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"Inside Llewyn Davis": Melancholische Musik mit Katze

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Joel und Ethan Coen berichten in "Inside Llewyn Davis" vom Leiden eines glücklosen Folkmusikers im New York der Sechzigerjahre. Aber eine Katze ist der heimliche Star.

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„Inside Llewyn Davis“ von den Coen-Brüdern kommt ins Kino. Bild: SN/studiocanal

„Inside Llewyn Davis“ von den Coen-Brüdern kommt ins Kino.

Bild: SN/studiocanal

„Inside Llewyn Davis“ von den Coen-Brüdern kommt ins Kino. Bild: SN/studiocanal

„Inside Llewyn Davis“ von den Coen-Brüdern kommt ins Kino.

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„Inside Llewyn Davis“ von den Coen-Brüdern kommt ins Kino. Bild: SN/studiocanal

„Inside Llewyn Davis“ von den Coen-Brüdern kommt ins Kino.

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„Inside Llewyn Davis“ von den Coen-Brüdern kommt ins Kino.

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„Inside Llewyn Davis“ von den Coen-Brüdern kommt ins Kino.

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„Inside Llewyn Davis“ von den Coen-Brüdern kommt ins Kino.

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„Inside Llewyn Davis“ von den Coen-Brüdern kommt ins Kino. Bild: SN/studiocanal

„Inside Llewyn Davis“ von den Coen-Brüdern kommt ins Kino.

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"Der neue Coen Brothers" kommt ins Kino, längst ein Markenname, wie einst "der neue Hitchcock" oder immer noch "der neue Allen". Die beiden Brüder Joel und Ethan Coen sind seit Jahren Garanten für eigenwilliges Kino, für intelligente Variationen auf Filmgenres wie Western (etwa "No Country of Old Men") oder Film Noir ("Fargo"). Mit "Inside Llewyn Davis", der ab Freitag läuft, finden die Coen Brothers nun einen melancholischen, atmosphärischen und dabei witzigen Zugang zum Slacker-Musikfilm. Er handelt von dem glücklosen Folksänger Llewyn Davis (gespielt vom Musiker Oscar Isaacs) in New York, Anfang der 1960er-Jahre.

"Inside Llewyn Davis" ist ein virtuos beiläufiger Film, der eine Woche im Leben von Davis erzählt: Vor Wochen hat er seine Wohnung verloren, schläft auf der Couch bei wechselnden Freunden und kann sich kaum noch seine Zigaretten leisten. Seinen aktuellen Tiefpunkt hat er erreicht, als ihm ein potenzieller Produzent nach Anhören seiner Musik rät, sich doch den Bart abzurasieren und Teil eines Trios zu werden.

Es ist jener Moment in der Musikgeschichte, bevor Folk sich von den lieblichen Heile-Welt-Harmonien löst und Drama und Weltuntergang zum Thema macht. Und es hätte durchaus auch Llewyn Davis sein können und nicht Bob Dylan, der später zur Galionsfigur wird. Doch der fiktive Protagonist, dessen Figur aus Anekdoten realer Vorbilder wie dem Folkmusiker Dave Van Ronk zusammengesetzt ist, ist ein Verlierer: "Alles, was du anfasst, wird zu Scheiße. Du bist der idiotische Bruder von König Midas", wirft ihm eine befreundete Sängerin (Carey Mulligan) an den Kopf, die er geschwängert hat.

Nach frustrierenden Begegnungen in New York reist Davis nach Chicago, aufgrund widriger Umstände mit einem rot getigerten Kater im Gepäck und einem Widerling (John Goodman) auf dem Rücksitz seiner Mitfahrgelegenheit, um hier bei einem Plattenproduzenten vorzuspielen. Ein paar Missgeschicke später ist er allerdings nicht nur seinen Mantel und die Katze, sondern auch alle Hoffnung los, eine Spirale nach unten dreht sich. Die unbedingte Sympathie des Publikums ist diesem traurigen Musiker dennoch sicher mit seiner wuschelhaarigen Melancholie, die heute von Brooklyn bis Berlin bei Kreativberuflern zum guten Ton gehört.

Unerwartet ist es aber, dass sich die Regiebrüder ganz nebenbei das erfolgreichste Minigenre zu eigen machen, das das Internet kennt: das Katzenvideo. Gar nicht so geheimer Star des Films ist, trotz Justin Timberlake und John Goodman, jener namenlose, rot getigerte Kater, der aussieht, als hätte er noch neulich in "Frühstück bei Tiffany" mitgespielt, und der immer wieder in wechselnden Inkarnationen auftaucht, wie ein Symbol für die auseinanderbrechende Karriere von Llewyn Davis. Die Eleganz seiner zitternden Schnurrbarthaare hält die ganze Erzählung zusammen, was auch die Coen-Brüder selbst zugeben: "Der Film hatte zu wenig Geschichte. Also haben wir die Katze eingebaut."

Kino: Inside Llewyn Davis, Drama, USA 2013. Regie: Joel Coen, Ethan Coen. Mit Oscar Isaac, Carey Mulligan, John Goodman, Garrett Hedlund, Justin Timberlake, F. Murray Abraham. Start. 6. 12.

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