Gesundheit

Rennen statt schlemmen - Kampf dem Diabetes

Von | 16.07.2012 - 10:26

Manche Ärzte nennen ihn "Wohlstandskrebs". Tatsächlich ist Diabetes eine schleichende Geißel des Menschen.

Rennen statt schlemmen - Kampf dem Diabetes

 Michael B. will seinen überflüssigen Kilos und dem Diabetes mit einer Sportkameradin einfach davonlaufen. Und das Baby trainiert mit. Bild: SN/ZDF/Reimann

Filmemacherin Iris Pollatschek hat ein einfaches, aber für viele wohl schwer umzusetzendes Rezept gegen die moderne Killerkrankheit Diabetes gefunden. Diabetes entwickelt sich schleichend, führt dann aber bald zu Einschränkungen der Lebensqualität und schließlich zu einer dramatischen Verkürzung der Lebenserwartung. "Rennen statt schlemmen" nennt Pollatschek ihre Reportage, die morgen, Dienstag, um 22.15 Uhr in der ZDF-Reihe "37 Grad" warnen will. Sieben bis acht Millionen Menschen in Deutschland und 500.000 Österreicher sind zuckerkrank, aber nur die Hälfte weiß davon. Diabetes ist auf dem Vormarsch. Zu fettes Essen, zu viele süße Industrieprodukte und zu wenig Bewegung sind die Hauptgründe für die Zunahme der Krankheit. Sport oder einfach etwas mehr gesunde Bewegung könnten viele Menschen vor der Diagnose Diabetes bewahren.

Denn Diabetes vom Typ 2, der sogenannte Alterszucker, ist längst keine Alterserscheinung mehr. Immer mehr Jüngere "haben Zucker", wie es landläufig heißt. So geht es auch den beiden Protagonisten dieser Dokumentation: Michael B. (42) und Tanja H. (38). Beide sind übergewichtig, haben nicht auf ihre Ernährung geachtet und sich zu wenig bewegt. Sie haben jetzt im mittleren Alter schon Diabetes. "Ich habe 60 Kilogramm zu viel", sagt Michael beim Blick auf die Waage, die 145 Kilogramm anzeigt. "Du fühlst dich einfach schlecht." Mit seiner Frau Martina versucht er, sein Gewichtsproblem und vor allem den Diabetes in den Griff zu bekommen: Gemüse statt fettes Fleisch, weniger Süßes und Sport ist ihr Programm. "Als wir uns kennengelernt haben vor vier Jahren, da ist mein Mann mit mir joggen gegangen", sagt Martina. Und ihr Mann ergänzt: Ziel sei, dass er mit seiner Frau wieder joggen könne. Derzeit ist für ihn nur Schritttempo drin, doch er quält sich im Fitnessstudio.

Fatale Folgen

Tanja hat durch den Diabetes bereits eine Tragödie erlebt: Vor sechs Jahren starb ihr Baby im Mutterleib, Ursache war ihre Zuckerkrankheit. "Das war schlimm - zu wissen, der Diabetes ist schuld, dass das Kind nicht mehr lebt. Also ich habe gegen mich selbst Hassgefühle." Bei ihr sind auch die Nieren geschädigt. "Ich habe eine immense Wut auf mich selbst", sagt sie unter Tränen. "Ich frage mich, ob ich mein Bestes gegeben habe. Was ich natürlich nicht habe." Die beiden Zuckerkranken wissen: Ihre Krankheit kann verheerende Folgen haben: Nierenversagen, Blindheit, Nervenschäden, Herzinfarkt. Doch die Verlockungen sind groß: Kalorienbomben und der bequeme Fernsehsessel locken immer wieder von Neuem.

 
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