auffüllung der Brüste sollen den Weltstar Angelina Jolie vor Brustkrebs bewahren. Zu bedenken sind allerdings Gr...</description>
			<content:encoded><![CDATA[ Der Entschluss der gesunden Schauspielerin zu dieser Maßnahme und der nun in einem monatelangen Prozess erfolgte Eingriff hat Bewunderung für den mutigen Schritt ausgelöst.</p><p>Zu bedenken sind allerdings das Grundkonzept und die Beispielsfolgen.</p><p>Das Grundkonzept besagt, dass die Medizin nicht nur eine Reparaturstelle sein soll. Nachdem die Genetik Prognosen ermöglicht, würde sich also, wie im Falle Jolie, ein vorsorglicher Eingriff empfehlen.</p><p>Hier bricht aber die Problematik auf. Gentests weisen die Möglichkeit einer Krankheit aus und geben die Wahrscheinlichkeit des Eintretens an. Sie können aber weder eine sichere Prognose erstellen noch einen Termin bestimmen. Somit sind diese Tests eine hilfreiche Warnung, die zu besonderer Vorsicht und somit zu Untersuchungen in kurzen Abständen mahnen, um rechtzeitig eingreifen zu können.</p><p>Von vornherein das Eintreten der möglichen Krankheit anzunehmen und, wie Jolie, eine kapitale Operation vorzunehmen, bedeutet gleichsam &quot;auf Nummer sicher zu gehen&quot;.</p><p>Mit dieser Einstellung wird allerdings das allgemein zu beobachtende extreme Sicherheitsstreben auf die Spitze getrieben. Das reicht vom übertriebenen Schutz der Kinder vor allen möglichen Gefahren über die zahllosen Vorschriften, die den Einzelnen in jeder Lebenslage umsorgen, bis hin zu nun offenbar modern werdenden &quot;Vorsorgeoperationen&quot;.</p><p>Hier verkehrt sich allerdings Wohltat zur Plage. Vorsicht ist eine Tugend, der Versuch, alle Risken zu vermeiden, mündet aber in einer allgemeinen Erstarrung, im Ersticken alles Lebendigen. Risiko ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens, Risiko muss daher akzeptiert werden, Risiko kann nur durch angemessene Vorsichtsmaßnahmen in Grenzen gehalten, aber niemals gänzlich beseitigt werden.</p><p>Angelina Jolie hat mit ihrem Schritt ein Signal gesetzt, das dem so stark verbreiteten Streben nach Sicherheit einen bedenklichen Auftrieb geben muss. Die bislang in breiten Kreisen wenig beachteten Gentests erfahren nun eine globale Werbung. </p><p>Jolie vermittelt der Eindruck, man müsse nur einen Gentest machen, ein Organ gegen ein Ersatzteil tauschen und schon wäre man für alle Zeiten vor Krankheiten gefeit. Dass die Gesundheit eines Menschen keineswegs nur von den Genen bestimmt wird, sondern entscheidend auch von seiner Entwicklung und seinem Verhalten, rückt in den Hintergrund.</p><p>Zu den vielen, die durch ihre Ess- und Lebensgewohnheiten Krankheiten verursachen, die in der Folge die Medizin reparieren soll, kommen nun jene hinzu, die die Herstellung eines garantiert gesunden Körpers einfordern.</p><p>Beide müssen enttäuscht werden.<br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Barazon</category>
			
			<pubDate>Fri, 17 May 2013 16:08:27 +0200</pubDate>
			
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			<title>Der außergewöhnlich hohe Reiz des Normalen</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/soll-und-haben/sn/artikel/der-aussergewoehnlich-hohe-reiz-des-normalen-59405/</link>
			<description>&quot;Eine ganz normale Bank werden&quot; - das ist es, was sich der Finanzvorstand der Bayerischen Landesbank wünscht.</description>
			<content:encoded><![CDATA[ Bei der jüngsten Präsentation der Ergebnisse im ersten Quartal verkündete der Finanzvorstand die frohe Botschaft, dass man auf dem Weg zum Erreichen des Normalzustandes wieder ein Stück vorangekommen sei.</p><p>Vorbei die Zeiten, in denen Banken darauf ausgerichtet waren, das Außergewöhnliche zu erreichen. Da konnte kein Ziel zu hoch gesteckt sein - das Eigenkapital sollte sich mit 25 Prozent verzinsen, innovative Finanzprodukte waren gefragt, neue Märkte wurden erobert - kurz, der Expansion waren keine Grenzen gesetzt. Heute ist man froh, wenn es das normale Geschäft läuft. Früher kaufte man Banken, jetzt schaut man, dass man sie los wird. Dabei gilt es schon als Erfolg, wenn der in den Büchern angesetzte Wert erreicht wird. </p><p>Noch vor ein paar Jahren wäre man als Banker für diese Bescheidenheit belächelt worden. Es wurde das Vielfache des Buchwertes für Banken bezahlt, die sich später als Fass ohne Boden (© Maria Fekter) erwiesen. Jetzt muss man noch etwas drauflegen, um einen Käufer dafür zu finden. Diese bittere Erfahrung macht derzeit auch die Republik Österreich, die sich abmüht, ihre problembehafteten Banken zu verkaufen.</p><p>Zur Malaise in der Bankenbranche passt auch die Nachricht, dass die Europäische Bankenaufsicht EBA die Stresstests für Kreditinstitute ins Jahr 2014 verschiebt. Ursprünglich dienten solche Prüfungen dazu, das Außergewöhnliche, das scheinbar Unmögliche zu simulieren - einen massiven Einbruch der Konjunktur, einen totalen Verfall der Zinsen, Kreditausfälle in zweistelliger Prozenthöhe. Wozu das noch simulieren, wenn es die Regel geworden ist? Stress ist der Normalzustand. Ein Stresstest müsste daher heute eigentlich abklopfen, wie Banken damit umgehen könnten, wenn es in der Branche wieder normal zuginge.</p><p>Aber was ist schon normal? Normal war früher zum Beispiel, dass man Vertrauen zu Banken hatte. Mittlerweile müssen Banken um dieses Vertrauen betteln. Deshalb betonen so viele, sich wieder ihren ursprünglichen Aufgaben zuzuwenden - Einlagen von Kunden anzunehmen und Kredite auszureichen. </p><p>Wer sich dem biederen Brot-und-Butter-Geschäft verschreibt, gilt als Trendsetter, die Reduktion aufs Wesentliche ist der neue Maßstab. Kein Wunder, manche Banken wären froh, könnten sie sich die Butter aufs hart verdiente Brot leisten. Ihren Kunden geht es nicht besser. Auch sie wären froh, wenn der Ausnahmezustand im Geldgewerbe ein Ende fände und wieder Normalität einkehrte. Ein frommer Wunsch in außergewöhnlichen Zeiten.<br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Soll u Haben</category>
			
			<pubDate>Fri, 17 May 2013 16:07:39 +0200</pubDate>
			
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			<title>Wenn Enten durch die Zeitung flattern</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/purgertorium/sn/artikel/wenn-enten-durch-die-zeitung-flattern-59264/</link>
			<description>Über Zeitungsenten zu schreiben, ist in Zeitungen ansonsten eher tabu.</description>
			<content:encoded><![CDATA[ Außer es bietet sich eine so gute Gelegenheit wie die neue Ausstellung &quot;Zwischen Königgrätz und Córdoba&quot; in der Österreichischen Nationalbibliothek. Dort wird an zwei der lustigsten Enten erinnert, die je durch die Zeitungslandschaft flatterten.</p><p>Im Juli 1951 wurde den Kulturredaktionen auf offiziellem Briefpapier des PEN-Clubs die bevorstehende Ankunft des berühmten Eskimodichters Kobuk in Wien avisiert. Hinter der Aktion steckte, was niemand wusste, der Kabarettist Helmut Qualtinger. Die Nachricht schien glaubwürdig zu sein, und so berichteten alle Zeitungen über den &quot;international renommierten&quot; Besucher, seine Freundschaft mit Stefan Zweig (auch das eine Erfindung Qualtingers) und seine (ebenfalls nur im Kopf Qualtingers existierenden ) Werke:</p><p>Über den Roman &quot;Brennende Arktis&quot;, das Schlittenhund-Drama &quot;Heia Musch Musch&quot;, die Grönland-Trilogie &quot;Nordlicht über Iviktut&quot; und seine Theaterstücke &quot;Einsames Iglu&quot; und &quot;Verlassenes Kajak&quot;. Auch über Kobuks angeblichen Plan, die Wiener Eisrevue zu einer Grönland-Tournee zu bewegen, wurde ausführlich referiert.</p><p>Am Tag der Ankunft des vermeintlichen grönländischen Dichterfürsten drängten sich die Reporter und Fotografen auf dem Wiener Westbahnhof. Aus dem Waggon kletterte, mit Pelzmantel und Pelzmütze als Eskimodichter verkleidet, Helmut Qualtinger. Auf die Frage nach seinem ersten Eindruck von Wien antwortete er in breitestem Dialekt: &quot;Haaaß is&#8217;!&quot;</p><p>Ein ähnlicher &quot;Practical joke&quot; gelang Jahre später Karl Farkas. Der greise Kabarettist nützte im Fasching 1969 seine frappante Ähnlichkeit mit dem berühmten griechischen Reeder Aristoteles Onassis, um ganz Graz auf den Arm zu nehmen. Mit einer dunklen Brille als Onassis verkleidet reiste Farkas von Wien nach Graz. Seine Begleitung war die Schauspielerin Elly Naschold, die Onassis&#8217; Ehefrau Jackie spielte. Der Besuch war von einer eingeweihten Zeitung groß angekündigt worden, sodass für das illustre Paar (Jackie Onassis war die Witwe von John F. Kennedy) auf dem Grazer Bahnhof ein buchstäblich großer Bahnhof stattfand. Tausende Menschen, roter Teppich, salutierende Eisenbahner mit weißen Handschuhen, schließlich Empfang im Rathaus.</p><p>Als Farkas dort den Bau einer Großreederei am Grazer Hilmteich versprach, gab es des Jubels kein Ende mehr. Auf der Rückfahrt nach Wien standen auf jedem Bahnhof gerührte Bürger und winkten Farkas dankbar zu. Angeblich beugte er sich zu Naschold hinüber und sagte: &quot;So ist noch nie ein Schauspieler gefeiert worden.&quot; <br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Purgertorium</category>
			
			<pubDate>Thu, 16 May 2013 18:45:31 +0200</pubDate>
			
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			<title>Leider nicht sehr aufgeweckt</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/spitze-feder/sn/artikel/leider-nicht-sehr-aufgeweckt-59265/</link>
			<description>Einmal musste es ja so weit sein. Der Wecker, treuer Begleiter seit mehr als 20 Jahren, gibt seinen Geist auf.</description>
			<content:encoded><![CDATA[ Er ist nicht richtig kaputt, eher amtsmüde. Er plärrt nicht mehr wie gewohnt, er piepst nur noch. Und das ganz, ganz leise. Also: Neuen Wecker kaufen. Das ist leichter gesagt als getan. Nachfolgemodelle gibt es zwar, nur kaum wo zu kaufen. Bei einer Elektronikkette wird man schließlich fündig. Zumindest telefonisch. &quot;Wecker? Ja, haben wir.&quot; - &quot;Welche Modelle denn?&quot; - &quot;Ein großes und ein kleines.&quot; Auch auf Nachfrage sind der Verkäuferin nicht mehr zweckdienliche Details zu entlocken. Dann klingelt&#8217;s! Es besteht offenbar nicht das geringste Interesse, einen Wecker zu verkaufen. Das ist ärgerlich. Und nicht sehr aufgeweckt. <br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Spitze Feder</category>
			
			<pubDate>Thu, 16 May 2013 18:43:07 +0200</pubDate>
			
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			<title>Krachen muss es, rauchen und stinken</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/aus-der-heimat/sn/artikel/krachen-muss-es-rauchen-und-stinken-59110/</link>
			<description>Dass es bei einem Fest krachen, rauchen und stinken muss, geht auf einen Spruch des Flachgauer Schützenpfarrers Franz Klaushofer zurück.</description>
			<content:encoded><![CDATA[ Die kirchlichen Feste rund um die frühlingshaften Prangtage geben Zeugnis unseres christlichen Glaubens und einer lebendigen Volkskultur. Unverzichtbar sind dabei die lautstarken Künder festlicher Freude, die Prangerschützen. </p><p>Erste Zeugnisse finden wir in Petitionen an das &quot;hochwohllöbliche Konsistorium&quot; um Schusserlaubnis zu Fronleichnam, Weihnachten und für Prangfeste. In der Stadt Salzburg lässt sich das Reverenz- und Festschießen bis 1628 zurückverfolgen. </p><p>Damals wurden zur Domeinweihung donnernde Schüsse abgefeuert. Prangerstutzen, wie sie im Flachgau und dem angrenzenden Tennengau gebräuchlich sind, waren nie Waffen, sondern wie die Handböller Geräte des Lärmbrauchtums. </p><p>Die Reinigung eines alten Museumsstücks in Ebenau im Jahre 1990 durch Kustos Franz Höpflinger brachte auf dem vierten Unterfeld des Achtkantrohrs die Jahreszahl 1693 zum Vorschein. Bei diesem Rohr handelt es sich um eine reine Eisenarbeit aus gerolltem Eisen. Zur Zeit der Entstehung der ältesten Prangerstutzen wurden die im Feuer erhitzten Teile durch Hämmern und Pressen zusammengefügt. </p><p>Diese Nähte hielten vielfach dem enormen Detonationsdruck nicht stand und die Rohre platzten. </p><p>In der Zeit zwischen 1693 und 1770 kam man auf die Idee, um das eiserne Stutzenrohr einen Sicherheitsmantel aus Messing zu legen. Die strengen Vorschriften des Pyrotechnikgesetzes schreiben nun einen Stahlmantel vor. Der überlieferte Spruch: &quot;Ein Fest muss krachen, rauchen und stinken . . .&quot;, stammt vom legendären Flachgauer Schützenpfarrer Franz Klaushofer, dem Gründer der Seehamer Prangerstutzenschützen. </p><p>&quot;Land und Leute sollen durch unseren Schützenbrauch erfahren, dass eine heilige Festzeit anbricht und alle aufgerufen und eingeladen werden, die Geheimnisse unseres Glaubens rührig mitzufeiern und zu begehen!&quot; So bedankt sich der Salzburger Schützendekan Universitätsprofessor Hans Paarhammer bei den vielen Schützen, die in schöpferischer Treue zu den Prangtagen diesen Brauch hochhalten und der Festgemeinde am Ort ihre starke Stimme verleihen. </p><p><br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Aus der Heimat</category>
			
			<pubDate>Wed, 15 May 2013 19:50:22 +0200</pubDate>
			
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		</item>
		
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			<title>Entlarvendes  Bienensterben</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/querschlaeger/sn/artikel/entlarvendes-bienensterben-59109/</link>
			<description>Die Chemie (in) der Agrarpolitik - ein Streiflicht auf die Realität weit abseits des Bauernherbstidylls.</description>
			<content:encoded><![CDATA[ Als ich beim Plausch mit dem Bauern am Feldrand sage, dass ich einfach nicht verstehe, wieso der Landwirtschaftsminister bei seinem Bienen-Desaster dermaßen stur und sehenden Auges gegen die Wand gefahren ist, lächelt er nur milde und sagt, ich soll einmal in die Bauernzeitung schauen, die gibt es auch im Internet. Gesagt, getan. Nun bin ich ja nicht so naiv zu glauben, es gäbe keine Anzeigen von Agrochemie-Konzernen im Hausblatt des Bauernbunds - das Ausmaß und die Art hat mich aber dann doch überrascht. </p><p>Syngenta, BASF und Bayer sind im wahrsten Sinne des Wortes flächendeckend präsent, äußerst problematisch erscheint vor allem die Vermischung von Information und Produktwerbung in Artikeln der Rubrik Produktion &amp; Markt. Da wird natürlich (?) auch ganz kräftig über Studien gewettert, die behaupten, Insektizide würden mit für das Bienensterben verantwortlich sein.</p><p> Zusätzlich gibt es noch Bayer Agrar TV, eine Website, die die Bauernzeitung gemeinsam mit dem Chemiekonzern betreibt und auf der unter anderem Online-Pflanzenschutzberatung angeboten wird. Und wenn man dann noch liest, dass eine Studie über das Bienensterben im Auftrag des Landwirtschafts- und Umwelt(!)ministeriums ausgerechnet von den oben genannten Konzernen mitfinanziert wurde und das Ministerium wiederum zwischen 2006 und 2011 Inserate im Wert von fast 600.000 Euro in der Bauernzeitung geschaltet hat, wird klar, warum der Herr Minister einen auf Kamikaze gemacht und gar so tapfer für das Insektengift gekämpft hat.</p><p>Die Neonicotinoide mögen nicht die einzige Ursache für das Bienensterben sein, die Diskussion darüber entlarvt aber die agrarpolitische Realität weit abseits des Bauernherbstidylls ziemlich schonungslos.</p><p><br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Querschläger</category>
			
			<pubDate>Wed, 15 May 2013 19:48:38 +0200</pubDate>
			
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		</item>
		
		<item>
			<title>Die Technik treibt uns in den Wahnsinn. Stimmt das wirklich?</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/gewagt-gewonnen/sn/artikel/die-technik-treibt-uns-in-den-wahnsinn-stimmt-das-wirklich-59106/</link>
			<description>Die Macht der Technik ist kleiner als allgemein angenommen. Das zeigt der neue Umgang mit dem Auto mehr als deutlich.</description>
			<content:encoded><![CDATA[ Das Smartphone ist das neue Auto. Natürlich kein Viersitzer, aber die Verbindung zur nächsten U-Bahn oder zu einer passenden privaten Mitfahrgelegenheit schafft es in Sekundenschnelle. Und damit schlägt es das Auto um Längen. So denken mittlerweile viele Menschen. Insbesondere in der Stadt ist das Auto kaum noch sexy. In vielen sozialen Gruppen sagt der Kleinstcomputer in der Tasche oder das Fahrrad mehr über seinen Besitzer und seinen Status aus, als das ein Auto könnte. </p><p>Kein Wunder, dass die Zahl der städtischen Führerscheinneulinge zurückgeht und gleichzeitig jene von jungen Unternehmen wächst, die Mobilität in die nächste Intelligenzstufe heben. Vom privaten Paketdienst checkrobin.com, über den sich Autofahrer, die ohnehin zwischen den Städten unterwegs sind, schon bald etwas dazuverdienen können, bis hin zu carsharing247.com. Dabei handelt es sich um eine private Carsharing-Community, bei der sich mehrere Nutzer ein Auto teilen. </p><p>Die Liste der Initiativen wird täglich länger. Wo bleibt die wunderbare Autowelt, gerade noch die Ikone des Fortschritts und Wohlstandssymbol eines ganzen Jahrhunderts? Wo bleibt die viel beschworene Macht der Technik, die die Massen fasziniert? Selbst der stärkste Motor, das schönste Design kann den Wandel des Automobils zu einem normalen Gebrauchsgegenstand nicht mehr umkehren. </p><p>Dieser basiert auf einem fundamentalen Gerüst: Nicht dass wir eingesehen hätten, wie unvernünftig es ist, allein in einer Blechkiste durch die Gegend zu fahren. Nein, es sind die Werthaltungen, die sich geändert haben und damit die Bedürfnisse: Man will unterwegs kommunizieren oder anderweitig arbeiten (Multitasking). Man will nicht etwas besitzen müssen, das ohnehin die meiste Zeit nutzlos herumsteht (Shared Economy). Man will die Natur nicht über die Maßen strapazieren (Nachhaltigkeit). Das zeigt deutlich: Der Mensch macht die Technik, nicht umgekehrt die Technik den Menschen. </p><p>Ohnmacht und Unterordnung sind somit fehl am Platz. Das gilt auch für die Politik, die sich gegenüber der Macht von Technik und Wirtschaft gern machtlos wähnt: Der größte Treiber für Veränderung seien nicht die technischen Möglichkeiten, sagte kürzlich ein Vertreter des global tätigen Motorenentwicklers AVL List in Graz, sondern die menschengemachte Politik. Ein Beispiel: Werden 2025 die neuen EU-weiten Abgasnormen Pflicht, können keine normalen Benzinautos mehr verkauft werden, sondern nur noch sparsame Hybridautos, die sowohl Elektro- als auch Verbrennungsantrieb haben.</p><p><br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Gewagt gewonnen</category>
			
			<pubDate>Wed, 15 May 2013 19:43:47 +0200</pubDate>
			
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		</item>
		
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			<title>Die WM hat ihren Star</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/powerplay/sn/artikel/die-wm-hat-ihren-star-59107/</link>
			<description>Die laufende Eishockey-WM hat ihren Superstar: Der Russe Alexander Owetschkin, heuer zum dritten Mal bester Scorer in der NHL, traf am Mittwoch quasi auf dem &quot;Rückweg&quot; vo...</description>
			<content:encoded><![CDATA[ Vom Jetlag dürfte er verschont bleiben, denn die Russen müssen schon in der erste Partie antreten - um 12 Uhr mittags. Die weiteren Partien: Schweiz - Tschechien (14.45), Finnland - Slowakei (17.30), Kanada - Schweden (20.15). Spannend wird sein, ob die Schweizer die Tschechen noch einmal so klar wie in der Vorrunde (5:2) besiegen können. </p><p>Österreichs Abstieg stellt hingegen auch die heimische Liga vor Probleme: Weil wegen Olympia im Februar pausiert wird und die B-WM schon am 12. April (wahrscheinlich in Südkorea) beginnt, kommt es zum Terminchaos. 21 Play-off-Runden sind im März kaum unterzubringen, so wird der Grunddurchgang vermutlich schon im Jänner beendet - bis dahin müssen auch 54 Runden in 20 Wochen untergebracht werden. Oder der Grunddurchgang wird auf 44 Partien gekürzt und die Zwischenrunde gestrichen. Von derlei Planspielen scheint man nur in Salzburg unberührt, da schweigt man seit dem Semifinal-Aus eisern über die Zukunft und gibt damit Platz für Spekulationen. In einer davon berichtet die Münchner &quot;AZ&quot;, dass <Fett>Pierre Pagé</Fett> nun Trainer in München wird.</p><p><br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Powerplay</category>
			
			<pubDate>Wed, 15 May 2013 14:11:20 +0200</pubDate>
			
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		</item>
		
		<item>
			<title>Was wusste H.C. Artmann über die Tresterer?</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/lokalpatriot/sn/artikel/was-wusste-hc-artmann-ueber-die-tresterer-59020/</link>
			<description>Der Dichter ahnte vermutlich einiges von speziellen Beziehungen in der Welt der Brauchtumspflege.</description>
			<content:encoded><![CDATA[ Ein Zitat macht sich immer gut. Zwei Zitate machen sich möglicherweise noch besser. &quot;An Fried&#8217;, an Reim und an Gsund&quot; wünschen die Tresterer am Dreikönigstag jenen, die sie besuchen. Also Frieden, Glück und Gesundheit. Möglicherweise schließen sich die Tresterergruppen in den eigenen Wunsch selbst aber gar nicht ein. Gesund sind sie hoffentlich alle, die Tresterer. Und viel Glück sei ihnen beschieden. Vom Frieden aber, da fehlt jede Spur. Der heftige Streit um die Aufnahme in die Liste des Immateriellen Kulturgutes der UNESCO trieb nachhaltig einen Keil zwischen die Gruppen. Der Brauch wird in Stuhlfelden, Unken, in Zell am See und in Bruck, aber seit Langem auch im Umfeld der Stadt Salzburg ausgeübt. </p><p>Jetzt hat die Alpinia aus Salzburg/Grödig um die UNESCO-Anerkennung angesucht - und sie bekommen. Von den restlichen Gruppen ist im Ansuchen nichts zu lesen. Betroffene versichern, es herrsche dennoch Einigkeit. </p><p>Unversehens kommt da dem Lokalpatrioten H.C. Artmann in den Sinn. Der dichtete einst: &quot;warte, warte, noch een weilchen, bald kommt artmann auch zu dir. mit dem kleenen hackebeilchen, und macht schabefleisch aus dir.&quot; </p><p> Das trifft die Grundstimmung vermutlich eher als das Gerede vom Frieden. Schade, dass es so gekommen ist.<br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Lokalpatriot</category>
			
			<pubDate>Wed, 15 May 2013 09:47:21 +0200</pubDate>
			
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		</item>
		
		<item>
			<title>Mit den Kernwählern ins Nirvana der Politik</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/hevi/sn/artikel/mit-den-kernwaehlern-ins-nirvana-der-politik-58968/</link>
			<description> Wahlzeiten sind schwierige Phasen im Leben von politischen Parteien. Wie bei der Zeugnisverteilung am Ende des Schuljahres erhalten politische Parteien Zensuren in Form von Zuwach...</description>
			<content:encoded><![CDATA[ <br /><br /> Wahlzeiten sind schwierige Phasen im Leben von politischen Parteien. Wie bei der Zeugnisverteilung am Ende des Schuljahres erhalten politische Parteien Zensuren in Form von Zuwachs oder Verlust an Wählerstimmen.</p><p>Wer die Zuneigung der P. T. Wählerschaft verliert, muss sich den Kopf zerbrechen über Maßnahmen, um wieder in deren Gunst zu steigen. Große Versprechen funktionieren nicht, weil die Leute längst erkannt haben, dass nach der Wahl fast nichts mehr gilt, was vor der Wahl versprochen wurde. Wahlgeschenke funktionieren nicht, weil die Leute längst erkannt haben, dass sie selbst all die Wohltaten bezahlen müssen, die eine Regierung über die Republik ausschüttet. Eine neue ideologische Ausrichtung der Partei funktioniert nicht, weil manche Parteien in Österreich ohnehin schon weitgehend ideologiefrei existieren.</p><p>Und so fragen sich die Wahlkampfstrategen vor allem der beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP, was sie denn tun könnten, um im Herbst bei der Nationalratswahl wieder die Nase vorn zu haben.</p><p>Um neue Wählerschichten zu erschließen, fehlt es an Kraft und an Ideen. Also, sagt sich der Wahlkampfchef der SPÖ, der (jetzt wieder glückliche) Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos, wird sich die Partei auf ihre traditionelle Klientel konzentrieren. Mit dem Plakat: &quot;SPÖ. Die Partei der Arbeit&quot; setzten die Sozialdemokraten, so sagt Darabos, auf Kernthemen, &quot;um unsere Kernwählerschichten zu verfestigen&quot;.</p><p>Es ist aber auch eine Tatsache, dass Kernwählerschichten sich verdichten, indem sie immer kleiner werden. Es liegt im Wesen moderner Gesellschaften, dass mit immer mehr Vielfalt an politischen Ansichten, Bedürfnissen und stärkerer Bereitschaft zur Teilnahme an politischen Prozessen immer mehr Gruppen entstehen. Jeweils um einen Kern herum.</p><p>Konzentriert sich also eine Partei auf ihre Kernwählerschaft, verringert sie automatisch ihre Reichweite. Zwar lässt sich die reine Lehre der Partei dann besser verkaufen, aber halt an immer weniger Leute. Und damit wird der Tag absehbar, an dem eine Partei, die sich auf die Kernwähler konzentriert, nur noch von den eigenen Funktionären gewählt wird. Dann allerdings müssen sich die Parteistrategen fragen, ob sie nicht besser daran täten, auf die klassische Wahlwerbung zu verzichten und den Wahlkampf über die Mitgliederzeitung zu führen. Damit hätte es diese Partei endgültig geschafft, in jenen glückseligen körperlosen Zustand einzutreten, den man als ein politisches Nirvana bezeichnen könnte.]]></content:encoded>
			<category>HEVI</category>
			
			<pubDate>Tue, 14 May 2013 19:29:30 +0200</pubDate>
			
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			<title>Putins Angst vor den Couragierten</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/scholls-welt/sn/artikel/putins-angst-vor-den-couragierten-58969/</link>
			<description>Ein Ärgernis, das weiterhin zu schärfster Rüge Anlass gibt: Weil private Organisationen es wagen, Kritik am Staat zu üben, lässt der russische Präsident sie nun per Gesetz mundtot ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[ <br /><br />Natürlich hat keine der großen russischen Menschenrechtsorganisationen je Geld vom russischen Staat gesehen. Zuerst hatte dieser keines, und später hatte er kein Interesse an den betreffenden Organisationen. </p><p> Denn es waren einige darunter, die unangenehm auffielen. Zum Beispiel die Gesellschaft &quot;Memorial&quot;, die einerseits die schreckliche Stalin&#8217;sche Vergangenheit aufarbeitet und sich andererseits energisch für die Einhaltung der Menschenrechte und die Untersuchung sämtlicher Verstöße gegen ebendiese engagiert. Zum Beispiel die Wahlbeobachter von &quot;Golos&quot;, die die derzeit Mächtigen besonders stören, weil sie mehrmals nachgewiesen haben, wie frech und offen in Putins Russland Wahlen manipuliert werden. Zum Beispiel die Flüchtlingshilfsorganisation &quot;Bürgerbeistand&quot;, aber auch so international anerkannte Organisationen wie Amnesty International.</p><p> Sie alle störten Wladimir Putin und seine engsten Mitstreiter. Und dann kamen die Wahlen des Jahres 2011, und - offenbar auch für die aus dem Geheimdienst stammenden Mächtigen überraschend - gab es Massenproteste. Gegen gefälschte Wahlen, dagegen, dass man versuchte, dem Land seinen weiteren Weg in die Demokratie zu verbauen. Die Proteste, so heißt es, hätten den alten neuen russischen Präsidenten persönlich über alle Maßen geärgert. Und sie haben ihn ganz offensichtlich dazu veranlasst, jedes wie immer geartete Mäntelchen weltoffenen demokratischen Anstrichs schleunigst fallen zu lassen. Die Kritiker sind mundtot zu machen - das scheint die Parole zu sein. </p><p>Und dazu fand sich sogleich ein willfähriges Parlament, welches neue Gesetze verabschiedete. Die ersten besagen, dass jede nichtstaatliche Organisation (NGO), die Geld aus dem Ausland erhält und deren in den Statuten festgeschriebenes Ziel es ist, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, sich als &quot;ausländischer Agent&quot; registrieren muss. Das wären dann alle NGOs, denn der russische Staat finanziert keine. Das Gesetz hat unabsehbare Folgen für jede der betroffenen Organisationen - denn auch im heutigen Russland entspricht der Begriff des ausländischen Agenten jenem aus der Stalinzeit und bedeutet &quot;Volksfeind&quot; oder &quot;Vaterlandsverräter&quot;.</p><p>Kein Wunder, dass sich die seriösen Organisationen weigern, sich als &quot;ausländische Agenten&quot; registrieren zu lassen. Womit sie allerdings weiteren Repressionen Tür und Tor öffnen. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen insgesamt 600 NGOs überprüft - mittels überfallsartiger Besuche oder Hausdurchsuchungen. Alle fürchten um ihren Weiterbestand.]]></content:encoded>
			<category>Scholls Welt</category>
			
			<pubDate>Tue, 14 May 2013 19:29:22 +0200</pubDate>
			
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			<title>Pendeln zwischen den Becken kostet extra</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/salzburg-quer/sn/artikel/pendeln-zwischen-den-becken-kostet-extra-58972/</link>
			<description>Im erneuerten Aya-Bad mit Frei- und Hallenbereich sind die beiden Zonen tariflich streng getrennt.</description>
			<content:encoded><![CDATA[ <br /><br /> Wie das so ist mit &quot;Vorschrift ist Vorschrift&quot;: Wer die Bestimmungen erlassen hat, gab sich Mühe, eine für möglichst viele Leute passende Lösung zu finden. Wer sich danach halten muss, der schimpft. </p><p> Frisches Beispiel: Im erneuerten Salzburger Aya-Bad ist der einfache Wechsel vom Freibadbereich in die neue Halle (und umgekehrt) in den Bestimmungen nicht vorgesehen. Das Freibad hat seine Tarife und das Hallenbad auch. Die Frage nach Kombikarten erübrigt sich. Es sind keine aufgelegt.</p><p>&quot;Dann gehen wir halt in die Halle, wenn der Regen kommt&quot;, das ist nur nach dem Erwerb einer weiteren Eintrittskarte möglich. Zum Eintritt in das Freibad um 4,40 Euro kommen noch einmal 4,70 Euro für die Halle - solange es Tickets gibt. Eine Rückfrage bei der Verwaltung ergab, dass mit dem Zwei-Tarife-System eine Art Lenkungseffekt erzielt werden soll. Die Rechnung im Schloss Mirabell: Im Freigelände haben 1500 Badegäste Platz, in der Halle 200. Ein freies Hin-und-her-Gehen hätte ein Chaos zur Folge. Leitsatz: &quot;Wer das Hallenbad betritt, muss dort auch Platz haben.&quot; So weit, so logisch. Und auch wieder nicht - vor allem, weil das freie Hin-und-her-Gehen in anderen Bädern möglich ist. Etwa im Erlebnisbad Tamsweg. </p><p>Wie sieht es bei Jahreskarten für das Hallenbad aus? An einem heißen Sommertag ist der Weg in die Halle frei. Wer will das? Ein Besuch des Freibades mit Hallenverzicht? Das wäre eine Variante, aber nicht zu kontrollieren. So weit, so logisch. Bei einem bisschen Nachdenken logisch und gleichzeitig ein schöner Dienst am Kunden wäre das: ein ermäßigter Freibadtarif für Inhaber von Jahreskarten.]]></content:encoded>
			<category>Salzburg quer</category>
			
			<pubDate>Tue, 14 May 2013 19:27:42 +0200</pubDate>
			
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			<title>Wir haben gewählt: Jetzt wird wieder gegessen</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/teufelskueche/sn/artikel/wir-haben-gewaehlt-jetzt-wird-wieder-gegessen-58970/</link>
			<description>Was soll der Streit? Kulinarisch harmonieren alle Parteien - nur die Forelle blau spießt sich kräftig.</description>
			<content:encoded><![CDATA[ <br /><br /> Habt euch lieb! Das war die Botschaft, die bereits nach der Nationalratswahl 2008 in den SN zu lesen war. Da hat sich SN-Kochkolumnist Bernhard Gössnitzer mit dem desaströsen Abschneiden der österreichischen Regierungsparteien SPÖ und ÖVP kulinarisch auseinandergesetzt. Damals fiel das Koalitionsmenü so aus: &quot;Mehr als ein rotes Gulasch ist für die SPÖ nicht drin. Allerdings kein feudales Filetgulasch sondern biedere Gab&#8217;.&quot; Passend zu den Wahlversprechen müsse natürlich auch noch eine große Portion Sahne ins Gulasch kommen: &quot;Freilich nur saure Sahne - aber so genau hat vor der Wahl ja niemand gefragt.&quot;</p><p>Für die ÖVP bot sich damals wie heute die Blutwurst an. Die wurde auch bei der Landtagswahl kräftig zur Ader gelassen - also die ÖVP, nicht die Blutwurst. Zu Grassers Zeiten hätte er noch Trüffel und Kaviar auf den Teller gelegt. Womöglich auch zu Wolfgang Eisls Zeiten. Aber auch da hat offenbar während des Wahlkampfs niemand so genau gefragt. Das führt uns schnurstracks zu den Grünen. Für die hatte Gössnitzer vor fünf Jahren den Spinatknödel auf der Rechnung. &quot;Weil er ziemlich mit allen harmoniert&quot;, sagte er. Nur nicht mit der FPÖ. Für die fiel ihm damals schon nur die Forelle blau ein. Weil die Forelle laut Lexikon einen stumpfen Kopf und eine breite Mundspalte hat. Die blaue Färbung der Forelle kommt übrigens vom eigenen Schleim und der Zugabe von Essig. Geschmacklich harmoniert sie leider mit überhaupt keiner der zuvor genannten Speisen. Die damals gereichten &quot;orangen Kärntner Nudeln&quot; wurden dafür jetzt von Stronach gelb eingefärbt. Aber egal: &quot;Diese Nudeln sind genau genommen Maultaschen. Die passen immer&quot;, erklärt der Koch. Kurz: Es wäre wieder mal was angerichtet - lassen wir es uns schmecken.]]></content:encoded>
			<category>Teufelsküche</category>
			
			<pubDate>Tue, 14 May 2013 19:01:37 +0200</pubDate>
			
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			<title>Gebt uns mehr dumme Politiker!</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/purgertorium/sn/artikel/gebt-uns-mehr-dumme-politiker-58786/</link>
			<description>Von Albert Einstein sind die Sätze überliefert: &quot;Es gibt zwei Dinge, die sind unendlich. Das Universum und die menschliche Dummheit. Wobei ich mir beim Universum noch nicht ga...</description>
			<content:encoded><![CDATA[ Da häufen sich in letzter Zeit ja die Klagen, dass es bei dem einen oder anderen Protagonisten im Oberstübchen ziemlich finster sei.</p><p>Bei Einzelnen summen es gar schon die Bienen von den Dächern, dass sie sich an dem Tag, als der liebe Gott das Hirnschmalz verteilte, nicht gerade in die erste Reihe gedrängt haben.</p><p> Aber da muss man fragen: Dumme Politiker, na und? Denn erstens ist das in ganz Europa so. Wenn man sich die aktuellen Gruppenbilder von Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs ansieht, glaubt man, man befindet sich in der neuen Castingshow &quot;Ich bin klein, mein Herz ist rein&quot;. </p><p>Und zweitens muss es in der Demokratie einfach so sein, dass die Volksvertretung ein Spiegelbild des Volkes darstellt. Wie der lustige Fußballtrainer Adi Pinter einmal so schön diagnostizierte, besteht das österreichische Volk aus zwei Prozent Übermenschen und 98 Prozent Naturdeppen. Voilà.</p><p>Mit 98 Prozent Deppen in der Politik wären wir übrigens gut bedient. Denn schon der antike griechische Historiker Thukydides stellte fest, dass es sich mit dummen Politikern wesentlich besser lebe als mit klugen.</p><p> Die gescheiten Politiker wollen seiner Meinung nach immer klüger erscheinen als die Gesetze, und in allem ihre Überlegenheit zeigen. Dadurch würden die G&#8217;scheiterln oft den Staat zugrunde richten. &quot;Die Schlichteren aber&quot;, so fährt Thukydides fort, &quot;die sich zufrieden geben, auch wenn sie weniger weise sind als die Gesetze, die regieren ihren Staat besser.&quot; </p><p>Wenn dem so ist, müssten die Politiker eigentlich nicht mit ihrer grenzenlosen Weisheit, sondern mit ihrer ebensolchen Schlichtheit werben. Im Wahlkampf müssten sie überall Plakate wie &quot;Wählt Wappler&quot; und &quot;Deine Stimme für Dillo&quot; aufhängen. Was sie aber nicht tun werden. Es gibt nämlich niemanden, der zugibt, dass er dumm ist, und es kann ihn auch gar nicht geben. Denn Selbstzweifel hat nur der Kluge. </p><p>Der Kluge schweigt lieber still, ehe er möglicherweise etwas Dummes sagt. Der Dumme hingegen ist felsenfest von sich überzeugt, weshalb er das, was er für seine Weisheiten hält, der Mitwelt immer ausführlich mitteilt.</p><p>Womit für heute unsere ausführlichen Mitteilungen enden, und zwar mit einem Zitat: &quot;Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand; denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.&quot; (René Descartes)<br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Purgertorium</category>
			
			<pubDate>Mon, 13 May 2013 19:58:06 +0200</pubDate>
			
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			<title>Papst Franziskus - ein katholisches Paradoxon</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/zeitzeichen/sn/artikel/papst-franziskus-ein-katholisches-paradoxon-58785/</link>
			<description>Mit Joseph Ratzinger alias Papst Benedikt XVI. hat Hans Küng seine kirchenpolitischen Kämpfe ausgetragen. Jetzt hegt der 85-jährige Theologe wieder Hoffnung auf einen Umschwung in ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[ Am 19. März dieses Jahres ist Hans Küng 85 Jahre alt geworden. Es war jener Festtag des hl. Josef, an dem der Jesuit Jorge Mario Bergoglio in sein Amt als Papst Franziskus eingeführt wurde. In einem Essay in der &quot;Süddeutschen Zeitung&quot; vom Samstag setzt Hans Küng sich nun mit dem auseinander, was er das &quot;Franziskus-Paradox&quot; nennt - beinahe ein wenig perplex und mit dem erstaunten Unterton: Ist es wirklich wahr, dass ich das noch erleben kann, einen Papst, der vielleicht tatsächlich auf den Spuren des Bettelmönchs wandelt?</p><p>&quot;Unfehlbar? Eine Anfrage &quot;, mit diesem Buch über das Papstamt hatte der führende deutsche Theologe und Konzilsberater Hans Küng das katholische Lehramt herausgefordert. Dieses reagierte mit seiner schärfsten Sanktion und entzog Küng im Jahr 1979 die Lehrerlaubnis.</p><p>Hans Küng hat seinen Weg gefunden und mit seinem &quot;Projekt Weltethos&quot; einen durchaus maßgeblichen Weg für den Dialog der Weltreligionen beschritten. &quot;Kein Weltfrieden ohne Religionsfrieden&quot; lautet seine Kurzformel, die - leider - tagtäglich bestätigt wird.</p><p>Und jetzt das. &quot;Als ich mich entschloss, zum 85. Geburtstag meine Ehrenämter niederzulegen&quot;, schreibt Küng in seinem aktuellen Essay, &quot;ging ich davon aus, dass mein Traum, nochmals einen Umschwung in unserer Kirche zu erleben, nicht in Erfüllung gehen würde. Und siehe da: Mein theologischer Lebensbegleiter Joseph Ratzinger trat vom päpstlichen Amt zurück, und am 19. März, seinem Namenstag und meinem Geburtstag, trat ein neuer Papst mit dem überraschenden Namen Franziskus sein Amt an.&quot;</p><p>Küng erinnert daran, dass das Papsttum mit Innozenz III. (1198-1216) einen Höhepunkt erreicht hatte - und dass Franz von Assisi mit elf Brüdern im Jahr 1209 genau diesen Papst ersuchte, seine Lebensweise &quot;nach der Form des heiligen Evangeliums in Armut&quot; zu genehmigen.</p><p>Seither seien Papsttum und mönchische Armutsgelübde im schroffen Gegensatz zueinander gestanden. Ein Gegensatz, den &quot;Papst Franziskus&quot; offenbar überwinden wolle. &quot;Lassen sich Papst und Franz je versöhnen?&quot;, fragt Küng und gibt sich und allen reformfreudigen Katholiken die Antwort: &quot;Unsere Hoffnung sollten wir nicht zu früh aufgeben!&quot; <br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Zeitzeichen</category>
			
			<pubDate>Mon, 13 May 2013 19:53:34 +0200</pubDate>
			
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			<title>Jetzt sollen die Prügelknaben der EU auch noch verhungern . . .</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/schwischeis-eu-check/sn/artikel/jetzt-sollen-die-pruegelknaben-der-eu-auch-noch-verhungern-58616/</link>
			<description>Keine Sorge, noch ist es bei den EU-Beamten lang nicht so weit. Doch selbst wenn wildes Losdreschen auf sie nicht gerechtfertigt ist: Auch die Brüsseler müssen lernen, dass sie bei...</description>
			<content:encoded><![CDATA[ <br /><br />Er zählt als Generaldirektor für Steuern in der EU-Kommission zu den absoluten Topbeamten und damit Topverdienern in Brüssel. Der Österreicher Heinz Zourek sagt daher auch mit der ihm eigenen Selbstironie, dass es zu &quot;keinem Massensterben kommen wird und wir nicht die Klöster stürmen werden&quot;, sollte man die Gehälter weiter kürzen. Und dennoch versucht er zu erklären, warum man die Einkommen in Brüssel nicht eins zu eins mit jenen in Österreich vergleichen kann. Vornweg bleibt als Faktum: Der Speckgürtel der EU-Beamten ist für eine neue Abmagerungskur noch immer dick genug. Da ändern auch jüngste Streiks und wilde Ausritte einzelner EU-Gewerkschafter nichts daran.</p><p>Nach Angaben von Peter Korecky, stellvertretender Chef der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, liegen die Topgagen der Beamten in Österreich heute nicht mehr über 10.000 Euro im Monat. In Brüssel können hingegen die Bruttogehälter der Spitzenleute bis an die 20.000-Euro-Marke klettern. </p><p> Wobei man mit Blick auf wenige Spitzenverdiener immer Gefahr läuft, ein verzerrtes Bild zu bekommen. Die Einstiegsgehälter liegen gar nicht so weit auseinander, immer von Akademikern betrachtet, weil der Großteil der EU-Beamten studiert hat und zumindest dreisprachig auf hohem Niveau sein muss: In Österreich sind das 2379,60 Euro brutto, in Brüssel 2654,17 Euro. Den Unterschied machen diverse Extras aus, wie die Auslandszulage von 16 Prozent oder Kindergeld. </p><p>Nun kann man sich die Mehrbelastungen leicht ausrechnen, wenn man mit Sack und Pack in ein neues Land auswandert, ohne zu Hause vielleicht alle Zelte vollständig abzubrechen. Oder wenn die Frau oder der Mann womöglich zugunsten der Karriere des Partners sogar einen Job aufgibt und in der neuen Heimat kaum eine Chance hat, Arbeit zu finden. Daher fragt Zourek zu Recht, ob es wirklich ein Privileg sei, wenn die Kinder heimischer EU-Beamter in Brüssel kostenlos auf die europäische Schule gehen könnten, wo sie auch Deutsch lernten. Eltern könnten hier auch nicht auf Großmütter und Großväter zurückgreifen, die ihnen bei der Kinderbetreuung hülfen. Das gehe im Ausland auch auf die Kosten.</p><p>Der Teufel steckt wie immer im Detail und simple Vergleiche sind meist ungerecht. Dennoch wird niemand verstehen, wenn die EU-Kommission Griechen, Portugiesen oder Zyprern Kahlschläge in der eigenen Verwaltung verordnet, man sich selbst aber gegen Einsparungen wehrt. Günther Lorenz von der Gewerkschaft Union Syndicale sollte sich deshalb Äußerungen wie diese verkneifen: &quot;Die wollen uns tot sehen.&quot;</p><p>Tatsächlich hat die Kommission schon Sparvorschläge gemacht: 40-Stunden-Woche statt 37,5, Stellenabbau von fünf Prozent, Pensionsantritt mit 65 statt 63 Jahren. Acht Regierungen, auch Österreich, ist das zu wenig: Sie fordern unter anderem höhere Beiträge zur Pensionskasse, Pensionsalter 67, Einsparungen vor allem in oberen Gehaltsstufen, noch stärkeren Personalabbau. </p><p>Dieser Diskussion müssen sich die EU-Beamten stellen, selbst wenn es nicht gerechtfertigt ist, ungehemmt auf sie einzudreschen. Heinz Zourek weiß nämlich auch: &quot;Die Zahl derer, die in Brüssel verhungern, ist extrem gering.&quot;]]></content:encoded>
			<category></category>
			
			<pubDate>Sun, 12 May 2013 20:11:39 +0200</pubDate>
			
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			<title>Was Herr K. besser macht</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/kollers-klartext/sn/artikel/was-herr-k-besser-macht-58615/</link>
			<description>Gerald Klug hat den unbestreitbaren Vorzug, nicht Norbert Darabos zu sein. Das ist aber nicht die einzige Fähigkeit des neuen Ministers, der sich in kurzer Zeit eine gute Nachrede ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[ <br /><br />Umfragen sind mit Vorsicht zu genießen, vor allem dann, wenn sie in der Zeitung &quot;Österreich&quot; veröffentlicht werden. Dennoch sei ausnahmsweise zitiert, was dieses Blatt kürzlich unter Berufung auf eine Gallup-Studie schrieb. Nämlich: Der neue Verteidigungsminister Gerald Klug sei der mit Abstand beliebteste SPÖ-Regierungspolitiker. </p><p>Was vor allem deshalb bemerkenswert ist, weil Vorgänger Norbert Darabos jahrelang der mit Abstand unbeliebteste SPÖ-Regierungspolitiker war.</p><p>Selbst wenn man von dieser Nachricht den &quot;Österreich&quot;-immanenten Hysteriefaktor abzieht, bleibt folgendes Faktum übrig: Gerald Klug macht eine ganze Menge von dem richtig, was Norbert Darabos falsch machte.</p><p>Was hat es auf sich mit dem gelernten Dreher aus der Steiermark, der in der Gewerkschaft Karriere machte, nebenbei Jus studierte und vor gut zwei Monaten aus dem Bundesrat an die Spitze des Verteidigungsressorts berufen wurde? Einer der wesentlichsten Vorzüge Gerald Klugs besteht darin, nicht Norbert Darabos zu sein. Nach dem unseligen Wirken des Burgenländers im Verteidigungsministerium lag die Latte der Erwartungen auf Unter-Boden-Niveau, was es für den neuen Mann denkbar einfach machte, sie zu überspringen. </p><p>Ein zweiter Vorzug Gerald Klugs besteht darin, dass er - anders als sein Vorgänger - so aussieht, wie man sich gemeinhin einen Verteidigungsminister vorstellt. Nicht intellektuell-zweifelnd, wie Norbert D. Sondern drahtig-zupackend und ein wenig wie der zwar strenge, aber dafür gerechte Ausbildungsunteroffizier in einem US-Army-Film.</p><p>Diese beiden Vorzüge sind nicht den Fähigkeiten Klugs geschuldet, sie sind ihm in den Schoß gefallen. Unweigerlich auf sein Konto geht aber ein dritter Vorzug, der ihn ebenfalls diametral von seinem Vorgänger unterscheidet: Gerald Klug betrachtet das Bundesheer und seine Angehörigen nicht als seine Feinde, vielmehr bringt er ihnen Respekt entgegen. Wie erinnerlich, bezeichnete Norbert Darabos den Wehrdienst, den er nicht abgeleistet hatte, als &quot;megasinnlos&quot;. Das ist ähnlich schlau, als würde die Innenministerin ihre Polizeibeamten als Prügelbullen beschimpfen. Gerald Klug hingegen gab zu Protokoll, er habe seine Militärzeit als &quot;interessant und spannend&quot; empfunden. Was in den Ohren der Generalität wie Schalmeien klingt. Und auch in der Öffentlichkeit kommt es besser an, wenn ein Minister mit seinem Ressort im Einklang ist. </p><p>Die Herren Darabos und Klug werden wohl noch etlichen Politikberatern als Lehrbeispiel dienen: Ein Minister, der seinen Spitzenbeamten den Krieg erklärt, wird zwangsläufig scheitern (es sei denn, er ist eine überaus starke Persönlichkeit). Ein Minister, der seinen Spitzenbeamten mit Wertschätzung begegnet, wird in seinem Amt lang überleben (es sei denn, er ist eine überaus schwache Persönlichkeit). Denn: Gegen die Hochbürokratie ist schwer regieren.</p><p>Klug würde nur dann scheitern, wenn er&#8217;s übertreibt. Wenn er also seinen Spitzenmilitärs nicht nur mit Wertschätzung begegnet, sondern als deren Erfüllungsgehilfe. Minister dieser Sorte hatten wir genug, vor allem im Exekutivbereich. Beispielsweise entsprechen die diversen Schnüffelgesetze (Polizeibefugnisse, Handyortung, Datenspeicherung, rastern &amp; lauschen . . .) nicht so sehr den Vorstellungen der Parteien (oder der Minister) als vielmehr den Wünschen der Polizei, die vom jeweiligen Minister ans Parlament durchgereicht wurden. Was der Demokratie nicht unbedingt zuträglich ist.<br /><br /><Initial5WO></Initial5WO>Legion sind auch die Ressortchefs, die selbst bei Verfehlungen ihrer Beamten mit reflexartigem Schutzverhalten reagierten. Wie etwa Justizministerin Beatrix Karl, als ihre Beamten einen von Litauen gesuchten mutmaßlichen russischen Kriegsverbrecher voreilig laufen ließen. &quot;Völlig rechtskonform&quot;, behauptete die Ministerin sogleich trotz empörter litauischer Proteste.</p><p>Oder der seinerzeitige Innenminister Ernst Strasser, als ein Afrikaner im Wiener Stadtpark zu Tode beamtshandelt wurde. Die Polizeibeamten hätten &quot;entsprechend den Vorgaben gehandelt und sich der Situation angepasst verhalten&quot;, sagte der Minister sogleich. Später wurde einer der Polizisten gerichtlich verurteilt, weil er sich auf den herzkranken Afrikaner gekniet hatte.</p><p>Soll heißen: Die Angehörigen von Exekutivtruppen, aber auch die sonstige Beamtenschaft, neigen zum Corpsgeist. Es ist nicht tunlich für einen Minister, sich von diesem Corpsgeist anstecken zu lassen. </p><p>Nichts deutet darauf hin, dass Klug das tut. Einige seiner ersten Amtshandlungen (etwa kürzlich die Postierung einer Mahnwache vor dem Äußeren Burgtor, um diesen Ort den Burschenschaftern zu entwinden) lassen Hoffnung keimen auf eine gute Ministerschaft.]]></content:encoded>
			<category>Kollers Klartext</category>
			
			<pubDate>Sun, 12 May 2013 20:11:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>Der widersprüchliche Wutbürger</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/filzmaier-am-montag/sn/artikel/der-widerspruechliche-wutbuerger-58614/</link>
			<description>&quot;Die Politiker&quot; oder &quot;die Beamten&quot; und &quot;die Pensionisten&quot; werden pauschal abqualifiziert. Nur für sich selbst beansprucht jeder ganz gern, dass er zu ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[ <br /><br />Die Waffenhändler sind nicht gut auf mich zu sprechen. So hieß es wörtlich in einem Leserbrief, nachdem ich im Fernsehen - von den Imagedaten her korrekt - diese sowie Politiker und Zuhälter als Berufsgruppen mit schlechtem Ruf bezeichnet hatte. Interessant ist, dass es von den Strizzis und seitens der Politik mir gegenüber keine Beschwerden gab.</p><p>Dabei wäre insofern eine Entschuldigung angebracht, weil der Zusatz fehlte, dass Durchschnittszahlen sich naturgemäß aus im Einzelfall sehr unterschiedlichen Vertrauenswerten ergeben. Hersteller von Jagd- und Sportfeuerwaffen befinden sich statistisch in einer Kategorie mit dem &quot;Lord of War&quot; Yuri Orlov. Auch könnte die seit der Eurofighter-Debatte geringe Beliebtheit des Lieferkonzerns das arithmetische Mittel der gesamten Branche nach unten drücken. Das ist ein bisschen unfair.</p><p>Genauso sind Pauschalurteile bei Politikern falsch. Da gibt es viele extrem engagierte und äußerst kompetente Personen. Was meine feste Überzeugung ist, und ebenfalls empörte Reaktionen der Leser auslösen dürfte. Ihnen halte ich entgegen, dass Wutbürger mit berechtigten Emotionen über Politik noch widersprüchlicher sind.</p><p>Der mir schreibende Waffenhändler verwies auf seine Ausstattung von Sicherheitskräften - niemand wolle von Soldaten oder Polizisten mit Spritzpistolen beschützt werden -, um zeitgleich Politiker umfassend als jemanden, &quot;der Steuergeld und Arbeitsplätze vernichtet, zum großen Teil korrupt ist und das Volk belügt&quot;, zu bezeichnen. Auf meine Verwunderung hin, warum er mit dem von &quot;solchen Typen&quot; geleiteten Verteidigungs- oder Innenministerium Geschäfte mache, wurden diese zu Ausnahmen erklärt.</p><p>Das ist ein Muster der inneren Zerrissenheit von Wutbürgern. &quot;Die Politiker&quot; werden generell abqualifiziert, während man dasselbe als Betroffener ablehnt. Nicht nur &quot;die Waffenhändler&quot; tun das. Sind &quot;die Pensionisten&quot; ausnahmslos mit 60 Jahren in Frühpension? Verdienen &quot;die Lehrer&quot; alle mit Nachhilfe Schwarzgeld? Sind &quot;die Beamten&quot; alle Formularfetischisten? Nein. Aber für den Wutbürger prägen leider einzelne Negativbeispiele das Gesamtbild. Die wutbürgerliche Spaltung reicht noch weiter. Er regt sich zu Recht über &quot;A bissal was geht immer!&quot; in Politik und Wirtschaft auf. Doch ist Schummeln bereits in der Schule eine gesellschaftlich anerkannte Sportart. Bei der berechtigten Empörung über Steuerhinterziehung en gros wird vergessen, ob man selbst einmal die Frage &quot;Brauchen&#8217;S a Rechnung?&quot; verneint hat.</p><p>Auch fehlen nach richtigen Einwänden zum politischen System oft konkrete Verbesserungsideen. Wir sind Lebenskünstler im Sich-Arrangieren mit dem, was wir kritisieren und ablehnen.</p><p>]]></content:encoded>
			<category>Filzmaier am Montag</category>
			
			<pubDate>Sun, 12 May 2013 20:10:14 +0200</pubDate>
			
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		</item>
		
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			<title>Sind wir jetzt völlig gaga?</title>
			<link>http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/strickers-klimablog/sn/artikel/sind-wir-jetzt-voellig-gaga-58612/</link>
			<description> Am 4. Mai erreichte die CO2-Konzentration in der Atmosphäre rund um das Mauna-Loa-Observatorium in Hawaii erstmals die Grenze von 400 ppm (parts per million). Mauna Loa ist die gl...</description>
			<content:encoded><![CDATA[ <br /><br /> Am 4. Mai erreichte die CO<sub>2</sub>-Konzentration in der Atmosphäre rund um das Mauna-Loa-Observatorium in Hawaii erstmals die Grenze von 400 ppm (parts per million). Mauna Loa ist die globale Referenzstation. Hawaii liegt weit weg von den Zentren der Zivilisation, und es wird dort seit 1958 gemessen. Damals waren es 315 ppm. Als grobe Regel gilt, dass die CO<sub>2</sub>-Konzentration nicht über 450 ppm steigen sollte, falls wir Wert auf den Erhalt unseres gewohnten Klimas legen. Geht es weiter wie bisher, sind die 450 ppm in 24 Jahren erreicht.</p><p>Schon jetzt schmilzt das Arktiseis in Rekordtempo. Das bringt vorerst einmal die Wettersysteme aus der Balance und sorgt bei uns zu Weihnachten für Frühlingstemperaturen und im Frühjahr für Wintereinbrüche. Der Klimawandel ist nicht Zukunft. Er ist Gegenwart. Alarmsignale also an allen Fronten.</p><p>Und was tun wir? </p><p>Konzerne und Regierungen liefern sich einen Wettlauf in die nun gottlob eisfreiere Arktis, um noch mehr Öl und Gas aus der Erdkruste zu bohren, um noch mehr Treibhausgase in die Atmosphäre zu pumpen. </p><p>Und wozu tun wir das?</p><p>Damit, wenn der letzte Tropfen Öl und das letzte bisschen Gas in der Arktis gehoben und verbrannt ist, die Welt drei Jahre (!) länger mit fossilen Treibstoffen versorgt gewesen ist.</p><p>Geht&#8217;s noch?</p><p>Sind wir jetzt völlig gaga? </p><p>]]></content:encoded>
			<category>Strickers Klimablog</category>
			
			<pubDate>Sun, 12 May 2013 20:07:18 +0200</pubDate>
			
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